Entlassjahrgang 1953 der Dudenroth- und Nordschule wurde zweimal eingeschult

Die Ehe­ma­ligen der Ent­lass­jahr­gänge 1953 der Duden­roth- und Nord­schule trafen sich heute in Hoppy’s Treff an der Nord­straße. (Foto: Peter Gräber)

Die Ent­lass­jahr­gänge 1953 der Nord- und Duden­roth­schule waren heute (30. April) zu einem gemein­samen Klas­sen­treffen in Hoppy’s Treff an der Nord­straße zusam­men­ge­kommen. Die wei­teste Anreise hatte dabei die beiden Ehe­ma­ligen, die aus dem Schwarz­wald und Taunus in ihre alte Heimat ange­reist waren.

Natür­lich gab es auch bei diesem nun­mehr zehnten Treffen noch jede Menge zu erzählen aus den neuen und guten alten Zeiten. Schließ­lich haben die 27 Ehe­ma­ligen eine ziem­lich ereig­nis­reiche Schul­zeit gehabt. So ist dieser Jahr­gang wohl der ein­zige, der zweimal ein­ge­schult wurde. „Schuld daran war der Krieg. Als wir gegen Ende des Krieges ein­ge­schult wurden war an ordent­li­chen Unter­richt nicht mehr zu denken“, meint Klaus Frese, der gemeinsam mit Erika Wem­höhner und Man­fred Mitze das Klas­sen­treffen orga­ni­siert hat. „Statt­dessen haben wir Kinder bei Flie­ger­alarm im Luft­schutz­keller der Schule, wo unsere Leh­rerin dann mit uns ‚Taler, Taler, Du musst wan­dern“ gespielt hat, um uns abzu­lenken“, erin­nert sich Erika Wem­höhner.

Erinnerungen an grüne Suppe und Kartoffelkäferlarven

Gleich nach Kriegs­ende wurde dieser Jahr­ganges des­halb gleich noch einmal ein­ge­schult. Ein reines Zucker­schlecken war die Schul­zeit gleich nach Kriegs­ende nicht, wie Klaus Frese meint: „Damals durften die Lehrer ja auch noch Schläge ver­teilen. Unser Lehrer Sprawe war schon streng, aber noch strenger war Dr. Harde.“ Mit Grausen erin­nert sich Klaus Frese auch noch an die Schul­spei­sungen, die es nach Kriegs­ende für gab. „Frei­tags gab es immer die berühmte grüne Suppe. Eigent­lich sollte das eine Erb­sen­suppe sein. Die war unge­nießbar. Die Erbsen waren da nur durch­ge­schossen worden.“ Auf dem Schulweg nach Hause konnte man dann viele grüne Flecken zu sehen. „Da hatte dann wieder jemand seinen Hen­kel­mann mit der grünen Suppe aus­ge­kippt.“

Noch schlimmer als grüne Suppe fand Erika Wem­höhner, dass sie und die anderen Kinder damals auf die Fel­dern geschickt wurden und Kar­tof­fel­käfer und ihre Larven ein­sam­meln mussten. Noch heute ekelt sie sich, wenn sie an die Käferlarven denkt: „Die Larven waren dick, rot und quab­belig. Ganz schreck­lich war das.“

Die Larven waren dick, rot und quab­belig. Ganz schreck­lich war das.“

Erika Wenmhöhner

Gleich nach der Schul­zeit sind die mei­sten der Duden­roth- und Nord­schüler dann mit knapp 14 Jahren in die Lehre und den Beruf gegangen. „Das gibt’s heute auch kaum noch“, sagt Klaus Frese.

Seit ein paar Jahren feiern die Ehe­ma­ligen beider Schulen nun schon gemein­same Klas­sen­treffen. Eigent­lich nur logisch, finden Erika Wem­höhner und Klause Frese: „Wir sind ja damals auch zusammen kon­fir­miert worden. Bei unserer Kon­for­ma­tion waren wir 100 Kinder.“

Ganz so viele Ehe­ma­lige sind es heute leider nicht mehr bei den gemein­samen Treffen. Doch die, die zum näch­sten Treffen wieder dabei sind, werden ganz sicher wieder viel zu erzählen haben.

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