Café Yesterday: Adventsfeier mit Angehörigen und „Löwenzahn“-Kindern

Fröhliche Adventsfeier: Gäste des Café Yesterday feierten gemeinsam mit Angehörigen, dem ehrenamtlichen Team um Koordinatorin Joyce Hösch (6. von links) und Fachbereichsleiterin „Pflege und Gesundheit“ Mandy Laicht (5. von links) von der Diakonie Ruhr-Hellweg. Foto: drh/Reimet
Fröhliche Adventsfeier: Gäste des Café Yesterday feierten gemeinsam mit Angehörigen, dem ehrenamtlichen Team um Koordinatorin Joyce Hösch (6. von links) und Fachbereichsleiterin „Pflege und Gesundheit“ Mandy Laicht (5. von links) von der Diakonie Ruhr-Hellweg. (Foto: drh/Reimet)

Zur ersten Adventsfeier lud jetzt das ehrenamtlich geführte Café Yesterday in das evangelische Gemeindehaus an der Goethestraße ein. Seit September sind dementiell Erkrankte an einem Vormittag in der Woche im Café  Yesterday zu Gast. Für die Adventsfeier hatte das Team um Koordinatorin Joyce Hoesch die Tische im großen Gemeindesaal besonders festlich gedeckt und dekoriert. Auch die Angehörigen waren mit eingeladen.

Zu Beginn der Veranstaltung sangen die Gäste das traditionelle Begrüßungslied „Danke für jeden neuen Tag“. Das ebenfalls traditionelle Frühstück zu sich wurde diesmal durch selbstgebackenen Kuchen bereichert. Danach hielt Pfarrerin Claudia Brühl eine kurze Andacht, zu der natürlich einige Weihnachtslieder gesungen wurden. Eine Kindergruppe aus dem Familienzentrum „Löwenzahn“ sorgte unter Leitung von Annette Scherding mit Gesang für viel Freude bei Ehrenamtlichen und Besuchern, zu denen auch die Pfarrer Christian Bald und Michael Niggebaum und der Vikar Philipp Reis zählten.

Seit Eröffnungn steigende Nachfrage

Seit Eröffnung im September erfährt das Angebot von Diakonie Ruhr-Hellweg und evangelischer Kirchengemeinde im Gemeindehaus Goethestraße stetig wachsende Nachfrage. Für neun Gäste hatte Joyce Hösch, Fachkrankenschwester für rehabilitative Pflege, den wöchentlichen Treff ursprünglich geplant. Bei den vorbereitenden Hausbesuchen ist sie jedoch auf so starkes Interesse gestoßen, dass der Treff ab Januar zusätzlich zum Dienstagvormittag auch jeden Freitagnachmittag seine Türen öffnet.Im  Café Yesterday geht es neben dem geselligen Beisammensein auch um Aktivierung von Ressourcen.  „Die Gäste werden etwas selbständiger“, betont Joyce Hösch. „Gespräche und Aktionen fördern die verbleibenden Fähigkeiten.“ Als Beispiel nennt sie einen Gast, der als Folge seiner dementiellen Erkrankung im Rollstuhl sitzt und durch die geistige und körperliche Aktivierung nun zeitweise wieder gehen kann.

Gemeinsame leichte Aktivitäten gehören daher zum festen Angebot des Café Yesterday. Ob Schwungtuch, Therapiehund, Fotos oder Geschichten aus dem Leben, in vielen Gästen stecken Energien, die geweckt werden können. „Aufmunterung und Ansprache aller Sinne können viel bewirken“, erklärt Mandy Laicht.  „Unsere Ehrenamtlichen gehen individuell auf unsere Gäste ein und orientieren sich immer an deren Möglichkeiten und Neigungen.“ Im Rahmen der Veranstaltung sprach sie dem ehrenamtlichen Team großen Dank aus.

Kleine Idee mit großer Wirkung

Für Angehörige stellt das Angebot eine kleine Entlastung vom Alltag dar — einen kurzen Freiraum für sich selbst. Häusliche Pflege bedeutet eine 24-Stunden-Verantwortung, daher sind die Angehörigen oft über die drei Stunden glücklich, die sie frei gestalten können. Bei Bedarf wird ein Hol- und Bringdienst angeboten.

Eine Namen-Tischdecke für die Gäste ist neu im Café Yesterday. Hier werden die Namen der Geburtstagskinder nach und nach aufgestickt und die Decke bei der Festtafel aufgelegt. Eine einfache Idee, die bei der Adventfeier zu zahlreichen Gesprächen anregte.

Wunsch für das kommende Jahr: Die Parkplatzsituation für den Transportbus sei teils schwierig. Um das Ein- und Aussteigen der Gäste zu gewährleisten sollte zur Öffnung des Treffs eine kleine Parkplatzfläche frei sein.

 


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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