Lindenbrauerei-Chefin Regina Ranft und Hoteldirektor Marc Lobert bieten in ihren Unternehmen bereits seit mehreren Jahren erfolgreich Verbundausbildungen an. Zurzeit befinden sich Taimoor Hussein und Saikou Diallo in der Ausbildung zur Gastronomiefachkraft. (Foto: Böinghoff )

Besser gemeinsam: Ausbildung im Verbund von zwei bis drei Betrieben

Lindenbrauerei-Chefin Regina Ranft und Hoteldirektor Marc Lobert bieten in ihren Unternehmen bereits seit mehreren Jahren erfolgreich Verbundausbildungen an. Zurzeit befinden sich Taimoor Hussein und Saikou Diallo in der Ausbildung zur Gastronomiefachkraft. (Foto: Böinghoff )
Lindenbrauerei-Chefin Regina Ranft und Hoteldirektor Marc Lobert bieten in ihren Unternehmen bereits seit mehreren Jahren erfolgreich Verbundausbildungen an. Zurzeit befinden sich Taimoor Hussein und Saikou Diallo (2.v.r.) in der Ausbildung zur Gastronomiefachkraft. (Foto: Böinghoff )

Ausbildung ist die Grundvoraussetzung für die Nachwuchsgewinnung, dabei wird in immer mehr Betrieben – paradoxerweise – nicht mehr ausgebildet. Fehlende Ausbildereignungen, Zeitmangel, aber auch das Problem, nicht alle erforderlichen Ausbildungsinhalte vermitteln zu können, können dafür Gründe sein. „Dabei gibt es die Möglichkeit, die Ausbildung eines Lehrlings auf bis zu drei Betriebe zu verteilen“, macht Viktoria Berntzen von der Regionalagentur Westfälisches Ruhrgebiet, die im Kreis Unna unter dem Dach der Wirtschaftsförderung Kreis Unna agiert, auf die sogenannte „Verbundausbildung“ aufmerksam.

Die Regionalagentur setzt Förderprogramme des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW um, koordiniert regionale Netzwerke mit arbeitsmarktpolitischem Schwerpunkt und entwickelt zusammen mit Trägern neue Projektideen. Dazu gehört auch die Verbundausbildung, die neue Lehrstellen schaffen kann, nicht selten die Ausbildungsqualität verbessert und den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs der Betriebe sichert.

Viele Chancen, aber sie müssen genutzt werden

Besonders prekär ist die Nachwuchskräfte-Situation im Gastronomiebereich. Ob Koch, Servicekraft oder im Management – Nachwuchs wird hier dringend gesucht. Auch das Ringhotel Katharinenhof und die Lindenbrauerei mit dem Schalander sind von dieser Problematik betroffen. Seit 2008 bildet die Lindenbrauerei daher auch über den eigenen Bedarf unter anderem Gastronomiefachkräfte in Kooperation mit dem Ringhotel Katharinenhof aus.

Die Zusammenarbeit mit dem Katharinenhof ist dabei eine ideale Ergänzung. „Wir können hier im Schalander vor allem im Bereich Service, einfache Küche und im Rahmen von eher lockeren Veranstaltungen unseren Lehrlingen etwas beibringen, festliche Bankette und gehobene Küche sind dagegen nicht so unsere Sache“, schmunzelt Regina Ranft, Geschäftsführerin der Lindenbrauerei. Die sind aber Sache im Vier-Sterne-Hotel Katharinenhof – eine ideale Ergänzung also.

Auch Hoteldirektor Marc Lobert weiß die Vorteile der Verbundausbildung sehr zu schätzen: „Wir haben in der Vergangenheit mit verschiedenen Institutionen Partnerschaften im Bereich der Nachwuchsförderung gebildet und überwiegend sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Dabei sieht er die Unternehmen in Sachen Ausbildung in der Pflicht: „Ich denke, dass wir den jungen Menschen gegenüber eine Verpflichtung haben. Wir können nicht alle immer nur klagen, dass immer weniger junge Menschen den Weg in die Dienstleistungsberufe oder in das Handwerk finden und dann nicht alle Ressourcen nutzen.“

Verbundausbildung für zwei Flüchtlinge

Zurzeit absolvieren Saikou Diallo und Taimoor Hussein ihre Verbundausbildung zur Gastronomiefachkraft mit Schwerpunkt Küche in der Lindenbrauerei. „Saikou kam mit der Werkstatt Unna zu unserer syrischen Woche und half in der Küche mit. Da hat er wohl seine Berufung gefunden“, freut sich Regina Ranft. „Die Arbeit hier hat mir so gut gefallen, dass mir die Werkstatt geraten hat, Frau Ranft einfach nach einer Ausbildung zu fragen“, erinnert sich Saikou Diallo.

Nach einem Einstiegsqualifizierungsjahr für Geflüchtete absolviert der junge Guineer gemeinsam mit seinem pakistanischen Kollegen Taimoor jetzt bereits sein zweites Ausbildungsjahr und pendelt dabei im Rahmen seiner Verbundausbildung zwischen Lindenbrauerei und Hotel Katharinenhof. Davon abgesehen läuft die Ausbildung wie jede andere Ausbildung auch ab. Zur praktischen Ausbildung im Betrieb kommt die schulische Ausbildung an der Berufsschule dazu, es wird auch die allgemein übliche Ausbildungsvergütung gezahlt.

Das Arbeitsministerium NRW unterstützt Unternehmen mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds bei der Ausbildung im Verbundmodell. In kleinen und mittleren Unternehmen, die ohne den Ausbildungsverbund nicht ausbilden dürften, wird die Ausbildungsvergütung mit einmalig bis zu 4.500 Euro pro Ausbildungsplatz gefördert.

Verbundausbildung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kontakt

Mobil: +49 (170)  9 03 26 14

E-mail: info@emscherblog.de

Folgen Sie uns

Archiv