29-jähriger dealt mit Marihuana: vier Monate Haft zur Bewährung

Nach dem Hin­weis eines Zeugen wurde die Woh­nung des 29-jäh­rigen Holzwicke­ders S. am 5. Januar dieses Jahres von der Polizei durch­sucht. Dabei fanden die Beamten ins­ge­samt knapp 48 Gramm Mari­huana, eine Dose mit Klemm­ver­schluss­tüt­chen, zahl­reiche Beutel und eine Fein­waage – alles mit Anhaf­tungen von unzu­läs­sigen Betäu­bungs­mit­teln.

Heute nun hatte sich der Holzwickeder S. wegen des Ver­dachts auf Han­delns mit Mari­huana und anderen ver­bo­tenen Betäu­bungs­mit­teln vor dem Amts­ge­richt Unna zu ver­ant­worten. Den Tat­vor­wurf der Staats­an­wältin räumte der Ange­klagte, der arbeitslos ist und von Hartz IV lebt, auch über seinen Ver­tei­diger voll­um­fäng­lich ein. S. gab auch zu, selbst Drogen zu kon­su­mieren und zwar „etwa ein Gramm am Tag“, wie er erklärte. Zwi­schen­durch sei er schon mal ganz weg gewesen vom Mari­huana, doch dann auch wieder rück­fällig geworden.

Im Februar 2011 war der Holzwickeder schon einmal vom Amts­ge­richt Unna wegen des­selben Delikts in neun Fällen zu einer Bewäh­rungs­strafe von einem Jahr und drei Monaten ver­ur­teilt worden. Die Bewäh­rungs­zeit bis 2013 über­stand er ohne erneut straf­fällig geworden zu sein.

Keine Unterscheidung zwischen harten und weichen Drogen

Für den Ange­klagten spreche, so die Staats­an­wältin zur Begrün­dung ihres Straf­an­trags, dass S. voll geständig sei und wohl auch ein­sehe, dass er an sich arbeiten müsse, was seine Dro­gen­ab­hän­gig­keit angehe. Den­noch hielt die Anklage eine erneue Haft­strafe für ange­messen und for­derte vier Monate Haft zur Bewäh­rung aus­ge­setzt für den Holzwickeder. Außerdem sollte er 100 Sozi­al­stunden ablei­sten.

Der Ver­tei­diger von S. schloss sich diesem Antrag der Staats­an­wältin an. Er sei „mit Augenmaß“ gestellt, zumal sein Man­dant „nicht mit harten Drogen“ gehan­delt habe.

Sollte man Ihnen in der Dro­gen­be­ra­tung sagen, dass ein Joint nicht so schlimm ist – dann hören Sie bitte nicht darauf.“

Richter Chri­stian Johann zum Ange­klagten

Richter Chri­stian Johann ver­ur­teilte S. schließ­lich zu vier Monaten Haft, aus­ge­setzt auf drei Jahre zur Bewäh­rung. Außerdem muss der Holzwickeder binnen vier Monaten 100 Sozi­al­stunden ablei­sten und bekommt einen Bewäh­rungs­helfer bei­gestellt.

Aus­drück­lich wollte der Richter aber „keine Unter­schei­dung zwi­schen harten und wei­chen Drogen machen“, erklärte er in seiner Urteils­be­grün­dung. Denn auch die ver­meint­li­chen wei­chen Drogen wie Mari­huana oder Can­nabis ver­än­derten die Psyche gerade junger Men­schen und könnten Psy­chosen aus­lösen und andere nega­tive Aus­wir­kungen haben. „Das werden Sie ja sicher auch an sich selbst gemerkt haben, dass es Sie nicht gerade positiv ver­än­dert“, meinte der Richter an S. gewandt. „Sollte man Ihnen in der Dro­gen­be­ra­tung sagen, dass ein Joint nicht so schlimm ist – dann hören Sie nicht darauf“, gab der Richter dem Ange­klagten zum Abschied mit auf den Weg.

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