Paul-Gerhardt-Schule hofft auf Neubau für Betreuungskinder

Paul-Gerhardt-Schule

Die Raumsituation für die Betreuungskinder an der Paul-Gerhardt-Schule ist völlig unzureichend. Schulleiter Magnus Krämer hofft auf einen Neubau für die OGS. (Foto: Peter Gräber)

Der Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Städtepartnerschaften traf sich heute (5. Juli) zur Sitzung in der Paul-Gerhardt-Schule in Hengsen.

Nicht ohne Grund: Auf der Tagesordnung stand die Raumsituation der Offenen Ganztagsschule (OGS) in der kleinsten Grundschule der Gemeinde. Die Verwaltung und Schulleiter Magnus Krämer berichteten zur Situation an der Paul-Gerhardt-Schule. Dort herrschte zunächst nur eine geringe Nachfrage an dieser Betreuungsform. Daher wurden die Kinder ab dem Jahr 2004 zunächst an der Dudenrothschule mitbetreut. Eine eigenstände offene Ganztagsgrundschule wurde erst zum Schuljahr 2007/2008 an der Paul-Gerhardt-Schule eingeführt.

Trotz insgesamt rückläufiger Schülerzahlen ist der Betreuungsbedarf an den Grundschulen gestiegen, wie Magnus Krämer auch an einigen Zahlen deutlich machte:  So ist die Zahl der Schüler insgesamt an der Paul-Gerhardt-Schule von 116 Kindern im Jahr 2007/08 auf 103 Schüler im aktuellen Jahr 2016/17 gesunken. Die Zahl der in der OGS betreuten Kinder ist dagegen im selben Zeitraum von 4 auf 70 gestiegen.

Neben der Ganztagsbetreuung bieten alle Grundschulen zusätzlich eine Betreuung von 8 bis 1 an. In der Paul-Gerhardt-Schule wurden im Jahr 2007/08 insgesamt 31 Kinder in der OGS und von 8 bis 1 betreut, in diesem Jahr sind es aktuell 97 Kinder.

Schul- und Betreuungskinder teilen sich Räume

„Damit stoßen wir an unsere Grenze“, stellte Schulleiter Magnus Krämer fest.  Bei einer Rundgang mit den Ausschussmitgliedern durch die kleine Schule in Hengsen wurde die Problematik deutlich: Es gibt sechs Klassenräume für die kleine Schule und nur 1,5 Räume für die OGS. Das Esszimmer kann nur von maximal 30 Kindern gleichzeitig genutzt werden. Für die OGS stehen nur zwei kleine WC zur Verfügung und einige Räumlichkeiten müssen die Schule und die OGS gemeinsam nutzen.

Was der OGS dringend fehlt sind drei Gruppenräume, zwei Fachräume (z.B. zum Malen und Toben), ein Hausaufgaben-, ein Büro-, ein Sozial- und ein größerer Essraum sowie mehr Toiletten. Außerdem wäre eine größere Küche (Selbstkochküche) wünschenswert.

Für den Schulbetrieb fehlen ferner Kleingruppenräume zur Förderung der Kinder mit sozialpädagogischem Unterstützungsbedarf, ein Sozialraum für Integrationskinder, ein Besprechungsraum sowie Lagerräume, um das immer umfangreicher gewordene Material unterbringen zu können.

Abhilfe könnte geschaffen werden, wenn in zwei bis drei Jahren die Hausmeisterwohnung frei und umgenutzt wird.  Optimal wäre dagegen aus Sicht von Schulleiter Magnus Krämer, wenn der bereits in die Jahre gekommene Pavillon an der Schule abgerissen und durch einen einen Neubau für die OGS ersetzt wird, in dem auch die Mensa und eine große Küche untergebracht werden kann. Dadurch könnte auch wieder Raumkapazität für sechs Klassenräume im Schulgebäude gewonnen und auch das Lehrerzimmer wieder Klassenraum werden. In der ehemaligen Hausmeister-Wohnung könnten Verwaltungsräume, Lehrerzimmer und ein Sozialraum untergebracht und im Schulleiterraum ein bis zwei neue Förderräume geschaffen werden.

Dass Missverhältnis von Räumlichkeiten und Zahl der Kinder an der Paul-Gerhardt-Schule, so Ausschussvorsitzender Michael Klimziak, sei dem Ausschuss deutlich geworden. Und auch wenn die Dringlichkeit vielleicht in Hengsen am größten ist, gebe es auch an den drei anderen Grundschulen der Gemeinden Handlungsbedarf. Um zu klären, wie groß dieser ist, wollen die Fraktionen bei der nächsten Sitzung im September auch die anderen Grundschulen besichtigen. Danach soll in den Klausurberatungen geklärt werden, wo und in welchem Umfang in die Grundschulen investiert wird. Zu den Klausurberatungen soll die Verwaltung eine Prioritätenliste und Kostenvoranschläge präsentieren.

Dirk Wülfing verabschiedet sich vom Ausschuss

Abschied im Schulausschuss: Dirk Wülfing. (Foto: Peter Gräber)

Abschied im Schulausschuss: Dirk Wülfing. (Foto: Peter Gräber)

Gegen Ende der Sitzung verabschiedete sich auch der Leiter der Nordschule, Dirk Wülfing, von den Mitgliedern des Schulausschusses. Wie berichtet wird Wülfing nach sieben Jahren an der Nordschule nach Arnsberg in die Schulverwaltung (Personalrat) wechseln.  Für Wülfing wird nach den großen Ferien Adriane Hosang-Wiebelhaus die kommissarische Leitung der Nordschule übernehmen. Nach seinem Kenntnisstand, so Wülfing, bestehe seitens seiner kommisarischen Nachfolgerin durchaus Interesse auch längerfristig in Holzwickede „weiter zu machen“.

Dirk Wülfing bedankte sich bei allen im Ausschuss und der Schulverwaltung für die gute Zusammenarbeit in der Vergangenheit und betonte noch einmal, dass sein Wechsel nichts mit Defiziten oder Mängeln an seiner bisherigen Wirkungsstätte zu tun habe. „Es ist vielmehr so, dass meine Entscheidung, nach Arnsberg zu gehen, eine der schwersten in meinem beruflichen Leben überhaupt gewesen ist.“

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Dipl.-Journalist

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