Krummer Weg wird keine Spielstraße: Anliegern bleibt Kostenkeule erspart

Der Krumme Weg wird künftig nur noch in Blickrichtung mit Tempo 20 befahrbar sein. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.)

Der Krumme Weg wird künftig nur noch in Blickrichtung mit Tempo 20 befahrbar sein. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Noch ist das Baugebiet Krummer Weg gar nicht fertig, da ist der Streit um die verkehrliche Regelung schon entbrannt:  Im vorherigen Verkehrsausschuss hatte die Anlieger und solche, die es noch werden wollen, sich nicht mit der geplanten Tempo-20-Regelung zufrieden gezeigt. Sie forderten vehement auch noch die Einrichtung einer Spielstraße sowie Fahrbahneinbauten, da schon jetzt zu viele Raser unterwegs seien auf dem Krummer Weg. In der Verkehrsausschuss-Sitzung gestern sprach sich die Politik allerdings einstimmig gegen die Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone mit Fahrbahneinbauten aus.

Damit bleibt es bei dem bereits im November gefassten Beschluss, nachdem der Krumme Weg zukünftig nur noch als Einbahnstraße über die Natorper Straße (Zufahrt) bis zur Friedrich-Ebert-Straße (Ausfahrt) befahrbar sein und die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 20 (ohne bauliche Maßnahmen) begrenzt wird.

Für bauliche Maßnahme und eine verkehrsberuhigte Zone besteht nach Ansicht des Ausschusses keine Notwendigkeit: Der krumme Weg habe die Funktion einer Zufahrtstraße. Eine verkehrsberuhigte Zone gebe es bereits im inneren Bereich des Neubaugebietes.

Keine Raser – aber rd. 130 000 Euro Erschließungsbeitrag

Nach der vorigen Sitzung hatte das Straßenverkehrsamt außerdem in der Zeit vom 5. bis 11. Januar eine Woche lang rund um die Uhr eine sogenannte V85-Geschwindigkeitsmessung durchgeführt, um objektive Daten zu erhalten. Dabei wurde eine Geschwindigkeit von 29,2 km/h gemessen (75 Fahrzeuge täglich), obwohl dort derzeit noch Tempo 50 möglich wäre. Auch das Straßenverkehrsamt des Kreises sieht deshalb keinen Anlass für Maßnahmen.

Doch auch wenn  der Ausschuss anders entschieden hätte ist fraglich, ob es überhaupt zu der von den Anliegern gewünschten verkehrsberuhigten Zone mit baulichen Maßnahmen gekommen wäre. Denn was die Anliegern noch gar nicht wissen:  Sie hätten die Maßnahmen selbst bezahlen müssen. Die Verwaltung hatte Kosten von rund 142 000 Euro ermittelt. Davon wären 90 Prozent, also rd. 130 000 Euro)  als Erschließungsbeitrag auf die Anlieger umgelegt worden.  „Wir hätten da  gar keine andere Wahl gehabt und das machen müssen“, betont Frank Schwalbach von den Technischen Diensten der Gemeinde.

So gesehen, dürfte sich mancher Anlieger im Nachhinein freuen, dass der Kelch an ihm noch einmal vorüber gegangen ist.

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Dipl.-Journalist

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