Gemeinde unterstützt Projekt Stolpersteine zur Erinnerung an lokale NS-Opfer

Auch die Gemeinde Holzwickede will die Verlegung der „Stolpersteine“ für lokale Opfer des Nationalsozialismus unterstützen. (Foto:  wikipedia free art licence)

Endlich soll auch in der Emschergemeinde den Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden: Auf Antrag von Wilhelm Hochgräber und der Ortsgruppe Spurensuche der Volkshochschule wird sich die Gemeinde Holzwickede das Projekt „Stolpersteine“ unterstützen. Darauf verständigte sich der Ausschuss für Schule, Sport, Kultur, Kultur und Städtepartnerschaften einstimmig in seiner Sitzung heute (5. Juni) im Rathaus.

Wilhelm Hochgräber, der die Genehmigung zur Verlegung der Stolpersteine im Januar beantragte, stellte den Fraktionen im Ausschuss das Projekt vor:  Ins Leben gerufen wurde das Projekt schon 1992 von dem Kölner Künstler Gunter Demnig. In zahlreichen Städten ist inzwischen eine größere Anzahl seiner Stolpersteine verlegt worden.

Bei den Stolpersteinen handelt es sich um in Beton gegossene Gehwegsteine mit einer Messingplatte auf der Oberseite. Darauf werden vom Künstler Namen und Lebensdaten von Personen, die Opfer des Nationalsozialismus wurden, eingraviert. Die Steine sollen im öffentlichen Raum an Personen erinnern, die in der Gemeinde Holzwickede zwischen 1933 und 1945 gelebt haben und von den Nazis verfolgt und ermordet wurden.  AfSSKS

Die Recherchen, in die ausdrücklich auch die Schulen einbezogen werden sollen, sind noch nicht abgeschlossen. Doch nach den bisherigen Informationen der VHS-Gruppe Spurensuche gibt es in Holzwickede etwa sieben NS-Opfer, die für die Stolpersteine in Betracht kommen könnten.

Die Verlegung eines „Stolpersteines“ kostet 120 Euro, die ausdrücklich über Spenden zusammenkommen sollen, der Gemeinde entstehen keine Kosten durch das Projekt. Die Steine werden von dem Bildhauer Michael Friedrichs-Friedlaender aus Berlin in Handarbeit angefertigt.

In den an Holzwickede grenzenden Orten liegen Stolpersteine in Dortmund seit 2005, in Iserlohn und Schwerte seit 2006, in Unna seit 2007 und in Fröndenberg seit 2008. Auch in Holzwickedes Partnerstadt Colditz liegen Stolpersteine zum Gedenken NS-Verfolgte.

 

 

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Dipl.-Journalist

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