Fünf weitere Stolpersteine erinnern an Opfer der Nazi-Herrschaft in Holzwickede

Der Künstler Gunter Demnig wird am 7. Februar 2019 weitere fünf Stolpersteine verlegen, die an Opfer der NS-Herrschaft in Holzwickede erinnern.  (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de
Der Künstler Gunter Demnig wird am 7. Februar 2019 weitere fünf Stolpersteine verlegen, die an Opfer der NS-Herrschaft in Holzwickede erinnern. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de

In der Gemeinde Holzwickede werden weitere Stolpersteine verlegt. Der Verlegungstermin steht bereits fest: Wie Wilhelm Hochgräber, Leiter der VHS-Gruppe „Spurensuche“ mitteilt werden die nächsten Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demig am Donnerstag (7. Februar), um 13 Uhr verlegt.

Aufgrund der vorliegenden Informationen könnten die nächsten Stolpersteine erinnern an:

  • Karl Menne aus Hengsen (Behinderter, von den Nazis umgebracht);
  • Caroline Stoffel, geb. Pampus aus Hengsen/Altendorf (seelisch Kranke, umgebracht von den Nazis);
  • Karl Luicke (Behinderter, wenige Wochen nach Ende der Nazi-Herrschaft an den Folgen unmenschlicher Behandlung verstorben);
  • Alma Stern, geb. Steinweg (Jüdin/jüdischer Herkunft im KZ Sobibor umgebracht)
  • einen der ersten namentlich bekannten zwölf Holzwickeder, die 1933 im KZ Bergkamen-Schönhausen waren;

Die Verlegung der Stolpersteine wird aus Spenden finanziert. Bis Anfang des Monats sind insgesamt 2012,50 Euro Spendengelder eingegangen. Nach Abzug der ersten Verlegungsaktion im März befinden sich noch 1412,50 Euro auf dem Spendenkonto, so dass die Verlegung der nächsten fünf Stolpersteine bereits finanziert ist.

VHS-Gruppe „Spurensuche“ trifft sich 

Die Mitglieder der VHS-gruppe „Spurensuche“ treffen sich morgen (13. September), von 18.30 bis 20 Uhr in der Begegnungsstätte. Bei dem Treffen sollen auch die jüngsten Rechercheergebnisse der Mitglieder zum Konzentrationslager Bergkamen-Schönhausen besprochen werden, in dem laut einem Bericht des Hellweger Anzeigers vom 30. Mai 1933 geradezu paradiesische Zustände geherrscht haben sollen.

Danach lebten die Gefangenen dort in einem „schmucken Bauwerk, beschattet von Alleebäumen“, mit den Inhaftierten werde „menschlich verfahren“, die SA- und SS-Aufseher hätten „ein mitleidiges Herz“, ein „Gefangenenchor“ sorge für „frischen Männergesang“ und ein „Mandolinen- und Lautenspieler“ für weitere Abwechslung. Was die Nazis damals verharmlosend als „Schutzhaft“ bezeichneten, war in Wahrheit nichts anders als Quälerei in einem Konzentrationslager.

  • Termin: Donnerstag (13. September), 18.30 Uhr, Begegnungsstätte, Berliner Allee 16a
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Dipl.-Journalist

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