25-jähriger Asylbewerber wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes angeklagt

Wegen des sexu­ellen Miss­brauchs eines Kindes stand heute der 25-jäh­rige afgha­ni­sche Asyl­be­werber M. vor dem Amts­ge­richt in Unna.

Laut Anklage soll M. am 6. Sep­tember vorigen Jahres im Trep­pen­haus der Flücht­lings­un­ter­kunft an der Mas­sener Straße die unter 14 Jahre alte Tochter einer dort woh­nenden Flücht­lings­fa­milie von hinten umarmt und an ihre Brüste gegriffen haben. Erst nach mehr­ma­liger Auf­for­de­rungen des sich sträu­benden Mäd­chens soll er von ihr abge­lassen haben.

Der junge Afghane und auch die Familie des Mäd­chens kennen sich gut. Beide Par­teien waren in einem der Gebäude an der Mas­sener Straße unter­ge­bracht. Bis zu dem Vor­fall, so sagte der Ange­klagte aus, habe er zur Familie auch ein gutes Ver­hältnis gehabt. Es habe vorher nie Pro­bleme gegeben. Er kenne das Mäd­chen, ins­be­son­dere auch ihren Bruder sehr gut. Er habe sie und auch ihre Familie öfters besucht, sogar gemeinsam mit ihnen gegessen.

Vorwurf: Mädchen in Unterkunft begrapscht

Am besagten Tag habe er das Mäd­chen zusammen mit einem wei­teren Mäd­chen im Haus­flur ange­troffen. Er sei des­halb auf sie zuge­gangen und habe sie in die Wange gekniffen. Das sei freund­lich und als Spaß gemeint gewesen und in seinem Hei­mat­land so üblich. Unsitt­lich berührt habe er das Kind nicht, beteuert M..

Warum die Familie Anzeige gegen ihn erstat­tete, könne er sich nicht erklären, so der Ange­klagte. Er habe auch ver­sucht, nach der Anzeige mit der Familie zu reden. Doch die habe das abge­blockt. Beim Sozi­alamt der Gemeinde habe er darum gebeten, in eine andere Unter­kunft ver­legt zu werden, was inzwi­schen auch geschehen ist.

Beim Sozi­alamt der Gemeinde will der Ange­klagte erfahren haben, dass die Familie schon einmal einen Mit­be­wohner zu Unrecht beschul­digt habe, ihr Mäd­chen belä­stigt zu haben. Angeb­lich wolle die Familie so errei­chen, aus der Unter­kunft an der Mas­sener Straße ver­legt zu werden.

Im Ver­lauf der Ver­hand­lung stellte sich aller­dings heute heraus, dass dieser Mit­be­wohner, der angeb­lich zu Unrecht beschul­digt wurde, wohl nicht mehr auf­zu­treiben ist.

Alle Beteiligten kannten sich gut

Die geschä­digte Tochter der Familie sagt heute unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit aus. Anschlie­ßend trat auch ihre Mutter (36 J.) in den Zeu­gen­stand. Die Mutter bestä­tigte, dass es keine Pro­bleme mit dem Ange­klagten gegeben habe, solange er auf der­selben Etage gegen­über wohnte. Die habe es erst gegeben, als er eine Etage höher umge­zogen sei. Zuvor hätten ihre Kinder regel­mä­ßige Kon­takt zum Ange­klagten gehabt, auch Obst und Süßig­keiten getauscht. Kon­takt habe der Ange­klagte über­wie­gend zu ihrem Sohn gehabt, weniger zur Tochter, die nie allein mit M. geblieben sei.

Irgend­wann will die die Mutter mit­be­kommen haben, wie ein deut­sches Mäd­chen nach einem Kon­takt mit dem Ange­klagten plötz­lich sehr ver­än­dert und traurig reagiert habe. Das sei ihr merk­würdig vor­ge­kommen. Auch die Mutter fühlte sich schon durch den Ange­klagten in ein­deu­tiger Weise „pro­vo­ziert“ und habe des­halb den Kon­takt ihrer Familie zu M. unter­bunden.

Am Tattag sei ihre Tochter, wie vorher ver­ein­bart, auf dem Weg zu einer Nach­barin gewesen, da die Mutter erst etwas später von einem Termin nach Hause kommen konnte. Als die Mutter dann nach Hause kam, ver­traute sich die Tochter ihr an. Nach Rück­sprache mit einer Nach­barin, die sie um Rat fragte, erstatte die Mutter schließ­lich Anzeige bei der Polizei. Noch immer sei ihr Kind trau­ma­ti­siert, bestä­tigte die Mutter heute im Zeu­gen­stand. Seit dem Vor­fall braucht ihre Tochter immer eine Beglei­tung im Trep­pen­haus, weil sie allein Angst hat, die Treppe hin­unter zu gehen.

Beweisaufnahme noch nicht abgeschlossen

Auf Nach­frage von Rich­terin Viel­haber-Kart­haus, bestä­tigte die Mutter außerdem, dass die Familie tat­säch­lich auch schon einmal Pro­bleme mit einem anderen Mit­be­wohner hatte. Aller­dings sei es dabei nur um Lärm­be­lä­sti­gung gegangen. Auch habe dieser Mit­be­wohner einmal die Duschtür geöffnet, als ein Fami­li­en­mit­glied dort duschte. Dabei habe es sich jedoch um ein Ver­sehen gehan­delt, ist die Mutter über­zeugt. Denn das sei auch schon anderen Bewoh­nern pas­siert und ein all­ge­meines Pro­blem in der Unter­kunft. 

Zu einem Urteil gelangte das Gericht heute noch nicht. Bevor die Beweis­auf­nahme abge­schlossen werden kann, sollen noch einige Zeugen gehört werden: die Mit­ar­bei­terin des Sozi­al­amtes der Gemeinde, die Nach­barin, even­tuell das deut­sche Mäd­chen und ihre Mutter. Des­halb wurde die Ver­hand­lung ver­tagt. Neuer Ver­hand­lungs­termin ist der 3. Mai.

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