Verlässt die Gemeinde überraschend vorzeitig und wechselt zur Stadt Recklinghausen: Holzwickedes Klimaschutzbeauftragter Felix Sprenger. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Klimaschutzmanager verlässt Holzwickede vorzeitig: Felix Sprenger wechselt zur Stadt Recklinghausen

Verlässt die Gemeinde überraschend vorzeitig und wechselt zur Stadt Recklinghausen: Holzwickedes Klimaschutzbeauftragter Felix Sprenger.  (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Verlässt die Gemeinde überraschend vorzeitig und wechselt zur Stadt Recklinghausen: Holzwickedes Klimaschutzbeauftragter Felix Sprenger. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Der Klimaschutz soll weiter Priorität in der Gemeinde Holzwickede haben — doch der Klimaschutzmanager kehrt nach nur einem Jahr der Emscherquellgemeinde überraschend den Rücken. Felix Sprenger verlässt die Gemeinde zum 1. September. Da er noch Urlaubstage zu nehmen hat, wird Sprenger seinen Schreibtisch bereits nächste Woche endgültig räumen.

Dem 26-Jährigen ist wichtig zu betonen, dass er nicht etwa aus Frustration oder Unzufriedenheit zu seinem neuen Arbeitgeber in den Kreis Recklinghausen wechselt. „Auch wenn es vielleicht nicht so aussieht, aber die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, versichert Sprenger. „Ich war auch nicht auf der Suche, sondern bin eher zufällig auf die Stellenausschreibung gestoßen.“

Schon nächste Woche letzter Arbeitstag

Vor allem drei Gründe wären dann für seine Bewerbung auf die andere Stelle ausschlaggebend gewesen: Sein neues Aufgabengebiet wird nicht mehr das Klimaschutzmanagement sein, sondern die Klimaanpassung. „Da beschäftige ich mich mit Fragen, wie sich Kommunen vor Hitze oder Starkregenereignissen schützen können“, erläutert Sprenger. „Daran hatte schon im Studium großes Interesse.“ Als Klimaschutzmanager habe dagegen für ihn das Thema Photovoltaik im Fokus gestanden.

Zudem liege sein neuer Arbeitsplatz deutlich näher an seinem Wohnort Waltrop, mit dem er nach wie vor eng verbunden.

Schließlich wechsele er auf eine unbefristete Stelle, was ebenfalls ein wichtiger Faktor sei. „Möglicherweise wäre das in einigen Jahren auch hier in Holzwickede eine Option gewesen, aber eben nicht mit Sicherheit“, so Felix Sprenger.

„Es war manchmal nicht ganz leicht für mich, etwa beim Thema Mobilität. Aber die Zusammenarbeit mit den Kollegen und auch der Politik und den örtlichen Medien war wirklich sehr gut. Auf keinen Fall bin ich frustriert oder geflüchtet.“

– Felix Sprenger

Nach seiner Bewerbung wurde er zum Vorstellungsgespräch eingeladen und dann sei auch schon die Zusage gekommen. „Da wurde mir erst so richtig klar, was dieser sehr kurzfristige Wechsel bedeutet. Ich habe viele Gespräche privat geführt und auch hier mit einigen meiner Kollegen. Denn ich habe hier gerne gearbeitet“, betont Felix Sprenger. „Es war manchmal nicht ganz leicht für mich, etwa beim Thema Mobilität. Aber die Zusammenarbeit mit den Kollegen und auch der Politik und den örtlichen Medien war wirklich sehr gut. Auf keinen Fall bin ich frustriert oder geflüchtet.“

Der 26-Jährige kam im Juni vorigen Jahres als Klimaschutzmanager zur Gemeindeverwaltung. Vorgesehen war seine Arbeit noch ein weiteres Jahr — mit der Option auf drittes Jahr als Verlängerung. Die Stelle des Klimaschutzmanagers wird vom Bund zu 80 Prozent gefördert.

Schnelle Neubesetzung geplant

Die Verwaltungsspitze in Holzwickede bedauert die vorzeitige Kündigung Felix Sprengers sehr. „Allerdings wird die Umsetzung der laufenden Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes dadurch nicht beeinträchtigt“, betont Bürgermeisterin Ulrike Drossel. Lediglich der vom Klimaschutzbeauftragten ins Leben gerufene Klimabeirat werde vorübergehend ausgesetzt. Andererseits konnten auch schon mit Sprengers Hilfe wichtige Punkte auf der Agenda wie die klimafreundliche Strombeschaffung abgehakt werden.

„Wir arbeiten intensiv daran, die Stelle des Klimaschutzbeauftragten nachzubesetzen und möglichst kurzfristig auszuschreiben“, so Ulrike Drossel weiter. Wegen der Anschlussförderung kann die Stelle zunächst nur für 21 Monate ausgeschrieben werden, mit der Option auf eine Verlängerung. Mit viel Glück könnte die Neubesetzung noch dieses Jahr klappen. „Realistischer wird es aber wohl bis nächstes Jahr dauern“, ahnt die Bürgermeisterin.

Auch Fachbereichsleiter Uwe Nettlenbusch, in dessen Fachbereich IV der Klimaschutzbeauftragte angesiedelt ist, bedauert den vorzeitigen Abgang seines sehr wichtigen Mitarbeiters. „Wir verlieren Felix Sprenger nur ungern. Er ist mit seinem Fachwissen sehr gut aufgestellt. Wir würden uns wünschen, jemanden wie ihn wiederzufinden.“ In die gleich Kerbe schlägt auch Holzwickedes Bürgermeisterin: „Nachdem Felix Sprenger vor einem Jahr zu uns kam, war er sofort schnell und sehr gut im Kreis vernetzt. Es ist sehr schade, dass wir ihn jetzt verlieren.“

Klimaschutzmanager


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Comments (4)

  • Ich bedaure die Kündigung von Felix Sprenger. Seine Motivation und Fachkompetenz im Bereich des Klimaschutzes habe ich sehr geschätzt und er war ein echter Lichtblick für unsere Kommune. Ihn gleichwertig zu ersetzten wird nicht einfach. Herrn Sprenger wünsche ich eine erfolgreiche Zukunft.

  • Da kann ich mich nur anschließen. Er war immer ansprechbar, für Ideen aufgeschlossen, sehr sympathisch und kompetent. Er konnte seine Kompetenz auch vermitteln und ließ sich auch durch politische Widerständen nicht beeinflussen und zeigte Engagement mit Herz und Verstand für eine klimafreundliche Entwicklung für unsere Gemeinde. Er hinterläßt eine persönliche und zeitliche Lücke.. Ich wünsche ihm für seinen Lebensweg alles Gute.

  • Mit einem traurigen Gefühl liest sich dieser Artikel und es ist lobenswert das Herr Sprenger mit diesen positiven Worten Abschied nimmt/geht, aber so ganz kann ich all diesen Beweggründen nicht so richtig folgen.
    Sorry, aber meine Meinung
    Ich denke ein bisschen liegt es auch an unserer Politik

    Viele gute Dinge die zur Umsetzung von Herrn Sprengers Ideen zum Thema Umwelt und Klimaschutz entstanden sind, schleppen sich so dahin.
    Photovoltaikanlagen auf öffentliche Gebäude wurden gesucht und könnten schon lange umgesetzt werden oder neue Ansiedlung von Gewerbe dazu ins Boot holen.
    Dachbegrünung auf Haltestellen and more.
    Auch Ideen aus der Politik, wie Fahrradstellplätze die entstehen sollen, aber nicht umgesetzt werden usw.
    Vielleicht kleine Schritte, aber Schritte

    Auch der Klimarat hat nichts bewegt, außer lauter Freizeit die es gekostet hat, kam nichts bei rum.
    Die Politik bremst sich hier nicht nur sich gerade selber aus.

    Ich hoffe wir lernen aus dieser nicht so schönen Nachricht.

    Mit kleinen grünen Grüßen

    • Sie meinen, sein Abschied beruht vor allem auf die Erfolglosigkeit? – Kann ich verstehen. Ich habe mein aktives Engagement in Sachen Radverkehr auch deshalb eingestellt.

      Aber dass das Engagement woanders mehr gewürdigt wird, wage ich zu bezweifeln.

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