Riesen-Bärenklau richtig bekämpfen: Hautkontakt unbedingt vermeiden

Bis zu vier Meter groß: der Rie­sen-Bären­klau, auch Her­ku­les­stau­de genannt, hier an den Ufern der Ruhr. (Foto: H. Knüwer – Kreis Unna)

Im Kreis Unna hat sich der Rie­sen-Bären­klau in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stark ver­brei­tet. Der gif­ti­ge Saft der Pflan­ze, die auch Her­ku­les­stau­de genannt wird, führt bei Berüh­rung häu­fig zu star­ken Ver­bren­nun­gen der Haut, warnt der Fach­be­reich Natur und Umwelt des Krei­ses Unna.

Nicht nur wegen der Gefahr, die von der bis zu vier Meter hohen Stau­de aus­geht, soll­te eine wei­te­re Aus­brei­tung ver­hin­dert wer­den. Der ursprüng­lich aus dem Kau­ka­sus stam­men­de Rie­sen-Bären­klau ver­drängt auch hei­mi­sche Tier- und Pflan­zen­ar­ten. Die zu den Korb­blüt­lern gehö­ri­ge Stau­de wur­de im 19. Jahr­hun­dert nach Deutsch­land gebracht, weil sie außer­or­dent­lich groß ist und sich sowohl als deko­ra­ti­ve Zier­pflan­ze als auch als Bie­nen­wei­de eig­net.

 

Pflanze ist sehr vermehrungsfreudig

Die Pflan­ze ist sehr ver­meh­rungs­freu­dig: Eine ein­zi­ge Stau­de kann bis zu 100.000 Samen in die Umge­bung streu­en. Die Keim­fä­hig­keit geht erst nach rund sie­ben Jah­ren ver­lo­ren.

Ohne geziel­te Bekämp­fung kann die Ver­brei­tung nicht ver­hin­dert wer­den, beto­nen die Fach­leu­te des Krei­ses. Maß­nah­men sind ins­be­son­de­re an kri­ti­schen Stel­len, wie bei­spiels­wei­se im Bereich von Kin­der­gär­ten oder Spiel­plät­zen, erfor­der­lich. Chri­sti­an Maka­la: „Ansprech­part­ner sind in die­sem Fall die Ord­nungs­äm­ter der Städ­te und Gemein­den.“

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Die Samen­stän­de des Rie­sen-Bären­klaus, auch Her­ku­les­stau­de genannt. (Foto: H. Knüwer – Kreis Unna)

Auch pri­va­te Gar­ten­be­sit­zer sind gefor­dert, die Pflan­ze aus ihren Gär­ten zu ver­ban­nen, statt sie zu hegen und zu pfle­gen, appel­liert der Kreis: „Eine che­mi­sche Bekämp­fung soll­te unter­blei­ben, da die­se nur mit ent­spre­chen­der Sach­kun­de durch­ge­führt wer­den darf“, unter­streicht Maka­la. Die mecha­ni­sche Bekämp­fung (z.B. tie­fes Aus­gra­ben der Stau­de) soll­te mög­lichst nicht bei son­ni­gem Wet­ter und mög­lichst mit Hand­schu­hen und voll­stän­di­ger Kör­per­be­klei­dung durch­ge­führt wer­den. Emp­feh­lens­wert sind säu­re­fe­ste Hand­schu­he und Gum­mi- oder feste Regen­klei­dung mit Stie­feln. „Dabei ist das Aus­sa­men unbe­dingt zu ver­hin­dern, indem die Blü­ten­stän­de ent­fernt wer­den“, rät Maka­la. Da die Pflan­zen schnell Not­blü­ten ent­wickeln, müs­sen die Blü­ten­stän­de unter Umstän­den mehr­fach ent­fernt wer­den.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es in einer Bro­schü­re auf der Inter­net­sei­te des Lan­des­am­tes für Natur, Umwelt und Ver­brau­cher­schutz unter www.lanuv.nrw.de (Such­be­griff: Rie­sen-Bären­klau) und beim Fach­be­reich Natur und Umwelt des Krei­ses. Ansprech­part­ner ist Her­mann Knüwer, T. 0 23 03 / 27 21 70. (PK | PKU)

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