Gelungene Umstellung bei Müllabfuhr: Guter Service, weniger Kosten für die Bürger

Freude über die gelungene Umstellung bei der Müllabfuhr, v.l.: Mitarbeiter Tobias Gmach, Benedikt Stapper, Vorstand der GWA Kommunal AöR, Kämmerer Rudi Grümme, Mitarbeiter Peter Reimer (hinten), Bürgermeisterin Ulrike Drossel, Bönener Fachbereichsleiter Robert Eisler, Betriebsleiter Thomas Baader, Bönens Bürgermeister Stephan Rotering und Mitarbeiter Sigfried Nischke. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Die Bürger haben es kaum mitbekommen, dass die Gemeinde nun die Müllabfuhr in die eigenen Hände genommen hat – und doch zahlt sich das bereits bei den Kosten aus.

Hintergrund: Ende des vorigen Jahres haben sich die Gemeinden Bönen und Holzwickede mit dem Kreis Unna und der Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft (GWA) zur interkommunalen Zusammenarbeit bei der Müllabfuhr entschlossen und das neue Kommunalunternehmen GWA Kommunal AöR gegründet. Ziel des neuen Unternehmens ist es, die Müllabfuhr gemeinsam zu betreiben und bei gleichem Service die Sammelkosten zu senken.

Bei dem neuen Unternehmen handelt es sich um eine Anstalt öffentlichen Rechts. Diese Rechtsform wurde aus steuerlichen Gründen gewählt, wie Benedikt Stapper, Vorstand der GWA Kommunal AöR heute im Holzwickeder Rathaus erläuterte.

Für die Holzwickeder und Bönener Bürger ändert sich am Service und an den Sammelsystemen qualitativ nichts. Beide Kommunen entscheiden nach der Umstellung weiterhin selbst über die vor Ort angebotenen Dienstleistungen. Finanziell werden die Bürger durch die Zusammenarbeit allerdings entlastet, da sich eine Kostenersparnis von rund zehn Prozent der Sammelkosten ergibt, die die jeweiligen Kommunen bereits in ihre Gebührenkalkulationen für 2017 einpreisen konnten.

Bei gleichbleibend gutem Service dürften die wenigsten Bürger mitbekommen haben, dass die GWA Kommunal bereits seit Jahresbeginn ihren Betrieb aufgenommen hat. Mit elf Mitarbeitern und sechs eigenen Sammelfahrzeugen hat sie seit Montag voriger Woche einen reibungslosen Start hingeklegt. „Umstellungsprobleme hat es bei uns in der Gemeinde nicht gegeben“, bestätigt Kämmerer Rudi Grümme. „Es wird ja sogar noch der gleiche Fahrer eingesetzt.“ Eine größere technische Umstellung steht in Bönen noch bevor, wo in den nächsten Wochen auf Sammelfahrzeuge umgestellt werden soll, die Mülltonnen wie in Holzwickede schon länger von der Seite leeren.

Über die gelungene Betriebsaufnahme freuten sich heute gemeinsam im Rathaus Holzwickedes Bürgermeisterin Ulrike Drossel und Kämmerer Rudi Grümme, Bönens Bürgermeister Stephan Rotering und sein Fachbereichsleiter Robert Eisler sowie Benedikt Stapper, Vorstand der GWA Kommunal AöR, Betriebsleiter Thomas Baader sowie die Mitarbeiter Peter Reimer, Tobias Gmach und Sigfried Nischke.

Interkommunale Zusammenarbeit als Vorbild für Nachbarn

„Wir hoffen natürlich, Vorreiter und Vorbild für noch weitere Kommunen zu sein“, erklärte Bürgermeisterin Ulrike Drossel. Denn wenn noch mehr Kommunen sich der Kooperation anschließen, seien noch weitere Kostenvorteile zu erwarten, wie Benedikt Stapper betont. „Das Besondere ist ja hier, dass sich zwei Kommunen zusammengetan und eine eigene Lösung gefunden haben und selbst in die Abfallsammlung eingestiegen sind.“  Jede Kommune zahlt weiter nur ihre vor Ort anfallenden Kosten. Irgendwelche Quersubventionierungen gibt es nicht, versichert der GWA-Vorstand.

Aber nicht nur finanzielle Vorteile bietet die Zusammenarbeit. „Wir haben beispielsweise auch schon festgestellt, dass wir in Bönen bei etwa gleicher Größe deutlich mehr 60-Liter-Tonnen im Einsatz haben als hier in Holzwickede“, so Bönens Bürgermeister Stephan Rotering. Neben solchen strukturellen Anpassungen sind auch die Einwirkungsmöglichkeiten der beiden Kommunen unmittelbarer als bei privaten Entsorgern. „Wenn mal eine Tonne stehen bleibt, reicht ein Anruf und wir kommen sofort“, verspricht Benedikt Stapper.

Eigentlich brauchen wir diese Sammelstellen gar nicht mehr, nachdem wir die blauen Tonnen eingeführt haben. Bequemer können die Bürger die Papierentsorgung gar nicht haben.“

Rudi Grümme, Holzwickedes Kämmerer

Über die GWA Kommunal werden in Holzwickede die grauen und blauen Gefäße sowie die Biotonnen entsorgt. Beim Verpackungsmüll (gelbe Tonnen) ist die Gemeinde noch drei Jahre an Remondis gebunden. Erst dann kann ein neuer Vertrag ausgeschrieben werden.

Eine besondere „Baustelle“ sieht Holzwickedes Kämmerer Rudi Grümme bei den letzten drei verbliebenen Papiercontainer-Sammelstellen. „Das ist ein Riesenkostenfaktor“, betont Grümme. „Eigentlich brauchen wir diese Sammelstellen gar nicht mehr, nachdem wir die blauen Tonnen eingeführt haben. Bequemer können die Bürger die Papierentsorgung gar nicht haben.“ Deshalb drängt Grümme auf eine möglich baldige Abschaffung oder zumindest Reduzierung der drei Sammelstellen.

Für die Bürger will das neue Unternehmen GWA Kommunal immer gut erreichbar sein. Unter Tel. 0 800 400 1 400 stehen Ansprechpartner montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr gerne zur Verfügung.

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Dipl.-Journalist

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