Ziel: Bis Ende 2022 Glasfaserverfügbarkeit in Schulen und Gewerbegebieten des Kreises

Der Kreis Unna setzt auf den Ausbau des Glasfasernetzes und will bis Ende 2025 flächenmdeckend ein konvergentes Gigabitnetz verfügbar haben. (Foto: CC0 Creative Commons)

Der Kreis Unna setzt auf den Ausbau des Glasfasernetzes: Bis Ende 2025 sollen flächendeckend konvergente Gigabitnetze  verfügbar sein. (Foto: CC0 Creative Commons)

Im Kreis Unna sollen bis zum Jahr 2025 flächendeckend konvergente (übereinstimmende) Gigabitnetze verfügbar sein. Dieses Ziel formulierten Landrat Michael Makiolla als Verwaltungschef und Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Unna (WFG) heute in einem gemeinsamen Pressegespräch mit WFG-Geschäftsführer Dr. Michael Dannebohm und dem Gigabitkoordinator Kreis Unna, Friedhelm Bosse-Wyczisk.

„Schnelles Internet gewinnt in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung vor allem auch für Unternehmen und Schulen immer mehr an Bedeutung und ist zu einem der wichtigsten Standortfaktoren geworden. Bis Ende 2022 sollen deshalb alle Schulen im Kreis über einen Glasfaseranschluss verfügen. In den Gewerbegebieten der zehn kreisangehörigen Kommunen streben wir bis 2020 Glasfaserverfügbarkeit an“, nannte Makiolla weitere Ausbauziele.  Insgesamt werden dafür Fördermittel in Höhe von 162,7 Millionen Euro benötigt.

Keine zu ehrgeizigen Ziele, wenn man bedenkt, dass im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung ab diesem Zeitpunkt der Rechtsanspruch auf einen Glasfaseranschluss für jeden Bundesbürger vorgesehen ist.

162,7 Mio. Euro Fördermittel nötig

Friedhelm Bosse-Wyczisk hat die Arbeit als Breitbandkoordinator aufgenommen. Foto: WFG (Ute Heinze)

Gigabitkoordinator für den Kreis Unna: Friedhelm Bosse-Wyczisk. (Foto: Ute Heinze – WFG)

Seit gut einem Jahr kümmert sich der Friedhelm Bosse-Wyczisk als Gigabitkoordinator bei der WFG um die Analyse, Planung und Vernetzung der Breitbandaktivitäten in den zehn Kommunen des Kreises. Seine Hauptaufgaben, sieht der Breitbandkoordinator darin, die Kommunen dabei zu unterstützen, sich in den äußerst komplexen unterschiedlichen Zuständigkeiten, Finanzierungen und Verantwortlichkeiten zurecht zu finden und bei der Antragstellung für Fördermittel behilflich zu sein. Aber auch für Gewerbetreibende oder Privatleute ist Bosse-Wyczisk erster Ansprechpartner in Sachen Breitbandausbau.

Die Fördermittel sind für die Kommunen überall dort wichtig, „wo es eigenwirtschaftliche Lösungen im Kreis Unna nicht geben wird“, wie Landrat Michael Makiolla betont. Beim Breitband- bzw. Glasfaserausbau sind die Kommunen im Kreis deshalb auf die Förderung durch Bund und Land angewiesen. In enger Abstimmung mit den Kommunen ist es bisher gelungen, Fördermittel von Bund und Land in Höhe von 28,7 Millionen Euro einzuwerben.

Keine eigenwirtschaftlichen Lösungen

Damit, so Bosse-Wyczisk, konnte der Kreis Unna in Sachen Breitband bereits gut aufgestellt werden und mit den bis 2019 geplanten Ausbauaktivitäten wird der Kreis noch einmal erheblich zulegen. Bezogen auf die verfügbaren Bandbreiten und die Zahl der Haushalte/Unternehmen ist der Kreis Unna leicht über dem Landesdurchschnitt NRW gut versorgt. Wobei sich die Verfügbarkeit stets nur auf den Übergabepunkt vor der letzten Meile und nicht auf den Hausanschluss bezieht. Die Gemeinde Holzwickede ist dabei vergleichsweise am besten von allen Kommunen im Kreis Unna mit schnellem Internet versorgt ist (s. unten stehende Tabelle). Dennoch wird auch der Breitbandausbau in Holzwickede derzeit mit 1,438 Millionen Euro gefördert: Denn auch ind er Emschergemeinde gibt es noch weiße Flecken im Breitbandnetz: im Eco Port und in den Bergdörfern.

Zudem gab der Gigabitkoordinator in dem Gespräch heute einen Überblick über den Versorgungsstand in den einzelnen Städten und Gemeinden sowie über die Verfügbarkeit mit schnellem Internet in den Gewerbegebieten des Kreises Unna.

Deutlich wurde in dem Gespräch heute auch, dass fehlende Bandbreite auf Seiten der Haushalte und Unternehmen nicht die vermutete große Rolle spielt. Bosse-Wyczisk beziffert die Zahl der Beschwerden über zu geringe Bandbreite bzw. Leistung sich im gesamten Vorjahr sich auf „weniger als Ziffer zehn“ belaufen hat.  Vielmehr sei das zukunftssichere schnelle Internet nicht zum Schnäppchenpreis von 19,90 Euro im Monat zu haben und darauf müssten sich die Privathaushalte bzw. Unternehmen einstellen.

Glasfaser zukunftsfähigste Lösung

„Wir streben vor allem den Ausbau mit Glasfaser an. Denn über Glasfaserleitungen lassen sich Geschwindigkeiten von mehr als 10 Gbit/s (1000 Mbit/s) übertragen. Wir sind davon überzeugt, dass Glasfaser die zukunftsfähigste Breitbandlösung ist und eine Investition in kommende Generationen“, so Bosse-Wyczisk.

Der Ausbau des schnellen Internets bietet aber nicht nur große Chancen, sondern stellt auch eine besondere Herausforderung im Kreis Unna dar. So vergehen zwischen der Bewilligung des Förderantrages und der Inbetriebnahme der Netze oftmals mehrere Jahre. Auch die Brückentechnologie des Vectorings, verhindert einen konsequenten Glasfaser-Ausbau. Knappe Tiefbaukapazitäten und steigende Preise sowie die geringe Nachfrage nach hochwertigen Glasfaseranschlüssen tragen zudem dazu bei, dass der Ausbau nur langsam vorangeht und sehr viel Geld kostet, so der Breitbandkoordinator abschließend.

Diese Tabelle zeigt den aktuellen Versorgungsstand im Kreis Unna mit seinen zehn Kommunen. (Tabelle: WFG)

Diese Tabelle zeigt den aktuellen Versorgungsstand im Kreis Unna mit seinen zehn Kommunen. (Tabelle: WFG)

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Dipl.-Journalist

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