Wertstoffhof ab morgen wieder geöffnet: Normale Zeiten, aber Einlasskontrollen

Der Wertstoffhof in Holzwickede ist ab morgen (27. März) wieder zu normalen Öffnungszeiten geöffnet. Es gibt allerdings Einlasskontrollen, weshalb mit Wartezeiten zu rechnen ist. (Foto: GWA Kreis Unna)
Der Wertstoffhof  in Holzwickede ist ab morgen (27. März) wieder zu normalen Öffnungszeiten geöffnet. Es gibt allerdings Einlasskontrollen, weshalb mit Wartezeiten zu rechnen ist. (Foto: GWA Kreis Unna)
Der Wertstoffhof in Holzwickede ist ab morgen (27. März) wieder zu normalen Öffnungszeiten geöffnet. Es gibt allerdings Einlasskontrollen, weshalb mit Wartezeiten zu rechnen ist. (Foto: GWA Kreis Unna)

Der Wertstoffhof in Holzwickede ist ab morgen wieder zu den gewohnte Zeiten geöffnet. Das teilte die Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft (GWA) des Kreises Unna heute (26. März) mit. Vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Corona-Virus hatten die Städte und Gemeinden im Kreis Unna zum Schutz der Kunden und eigenen Mitarbeiter sowie der Aufrechterhaltung der Müllabfuhr als Kernaufgabe der Kreisabfallwirtschaft ihre Wertstoffhöfe und anderen Entsorgungsstandorte für Anlieferungen durch private Haushalte in der vergangenen Woche geschlossen. Diese Entscheidung war von vielen Bürgern kritisiert worden. Denn gerade jetzt müssen viele vor allem Grün- und Strauchschnitt entsorgen. Vor allem dafür werden die Wertstoffhöfe nun vorrangig und „unter kontrollierten Bedingungen“ wieder geöffnet, so GWA-Sprecher Andreas Hellmich.

Wie der GWA-Sprecher im Gespräch mit dem Emscherblog erläuterte, sei die Wiederöffnung der Wertstoffhöfe keineswegs Ausdruck der öffentlichen Kritik an der Schließung. „Wir wollten die Sammelstellen ohnehin wieder zu öffnen. Allerdings haben wir einfach ein paar Tage Zeit gebraucht, um das Ganze zu einem vertretbaren Risiko sowohl für unsere Mitarbeiter wie auch für die Kunden zu organisieren.“

Müllabfuhr hat oberste Priorität

Was der GWA-Sprecher damit meint: Die GWA ist in der Vorwoche etwas von der Entwicklung überrollt worden, als die beiden Sammelstellen in Selm und Lünen ohne Absprache geschlossen wurden. „Das hat ziemlichen Druck erzeugt und die übrigen Sammelstellen im Nordkreis wurden daraufhin überlaufen.“ Das galt insbesondere für das Wertstoffzentrum Lünen (Brückenkamp), das jedoch als Umladestation für die Mülllabfuhr unverzichtbar ist.

„Hätte sich auch nur ein Mitarbeiter infiziert, hätten alle in Quarantäne gemusst. Dann wäre die ganze Müllabfuhr zusammengebrochen.“

– Andreas Hellmich (GWA-Sprecher)

„Es war nicht auszuschließen, dass sich unser Personal dort infiziert“, so Andreas Hellmich. „Hätte sich auch nur ein Mitarbeiter infiziert, hätten alle in Quarantäne gemusst. Dann wäre die ganze Müllabfuhr zusammengebrochen. Deshalb mussten wir schnell reagieren und uns etwas überlegen. Das war aber in wenigen Stunden nicht möglich. Darum haben wir entschieden, dass die Müllabfuhr oberste Priorität hat und die Wertstoffhöfe vorübergehend geschlossen.“

Nun, eine Woche später, haben die Verantwortlichen eine Regelung gefunden, die ein „vertretbares Risiko für unser Personal und Kunden darstellt“. Vorausgesetzt, dass sich die Kunden am Wertstoffhof daran halten. Wenn der Wertstoffhof morgen öffnet, sind Einlasskontrollen vorgesehen, weshalb es zu Wartezeiten kommen wird.

Abgabe unter „kontrollierten Bedingungen“

Vorgesehen ist ab morgen folgendes Verfahren am Wertstoffhof in Holzwickede:

  • Angenommen werden vorrangig Grün- und Strauchschnitt. Es gibt keine Schadstoffannahme.
  • Die Anzahl der Kunden, die auf den Hof dürfen, ist auf maximal fünf Fahrzeuge (mit Hänger vielleicht auch nur vier) begrenzt.
  • Die Kunden sollen in der Wartezeit möglichst im Auto sitzen bleiben und nicht aussteigen.
  • Der Personalausweis und die Berechtigungskarte (soweit erforderlich lt. Abfallkalender) sind auf Aufforderung vorzuzeigen.
  • Beim Einfahren auf den Wertstoffhof erfolgt zunächst noch keine Kontrolle der Abfälle.
  • Die Kunden sollen im Auto bis zur Kasse vorfahren und dort angeben, was sie anliefern wollen.
  • Der Mitarbeiter dort kassiert dann durch das Fenster, geschützt durch eine Plexiglasscheibe, den fälligen Betrag.  „Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass die Leute möglichst bargeldlos, im Idealfall sogar kontaktlos, bezahlen“, meint Andreas Hellmich.

Der GWA-Sprecher appelliert außerdem an die Vernunft der Menschen: „Es sollten möglichst nicht alle gleich am ersten oder zweiten Tag nach Wiedereröffnung kommen. Wir planen den Wertstoffhof dauerhaft offen zu halten und wollen nicht gleich wieder schließen.“ Allerdings behält sich die GWA vor, je nach aktueller Entwicklung, ihre Annahmestellen auch wieder teilweise oder ganz zu schließen.

GWA-Wertstoffhof


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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