Vorbereitungen fast abgeschlossen: Grüne Oase und Neuerungen wecken Vorfreude auf Badesaison

Die hässlichen Bauzäune um das Nichtschwimmerbecken sind weg: Carsten Prünte, Leiter des Bäderbetriebs (li.) und seine Mitarbeiter haben in Eigenarbeit Hochbeete in dem Becken angelegt und bepflanzt. Das Bäderpersonal hofft, dass auch Badegäste später noch etwas in den Beeten pflanzen werden. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Die Vorbereitungen zum Saisonstart im Freibad Schöne Flöte sind zwar noch nicht ganz abgeschlossen. Doch sollte die Öffnung des Freibades erlaubt werden und das Wetter mitspielen, wäre der Start in die Freibadsaison in wenigen Tagen möglich. Für diesen Fall dürfen sich die Holzwickede auf einige echte Neuerungen in ihrem Freibad freuen.

Noch ist nach der Corona-Erlasslage eine Öffnung des Bades in weite Ferne gerückt. Deshalb ist auch die Saisonvorbereitung nicht ganz einfach, wie Betriebsleiter Stefan Petersmann erläutert: „Wir wissen ja nicht, auf welchen Termin wir hinarbeiten. Die Saisonvorbereitung für ein Bad in der Größenordnung der Schönen Flöte ist nicht in zwei Wochen zu erledigen, die braucht schon so gut sechs Wochen.“

Kaum Reparaturen erforderlich

Allein das Leerlaufen des großen Schwimmerbeckens dauert fünf Tage und ist zudem witterungsabhängig. „Bei Regen würden die Pumpstation an der Wasserstraße das gar nicht schaffen“, meint Petersmann. Doch es gibt auch noch viele andere Faktoren, die eine Rolle spielen. Vor zwei Jahren etwa hatte das Personal mit besonders aggressiven Graualgen zu kämpfen und allein für die Reinigung des Schwimmerbeckens eineinhalb Wochen benötigt.

Erst wenn das Wasser, das über Winter in den Becken stand, abgelassen ist, werden auch etwaige Fliesenschäden sichtbar. „Davon sind wir aber in diesem Jahr verschont geblieben“, bestätigt Petersmann. Wenn die Fliesenschäden repariert bzw. die Becken gestrichen und wieder mit Wasser befüllt sind, kann die Bädertechnik in Betrieb genommen werden. „Dann zeigt sich auch erst, welche Pumpe nicht mehr läuft, welcher Stutzen undicht oder welche Technik nicht funktioniert“, so der Betriebsleiter weiter. „Bei uns war dieses Jahr alles in Ordnung. Wir haben auch erst vor zwei Jahren grundsaniert. Das spielt uns jetzt in die Karten.“

Im Freibad Schöne Flöte sind das Aktions- und auch das große Schwimmerbecken inzwischen wieder befüllt. „Wir sind jetzt in einem guten Stand by“, versichert Stefan Petersmann. Vor der Öffnung des Bades müsste allerdings das Wasser noch chemisch aufbereitet werden.

Warmes Wasser auch im Schwimmerbecken

Die Saisonvorbereitungen im Freibad Schöne Flöte sind weitgehend abgeschlossen.  Markus Rohloff und seine Kollegen müssen nur noch letzte Hand anlegen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die Saisonvorbereitungen im Freibad Schöne Flöte sind weitgehend abgeschlossen. Markus Rohloff und seine Kollegen müssen nur noch letzte Hand anlegen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Erstmals soll auch das Wasser im großen Schwimmerbecken angewärmt werden für die neue Saison – auf eine Temperatur, wie sie sonst im gesperrten Nichtschwimmerbecken herrschte. „Die Aufträge dazu sind raus“, bestätigt Petersmann. Derzeit gebe es extreme Lieferzeiten. Doch in drei Wochen, davon geht der Bäderchef aus, müsste dass das große Becken betriebsbereit sein. „Möglicherweise müssen wir dafür vorher noch einmal das Wasser ein paar Fliesen hoch ablassen“, so Petersmann. „Kostenmäßig fällt das nicht groß ins Gewicht, da wir das Becken mit Brunnenwasser auffüllen.“

Als weitere Neuerung erwartet die Badegäste in der Schönen Flöte eine „grüne Oase“ im gesperrten Nichtschwimmerbecken. Ursprünglich gab es mal die Idee, ein paar Sportgeräte in das Becken zu stellen. „Die Bauzäune sollten verschwinden und die Übergangslösung für eine Saison sollte den Charakter des Freibades aufnehmen“, erläutert Petersmann die ersten Überlegungen. Doch so einfach war die Sache nicht. „Wir hätten den Boden des Beckens absanden müssen. Dafür wären mindestens zehn Lkw Sand nötig gewesen.“  Mit einem Lkw ist das Nichtschwimmerbecken nicht zu erreichen. Den Sand mit Schubkarren heranzukarren und nach der Saison auch wieder abzuholen sei „nicht darstellbar“ und „viel zu teuer“ gewesen. Auch mit einem Bühnenbauer nahm der Bäderchef Kontakt auf. Doch eine Bühne im Becken hätte „einen fünfstelligen Betrag im mittleren Bereich“ gekostet, wäre „noch viel teurer“ geworden.

„Unser Ziel ist es, den Eingang ins Bad insgesamt zu beschleunigen. Wir haben aus den Erfahrungen des Vorjahres gelernt.“

– Stefan Petersmann (Betriebsleiter)

Schließlich hatte einer der Schwimmmeister die Idee zur „grünen Oase“, wie die Hochbeete im Becken intern genannt werden: In Eigenarbeit wurden aus Euro-Paletten mehrere Hochbeete ins Becken gebaut und mit Blumenerde gefüllt. Ein paar Pflanzen sind auch schon gesetzt. „Wir wollen aber nicht alle Beete bepflanzen. Es wäre schön, wenn auch Badegäste Patenschaften für Pflanzbeete übernähmen“, sagt Petersmann. Wenn erst ein Öffnungstermin in Sicht ist, will der Bäderchef auch Kita und Grundschulen ansprechen und ihnen anbieten, mit den Kindern weitere Hochbeete zu bepflanzen.

Auch ein Vorteil der grünen Oase: Die Euro-Paletten und auch die Blumenerde sind wiederverwendbar, wenn das Nichtschwimmerbecken nach der Saison mit einem Edelstahlbecken saniert wird.

Kleiner Sportpark lädt zum kostenlosem Training

Die Idee eines Sportparks wurde allerdings nicht ganz aufgegeben. „Wir haben überlegt, wie wir so etwas trotzdem noch hinbekommen und auch Fit ‚n‘ well etwas stärken können.“ Und so erwartet die Badegäste schließlich auch noch eine dritte Premiere beim Saisonstart: Gemeinsam mit den Pächtern von Fit ‚n‘ well ist die halbrunde Wiese vor dem Kiosk und Aktionsbecken mit einigen Palmen abgegrenzt worden. Auf der Fläche dahinter wird ein kleiner Trainingspark gebaut, Darauf werden ein Trainingsgerüst und -geräte aufgestellt, die Bankdrücken, Schulterpresse, Rudern und einiges mehr ermöglichen.

„Die Trainingsgeräte können von den Badegästen innerhalb der normalen Öffnungszeiten umsonst genutzt werden“, kündigt Petersmann an. Fit ‚n‘ well-Mitglieder können die Geräte draußen auch außerhalb der Öffnungszeiten des Bades nutzen.

Die vielleicht auffälligste Neuerung für Badegäste dürfte aber der beschleunigte Einlass ins Freibad sein. Wie Stefan Petersmann erläutert, sei das Kassensystem in der Schönen Flöte überaltert gewesen und erneuert worden. Zur neuen Saison werden Badegäste auch kontaktlos zahlen und sogar ihren Eintritt vorab online buchen und bezahlen können. „Wir haben aus den Erfahrungen der vergangenen Saison gelernt und wollen den Badegästen alle Möglichkeiten zur Bezahlung bieten“, sagt der Bäderchef.

Neues Kassensystem, Onlinbe-Buchung und Zeitfenster

Unter den gleichen coronabedingten Voraussetzungenb wie in der vorigen Saison, können Badegäste sich dann auch bequem von zu Hause aus in verschiedene Zeitfenster einbuchen, ohne sich stundenlang vor der Kasse anstellen zu müssen. Das System der unterschiedlichen Zeitfenster habe sich im Vorjahr „in anderen Freibädern super gut bewährt“ und soll den Besucherandrang in Spitzenzeiten entzerren. „Bei einer Online-Buchung haben sich auch die Eintragungen in die Listen zur Kontaktverfolgung erledigt“, nennt Petersmann einen weiteren Vorteil. „Unser Ziel ist es, den Eingang ins Bad insgesamt zu beschleunigen. Wir haben aus den Erfahrungen des Vorjahres gelernt.“

Er räumt ein: „Noch hat das Onlineportal einige Kinderkrankheiten. Das liegt einfach daran, dass sehr viele verschiedene Dienstleister bei dieser Sache beteiligt sind.“ Bis zur Saisoneröffnung sollen diese Kinderkrankheiten aber noch abgestellt werden.

Die Holzwickede dürfen sich also trotz des erneut ausfallenden Nichtschwimmerbeckens auf die kommende Badesaison mit einigen Neuerungen freuen.

Freibad, Saisonvorbereitung


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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