In der Ausbildungsküche des Qualifizierungszentrums informierte sich die Landtagsvizepräsidentin bei Ausbildern und Auszubildenden über deren Arbeit. Von li.: . Sühling Kirian (Azubi Küchenfachkraft), Farshid Safi (Teilnehmer im „Werkstattjahr“), Carina Gödecke (Landtagsvizepräsidentin), Sewan Bojan (Azubi Küchenfachkraft), Hartmut Ganzke (Mitglied bei der Werkstatt und MdL), Gerold Thiele (Ausbilder), Herbert Dörmann (Werkstatt-Geschäftsführer). (Foto: G. Klumpp - Mobilitat.de)

Vizepräsidentin des NRW-Landtages lobt Engagement der Werkstatt im Kreis Unna

In der Ausbildungsküche des Qualifizierungszentrums informierte sich die Landtagsvizepräsidentin bei Ausbildern und Auszubildenden über deren Arbeit. Von li.: . Sühling Kirian (Azubi Küchenfachkraft), Farshid Safi (Teilnehmer im „Werkstattjahr“), Carina Gödecke (Landtagsvizepräsidentin), Sewan Bojan (Azubi Küchenfachkraft), Hartmut Ganzke (Mitglied bei der Werkstatt und MdL), Gerold Thiele (Ausbilder), Herbert Dörmann (Werkstatt-Geschäftsführer). (Foto: G. Klumpp - Mobilitat.de)
In der Ausbildungsküche des Qualifizierungszentrums informierte sich die Landtagsvizepräsidentin bei Ausbildern und Auszubildenden über deren Arbeit. Von li.: . Sühling Kirian (Azubi Küchenfachkraft), Farshid Safi (Teilnehmer im „Werkstattjahr“), Carina Gödecke (Landtagsvizepräsidentin), Sewan Bojan (Azubi Küchenfachkraft), Hartmut Ganzke (Mitglied bei der Werkstatt und MdL), Gerold Thiele (Ausbilder), Herbert Dörmann (Werkstatt-Geschäftsführer). (Foto: G. Klumpp – Mobilitat.de)

Hochrangiger Besuch im Qualifizierungszentrum der Werkstatt im Kreis Unna: Carina Gödecke, Vizepräsidentin des Landtags NRW, informierte sich in der vergangenen Woche über die vielfältigen Bildungsangebote für Benachteiligte, die die Werkstatt mit Finanzmitteln des Landes umsetzt. Besonders beeindruckt war die vom Landtagsabgeordneten Hartmut Ganzke begleitete Spitzenpolitikerin über die Leistungen im sogenannten „Werkstatt-Jahr“. Das richtet sich an Jugendliche, die keine Ausbildungsstelle finden, etwa weil die Schulnoten unzureichend sind oder der Schulabschluss fehlt und Handicaps im Wege stehen. Fast Dreiviertel von ihnen erhalten hier eine direkte Anschlussperspektive.

Rund vier Mio. Euro, so erfuhr die Landtags-Vizepräsidentin, fördert das Land jährlich bei der Werkstatt, und damit mehrere 100 Jugendliche und Erwachsene aus dem gesamten Kreis Unna. Ein wichtiger Baustein ist das „Werkstatt-Jahr“ für junge Menschen nach der Schule.  Das Besondere an diesem Angebot: Die 16- bis 18-jährigen Jugendlichen arbeiten an realen Kundenaufträgen, die von gemeinnützigen Institutionen kommen.

Pädagogisches Konzept absolut überzeugend

„Die Aufträge“, so Werkstatt-Geschäftsführer Herbert Dörmann, „schaffen vielfältige Lernanlässe. So muss etwa für den Bau eines Spielgerätes für eine Kita Maß genommen werden, müssen Flächen- und Mengenberechnungen vorgenommen und auch Stücklisten erstellt werden“. „Damit“ so Dörmann weiter, „sind unterschiedlichste Lernleistungen durch die Jugendlichen zu erbringen, weil sonst der gemeinsame Auftrag nicht erledigt werden kann – und nicht, weil etwa Mathe oder Deutsch auf dem Stundenplan stehen“.

Die Landtagsvizepräsidentin und gelernte Lehrerin bewertet das pädagogische Konzept als absolut überzeugend. Hier werde mustergültig gezeigt, wie Jugendliche, die ganz überwiegend negative Schulerfahrungen mitbringen und vielfältigste Problemlagen in ihrem „persönlichen Rucksack“ tragen, wieder an Lernen und an Ausbildung herangeführt werden können.

Carina Gödecker und Hartmut Ganzke beeindruckt

Carina Gödecke und Hartmut Ganzke – selbst Mitglied bei der Werkstatt im Kreis Unna – konnten sich dann in der Werkstatt-Jahr-Küche auch persönlich vom Engagement der Jugendlichen und vom Stolz über das Geschaffte überzeugen, wenn ein Catering-Auftrag abgearbeitet wird. Neben der fachlichen Ausbildung werden die jungen Menschen eng von Sozialpädagogen begleitet und ganz aktuell auch mit Landesförderung von Psychologen unterstützt. Das ist aus Sicht von Werkstatt-Chef Dörmann immens wichtig, weil viele der jungen Menschen erheblich unter den Corona-Auswirkungen zu leiden hätten. Isolation, Ängste oder auch Depressionen verlangten laut Dörmann nach schneller und angemessener Hilfe. Therapeutische Angebote im Regel-Gesundheitssystem brächten hingegen Wartezeiten von einem halben Jahr und mehr mit sich.

Beeindruckt zeigten sich Carina Gödecke und Hartmut Ganzke gleichermaßen von den erzielten Ergebnissen der auftragsbezogenen Bildung: 28 Prozent der Jugendlichen münden direkt in eine Ausbildung, sieben Prozent in Arbeit ein, 38 Prozent werden wieder an schulische und ausbildungsvorbereitende Bildung herangeführt. Dies, so Carina Gödecke, sei für diese Zielgruppe mit den schwierigsten Startbedingungen, ein mehr als bemerkenswerter Erfolg.

Landtagsvizepräsidentin, Werkstatt Unna

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