Das Bild zeigt die bei dem Brandanschlag am 9. November 1938 zerstörte orthodoxe Synagoge Ohel Jakob in der Herzog-Rudolf-Straße in München. (Bundesarchiv Bild 146-1970-041-46, München, CC BY-SA 3.0 de)

VHS-Gruppe „Spurensuche NS-Opfer Holzwickede“ säubert Stolpersteine und gedenkt russischer Zwangsarbeiter

Das Bild zeigt die bei dem Brandanschlag am 9. November 1938 zerstörte orthodoxe Synagoge Ohel Jakob in der Herzog-Rudolf-Straße in München. (Bundesarchiv Bild 146-1970-041-46, München, CC BY-SA 3.0 de)
Das Bild zeigt die bei dem Brandanschlag am 9. November 1938 zerstörte orthodoxe Synagoge Ohel Jakob in der Herzog-Rudolf-Straße in München. (Bundesarchiv Bild 146-1970-041-46, München, CC BY-SA 3.0 de)

Seit  2010 ist Holzwickede „Gemeinde ohne Rassismus – Gemeinde mit Courage“. Damit hat sich die Gemeinde zu Aktivitäten gegen Rassismus verpflichtet. In Holzwickede geschieht dies durch Institutionen, Vereine oder Gruppen, die in Absprache mit der Gemeinde die Verpflichtung als „Staffelstab“ weitergeben. Zur Zeit liegt der Staffelstab bei der VHS-Gruppe „Spurensuche NS-Opfer Holzwickede“. Die nächsten Aktivitäten der Gruppe finden aus Anlaß des Jahrestages der Reichspogromnacht (9. November) und des Volkstrauertages (14. November) statt.

In der Nacht vom 9./10. November 1938 wurden von Nazibanden in Deutschland 7.500 jüdische Geschäfte zerstört,171 Synagogen niedergebrannt, 6.000 Personen in KZs verschleppt und 91 ermordet (Quelle : Das Große Lexikon des Dritten Reiches S,335). Von den Nationalsozialisten wurden diese Verbrechen als „Kristallnacht“ verharmlost.

Pogromnacht auch in Holzwickede und Unna

Die Pogromnacht hat auch in Holzwickede stattgefunden. Wie die VHS-Gruppe Spurensuche dazu mitteilt, erinnern sich zwei Zeitzeugen, dass am ehemaligen jüdischen Geschäft „Herzberg“ an der Nordstraße 2 eine Scheibe eingeworfen war und das Geschäft von einem Uniformierten bewacht wurde. Zu diesem Zeitpunkt war der Geschäftsinhaber Walter Herzberg bereits in die USA geflüchtet.

In Unna wurde das Gebäude der Synagoge abgebrannt, obwohl es sich nicht mehr im Besitz der jüdischen Gemeinde befand. (Quelle: Neue Unnaer Stadtgeschichte, S.436).

Die Vorgänge in Holzwickede und Unna deuten auf die zentrale Steuerung der Verbrechen hin, die von den Nazis als spontane Aktionen der Bevölkerung verkauft wurden.

Einladung zur Teilnahme an Gedenkfeier

Am 9. November wird die VHS-Gruppe in der kommenden Woche anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht die 14 in Holzwickede verlegten Stolpersteine zur Erinnerung an NS-Opfer säubern.

Am Volkstrauertag (14. November) wird die Gruppe an den Gräbern russischer Zwangsarbeiter in der Nord-Ost-Ecke des Holzwickeder Friedhofes eine Gedenkveranstaltung durchführen. Treffpunkt ist um 15.30 Uhr am Haupteingang an der Friedhofstrasse. Dazu sind alle Holzwickeder Bürgerinnen und Bürger eingeladen.

Die nächste Stolpersteinverlegung findet am 27. Januar 2022 statt. Verlegt werden fünf Einzelsteine für drei jüdische Opfer, einen umgebrachten Behinderten und einen politisch Verfolgten.

Spenden erbeten

Zur Stolper(gedenk)stein-Konzeption des Künstlers Demnig gehört die Finanzierung aus privaten Mitteln. Ein Stolperstein kostet 120 Euro. Spenden werden dazu an die Gemeinde Holzwickede erbeten:

IBAN DE55 4435 0060 0002 0033 33
Stichwort „Stolpersteinspende“ (mit Name und Anschrift des Spenders)

VHS-Gruppe Spurensuche


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Kommentar

  • Gute Aktion ! Bei uns in München gibt es auch Stolpersteine ! Mit neuen fundierten Erkenntnissen über die NS-Zeit kann man das Gedenken an das Unrecht vertiefen und sich zu Besserem weiterentwickeln !

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