VHS distanziert sich von Wilhelm Hochgräber wegen umstrittener Äußerungen zu Ungeimpften und NS-Zeit

Leiterin der VHS Unna-Fröndenberg-Holzwickede: Brigitte Schubert. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Zum Auftakt einer Vortragsveranstaltung des Künstlers Gunther Demnig nach der jüngsten Stolpersteinverlegung (27.1.) hatte der Leiter der VHS-Gruppe „Spurensuche NS-Opfer Holzwickede“, Wilhelm Hochgräber, Parallelen zwischen dem Umgang mit Ungeimpften in der Pandemie und der NS-Zeit gezogen und dafür anschließend heftige Kritik geerntet (Emscherblog berichtete). Jetzt hat sich auch die Volkshochschule Unna-Fröndenberg- Holzwickede von ihrem langjährigen Dozenten distanziert.

„In Abstimmung mit der Gemeinde Holzwickede lassen wir die Zusammenarbeit mit Wilhelm Hochgräber vorläufig ruhen“, erklärt die Leiterin der VHS, Brigitte Schubert, heute (8. Februar) gegenüber dem Emscherblog dazu. Für die VHS sei Hochgräber schon seit einigen Jahrzehnten als Dozent tätig. Zumeist hielt der Holzwickeder Ortshistoriker historische Vorträge. Auch im neuen Semesterprogramm waren mehrere Veranstaltungen mit Hochgräber geplant, darunter Vortragsveranstaltungen zum Kriegsjahr 1941 in Holzwickede, zum Ende des 2. Weltkriegs und natürlich die Leitung der VHS-Gruppe „Spurensuche NS-Opfer in Holzwickede“.

Mit der Gruppe „Spurensuche“ soll es weitergehen

Die VHS-Leiterin bedauert die Entwicklung um ihren langjährigen Dozenten. Bislang hat es Hochgräber allerdings abgelehnt, sich von seinen umstrittenen Äußerungen zu distanzieren, die auch von der Stadt Unna als Träger der VHS als „absolut unangemessen“ bezeichnet worden sind. Als Person stehe Wilhelm Hochgräber nicht in Verdacht, den Nationalsozialismus zu verharmlosen. „Herr Hochgräber hat auch Verdienste um die Aufklärung von NS-Verbrechen und viel für das Gedenken der Opfer in Holzwickede geleistet. Diese Arbeit schätzen wir sehr“, betont die VHS-Leiterin. „Als VHS legen wir auch Wert darauf, dass es nun trotzdem mit der Gruppe ,Spurensuche NS-Opfer in Holzwickede‘ weiter geht.“

Eine ursprünglich am 3.2. vorgesehene Veranstaltung der Ulrich Reitinger eine Zwischenbilanz der Arbeit der VHS-Gruppe „Spurensuche“ ziehen wollte, ist allerdings kurzfristig abgesagt worden. Die Veranstalter befürchteten, dass der Streit um die umstrittenen Äußerungen Hochgräbers die Veranstaltung zu stark beeinträchtigt hätte. „Wir werden diese Veranstaltung aber auf jeden Fall zu einem späteren Zeitpunkt nachholen“, verspricht Brigitte Schubert. Der genaue Termin stehe noch nicht fest.

VHS, Wilhelm Hochgräber


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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