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Leider nicht der einzige Fall von Vandalismus am Schulzentrum: Seit Anfang des Jahres hat sich die Zahl der Taten stark erhöht. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rd. 8.000 Euro, weshalb die Verwaltung eine Videoüberwachung vorschlagen will. (Foto: Gemeinde Holzwickede)

Verwaltung verteidigt Umzäunung des Schulzentrums als „alternativlos“: Fotos zeigen Vandalismus

Jüngstes Beispiel für den zunehmenden Vandalismus im Schulzentrum ist dieser beschädigte Unterrichtspavillon.  Die Verwaltung hat nun eine Fotodokumentation (s. unten) an die Fraktionesvorsitzenden verschickt und um Verständnis für die gepöante Umzäunung geworben. (Foto: Gemeinde Holzwickede)
Jüngstes Beispiel für den zunehmenden Vandalismus im Schulzentrum ist dieser beschädigte Unterrichtspavillon. Die Verwaltung hat nun eine Fotodokumentation an die Fraktionsvorsitzenden verschickt und um Verständnis für die geplante Umzäunung geworben. (Foto: Gemeinde Holzwickede)

„Wir sprechen hier nicht von zwei zerschlagenen Bierflaschen oder einer Kiste Müll. Was da seit Wochen auf dem Schulhof im Schulzentrum passiert, geht weit über Dumme-Jungen-Streiche hinaus.“ Mit diesen Worten verteidigt Bürgermeisterin Ulrike Drossel die von der Verwaltung angekündigte Schließung des Schulzentrum mit drei großen Toren gegen unbefugtes Betreten.

Nach der teils heftigen Kritik aus dem politischen Raum (Emscherblog berichtete) hat die Verwaltungsspitze nun auch an die Fraktionsvorsitzenden in dieser Sache geschrieben. „Nach Eurer Kritik zu der Einzäunung des Schulzentrums geben wir Euch mit beigefügten Fotos eine Dokumentation der Schäden der letzten Monate“, schreibt die Bürgermeisterin in dem von ihrem Beigeordneten, Bernd Kasischke, und Kämmerer Andreas Heinrich mitunterzeichneten Brief.

Fotos zeigen „nur die Spitze des Eisbergs“

Die Fotodokumentation zeige nur „die  Spitze des Eisbergs“ und zwar:

  • Ständige und extreme Vermüllung der Schulhöfe. Mehrere Hausmeister müssen – vor allem montags – stundenlang Müll aufsammeln. Regelmäßig muss die teure Kehrmaschine der Gemeinde dazu angefordert werden, weil es zu viel ist;
  • Graffiti: Gebäude, Mauern, Tischtennisplatten, Müllgefäße. Für die Hausmeister wurde 2019 ein Spezial-Dampfstrahler dagegen angeschafft. Vorher müssen die besprayten Flächen aber jeweils mit einer ätzenden Chemie behandelt werden, um die Farbe zu lösen;
  • Abschneiden / Absägen von Büschen auf dem Schulgelände;
  • Ausgraben / Wegtreten von eingelassenen Steinen und Mauerelementen;
  • Mitbringen von Einkaufswagen;
  • Mehrfache Brandstiftung (Papiermülltonnen);
  • Einbruch am 10. April 2021 in den Unterrichtscontainer und Vandalismus;

Die Überlegung, den Schulhof abends abzuschließen, ist kein Schnellschuss gewesen, versichert Ulrike Drossel. „Die Einzäunung haben wir uns als Verwaltung lange und reiflich überlegt. Aber sie war nach der jüngsten Zunahme der Vorfälle alternativlos, wie übrigens auch in Unna.“

Videoüberwachung noch schwerwiegender

Eine Überwachung des Schulhofes durch Videokameras sei aus Sicht der Verwaltung – allein aus Datenschutzgründen – der noch schwerwiegendere Eingriff gewesen. „Das wollten wir nicht. Aber wir müssen auch unsere Werte schützen.“

Selbstverständlich habe man auch mit den eigenen Hausmeistern und dem Ordnungsamt vor der Entscheidung gesprochen. „In der aktuellen Corona-Pandemie ist unser Aktionsradius allerdings eingeschränkt. Und wenn jetzt die warme Jahreszeit kommt, dürfte sich diese Problematik noch verschärfen.“

Auch „der Vergleich mit anderen Schulen in Holzwickede“, wie der Dudenroth- oder der Aloysiusschule, „passt nicht“ , schreibt die Bürgermeisterin den Fraktionsvorsitzenden. „An allen anderen gemeindlichen Schulen ist eine gewisse soziale Kontrolle durch nahe Wohnbebauung gegeben, aber eben nicht am Schulzentrum, vor allem in den kaum einsehbaren Innenhöfen.“

Die Schulsozialarbeiter seien ebenfalls wegen des zunehmenden Vandalismus kontaktiert worden, versichert die Bürgermeisterin. „Nur, wer solche sinnlosen Beschädigungen verursacht, der ist mit freundlichen Gesprächen nicht zu erreichen. Über unsere Schulsozialarbeiter würden wieder nur die erreicht und angesprochen, die sich ohnehin benehmen können. “

Umzäunung „gute Lösung“

Deshalb wird die Verwaltung das Schulzentrum wie angekündigt abschließen, betont die Bürgermeisterin. Eine Zustimmung der Politik zu der Maßnahme ist nicht erforderlich. In ihrem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden zeigt sich die Verwaltungsspitze dennoch kompromissbereit:

„Eine Schließung kann im Interesse von friedlich spielenden Kindern und Jugendlichen in den Abendstunden um ca. 19 oder 20 Uhr erfolgen. Wir könnten uns vorstellen, in Corona- und Sommerzeiten das Zeitfenster bei gutem Wetter auf 21 Uhr zu verlängern. Die Ordnungspartnerschaften als auch der Hausmeister wären bereit, sich auf diese Zeitfenster einzustellen“, heißt es da.

„Wir wünschen uns, einen Kompromiss zu finden, damit Kinder und Jugendlichen kein Treffpunkt bis in die frühen Abendstunden genommen wird.“

– Ulrike Drossel (Bürgermeisterin)

Und weiter: „Wir wünschen uns, einen Kompromiss zu finden, damit Kindern und Jugendlichen kein Treffpunkt bis in die frühen Abendstunden genommen wird. Da wir als Gemeinde unsere gemeindlichen Werte schützen müssen, halten wir die vorgeschlagene Lösung unter dem Aspekt des groben Vandalismus für eine gute Lösung.“

Zudem sollen die Tore etwas preiswerter werden: Die Einzäunung werde Kosten von unter 10.000 Euro einschließlich des Materials und Personalkosten des Baubetriebshofes verursachen, schließt der Brief an die Fraktionen.

Die von der Verwaltung dokumentierten jüngsten Schäden

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Schulzentrum, Vandalismus


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Kommentare (4)

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