Unfallrisiko im Kreis unterdurchschnittlich, aber mehr schwere Verkehrsunfälle

Stzellten heute gemeinsam die Verkehrsunfallstatistik der Kreispolizeibehölrde4 Unna (ohne Lünmen) für das Jahr 2017 vore, v.l.: Polizeidirektor Hans-Dieter Volkmann, Polizeirätin Anja Wagner und Landrat Michael Makiolla. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Stellten heute gemeinsam die Verkehrsunfallstatistik der Kreispolizeibehörde Unna (ohne Lünen) für das Jahr 2017 vor, v.l.: Polizeidirektor Hans-Dieter Volkmann, Polizeirätin Anja Wagner und Landrat Michael Makiolla. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Die Kreispolizeibehörde (KPB) Unna hat heute (23. Februar) die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2017 in ihrem Bereich (ohne Lünen und die Autobahnabschnitte) vorgestellt. Landrat Michael Makiolla zog vorab eine „durchwachsene Bilanz“: Einerseits sei das Risiko im Kreis Unna in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden unterdurchschnittlich im Landesvergleich. Andererseits ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden, auch Schwerverletzten, gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Anschließend stellte die Leiterin der Direktion Verkehr, Polizeirätin Anja Wagner, die Zahlen der Unfallstatistik vor. Danach hat es im Bereich der KPB Unna im Vorjahr insgesamt 8 736 Verkehrsunfälle (2016: 8 641) gegeben (ohne Bagatellunfälle). Das sind 95 Unfälle mehr als im Jahr 2016.  Die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden ist von 892 auf 913 gestiegen. Auch die Zahl der Verunglückten stieg von 1 099 auf 1 127, ebenso die Zahl der Schwerverletzten, die von 149 auf 171 stieg.  Auch im Jahr 2017 gab es wieder sechs Verkehrstote auf den Straßen der KPB Unna.

  • Alle 60 Minuten nahm die KPB Unna im Vorjahr einen Verkehrsunfall auf
  • Alle 4,3 Stunden ereignete sich eine Unfallflucht
  • Alle acht Stunden wurde ein Mensch auf den Straßen der KPB Unna verletzt
  • Alle 34 Stunden verunglückte ein Radfahrer
  • Alle 51 Stunden kamen je ein junger Fahrer und je ein Senior zu Schaden
  • Nahezu jede Woche verunglückten zwei Kinder
  • Alle zwei Monate wurde ein Mensch getötet

Angesichts solcher Zahlen betont Landrat Michael Makiolla als Chef der Kreispolizeibehörde Unna: „Wir wollen weiterhin mit allen Mitteln daran arbeiten, die Zahl der Verkehrsunfälle auf unseren Straßen zu senken. Wobei wir uns bei der Bekämpfung der Unfälle auf die mit Personenschaden konzentrieren werden.“

Zahl der Unfälle mit Radfahrern auf Rekordhöhe

Eine Mehrheit der auf den Straßen der KPB Unna Verunglückten waren Fahrer oder Beifahrer in Pkw oder als Radfahrer unterwegs. Während die Zahl der motorisierten Zweiradfahrer von 139 auf 152 stieg (+ 9%), ist die Zahl der verunglückten Fußgänger von 134 auf 111 gesunken (- 10%)

Im Bereich der KPB Unna wurden im Vorjahr insgesamt 312 Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung registriert. Das entspricht einer Steigerung von 10,57% gegenüber dem Jahr 2016 und im Fünf-Jahres-Vergleich der Höchstzahl.

Aus diesem Grund hat die Polizei die Radfahrer als Unfallbeteiligte im besonderen Fokus, wie Polizeirätin Anja Wagner erläuterte. Statistisch gesehen ist jeder vierte Verunglückte auf den Straßen der KPB Unna ein Radfahrer. 35 der insgesamt 259 verunglückten Radfahrer/innen wurden dabei schwer verletzt. Mit 119 Verunglückten bilden die 25- bis 64-Jährigen wieder wie in den Vorjahren die größte Gruppe, gefolgt von der Altersgruppe der Senioren (50 Personen). Die Zahl der verunglückten Rad fahrenden Kinder ist erfreulicherweise um 4,65& auf 41 Kinder zurückgegangen.

Kein einziger Geschwindigkeitsunfall in Holzwickede

In der Gemeinde Holzwickede gab es im Vorjahr zehn Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern (Vorjahr: acht).  In anderen Kommunen (Werne, Bönen, Selm) ist die Zahl der Fahrradunfälle dagegen gestiegen. Gänzlich unauffällig ist die Zahl der Unfälle mit Pedelecs und E-Bikes, die in dieser Statistik nicht enthalten sind.

Auch die Radfahrer selbst können natürlich etwas zur Vermeidung von Personenschäden beitrage, so Anja Wagner: „Die wichtigste Empfehlung lautet: Einen Helm tragen.“

Die wichtigste Empfehlung lautet: Einen Helm tragen.“

Anja Wagner, Leiterin Direktion Verkehr der KPB Unna, zum Unfallrisiko von Radfahrern

Die Hauptunfallursachen sind seit Jahren schon unverändert Fehler beim Abbiegen (701 Unfälle), Vorfahrtverletzungen (313), zu geringer Abstand (173), Alkohol am Steuer (125) gefolgt von zu hoher Geschwindigkeit (114).

Damit ist die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle annähernd gleichgeblieben. Aus dem Rahmen fällt hier die Gemeinde Holzwickede, wo es schon im zweiten Jahr Folge keinen Verkehrsunfall gegeben hat, der vorrangig durch zu schnelles Fahren verursacht worden ist.

Lokale Unfallstatistik eher unauffällig

Ohnehin ist die Gemeinde Holzwickede eher unauffällig in der Verkehrsunfallstatistik 2017 der KPB Unna. Einziger Unfallbrennpunkt ist die Kreuzung Massener- / Goethestraße / Billmericher Weg. Wobei die Polizei von einer Unfallhäufung spricht, wenn sich mindestens drei gleichartige Verkehrsunfälle an einer Stelle ereignet haben.

Insgesamt ereigneten sich 175 Verkehrsunfälle im Jahr 2017 (2016: 155) auf den Straßen der Gemeinde Holzwickede. Dabei sind ein Verkehrstoter zu beklagen (2016: 1), vier Schwerverletzte (-2) und 54 Leichtverletzte (+17). Als wichtigste Unfallursache weist die Statistik Alkohol am Steuer in sechs Fällen aus (- 2). Verkehrsunfallflucht mit Personenschaden gab es erfreulicherweise keine im Vorjahr in Holzwickede (-5), allerdings steigt die Zahl dieses Deliktes mit Sachschaden auf 111 (+8).

  • Bei den insgesamt neun Verkehrsunfällen mit motorisierten Zweirädern und Personenschaden (+7) in Holzwickede waren unter Verunglückten keine Kinder, drei Personen unter 18 Jahren (+2), eine Person 18 bis 25 Jahre alt (+1), vier Personen 25 bis 65 Jahre alt (+3) und eine Person älter als 65 Jahre (+1).
  • Bei den insgesamt 34 Verkehrsunfällen mit Pkw und Personenschaden (+6) in Holzwickede waren unter Verunglückten ein Kind unter 15 Jahren (+1), kein Jugendlicher unter 18 Jahren (+0), sieben Personen 18 bis 25 Jahre alt (+2), 22 Personen 25 bis 65 Jahre alt (+5) und vier Personen älter als 65 Jahre (-2).
  • Bei den insgesamt zehn Verkehrsunfällen mit Fahrrad und Personenschaden (+2) in Holzwickede waren unter Verunglückten kein Kind unter 15 Jahren (-3), zwei Jugendliche unter 18 Jahren (+2), keine Person 18 bis 25 Jahre alt (+0), fünf Personen 25 bis 65 Jahre alt (+2) und drei Personen älter als 65 Jahre (+1).
  • Bei den insgesamt zwei Verkehrsunfällen mit Fußgängern und Personenschaden (-1) in Holzwickede war eine Person 18 bis 25 Jahre alt (+1) und eine Person 25 bis 65 Jahre alt (-2).
  • Von den insgesamt 59 Verunglückten bei 175 Verkehrsunfällen im Gemeindegebiet voriges Jahr waren wieder drei Kinder unter 15 Jahren (+0), fünf Jugendliche unter 18 Jahren (+4), neun junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahre alt (+4), 34 Erwachsene im Alter von 25 bis 65 Jahren (+10) und acht Senioren als 65 Jahre (-2).
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Dipl.-Journalist

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