Die Bauarbeiten für das neue Nichtschwimmerbecken aus Edelstahl im Freibad Schöne sind schon weit fortgeschritten. Leider bekommt die Gemeinde Holzwickede deshalb nun doch nicht die von NRW-Ministerin Ina Scharrenbach in Aussicht gestellten Fördermittel in Höhe von 750.000 Euro. (Foto: Gemeinde Holzwickede)

Trotz Ankündigung der Ministerin: Keine Förderung für Nichtschwimmerbecken im Freibad Schöne Flöte

Die Bauarbeiten für das neue Nichtschwimmerbecken aus Edelstahl im Freibad Schöne sind schon weit fortgeschritten. Leider bekommt die Gemeinde Holzwickede deshalb nun doch nicht die von NRW-Ministerin Ina Scharrenbach in Aussicht gestellten Fördermittel in Höhe von 750.000 Euro. (Foto: Gemeinde Holzwickede)
Die Bauarbeiten für das neue Nichtschwimmerbecken aus Edelstahl im Freibad Schöne sind schon weit fortgeschritten. Leider bekommt die Gemeinde Holzwickede deshalb nun doch nicht die von NRW-Ministerin Ina Scharrenbach in Aussicht gestellten Fördermittel in Höhe von 750.000 Euro. Das Bild zeigt den aktuellen Stand der Baumaßnahme. (Foto: Gemeinde Holzwickede)

Jetzt ist es amtlich: Den von NRW-Ministerin Ina Scharrenbach überraschend angekündigten Förderbescheid über 750.000 Euro für das Holzwickeder Freibad wird es nicht geben. Die Gemeinde Holzwickede wird nun doch keine Förderung für das Nichtschwimmerbecken erhalten, wie der Fachbereich Finanzen der Gemeinde heute offiziell bestätigt.

Hintergrund: Bereits im Oktober 2020 hatte die Gemeinde im Rahmen des „Investitionspaktes zur Förderung von Sportstätten“ einen Antrag auf Förderung gestellt. Zuvor hatte der Rat Ende September 2020 beschlossen, den Neubau des defekten Nichtschwimmerbeckens im Freibad „Schöne Flöte“ in Edelstahl auszuführen (Emscherblog berichtete).

Förderantrag datiert schon aus 2020

Im Jahr 2020 konnte die Gemeinde leider nicht mehr bei der Förderung berücksichtigt werden. 272 Kommunen hatten Anträge mit einem Maßnahmenvolumen von rd. 362 Mio. Euro gestellt. Im Jahr 2020 sanden aber nur 47 Mio. Euro zur Verfügung, so dass nur 16 Prozent aller Anträge berücksichtigt werden konnten. Im Jahr darauf, also 2021, standen knapp 33 Mio. Euro zur Verfügung. Nicht berücksichtigte Anträge aus dem Vorjahr 2020 wurden automatisch zur Prüfung übernommen. Ein erneuter Förderantrag musste nicht gestellt werden.

Auf Empfehlung des Betriebsausschusses beschloss der Haupt-, Finanz- und Personalausschuss am 6. Mai 202 die ungewisse Bewilligung des Förderantrages aus dem Vorjahr nicht abzuwarten, sondern den Bau des Edelstahl-Beckens aus Eigenmitteln zu finanzieren.

Fördermittel waren ungewiss

Daraufhin wurden die Aufträge vergeben und mit der Maßnahme begonnen. Ziel ist es, das Nichtschwimmerbecken zur Eröffnung der neue Badesaison im Mai dieses Jahres fertiggestellt zu haben.

Wie die Bezirksregierung nun der Gemeinde mitgeteilt hat, kann die von der Ministerin verkündete Förderfähigkeit nicht umgesetzt werden, da die Baumaßnahme bereits zu weit fortgeschritten ist. Die Hoffnungen in der Gemeinde Holzwickede, einen großen Teil der Investition bezuschusst zu bekommen, wurden damit leider nicht erfüllt.

Das Ministerium erläuterte Bürgermeisterin Ulrike Drossel persönlich, dass zum Jahresende 2021 nicht verbrauchte Mittel in zusätzliche Antragsprojekte gegeben werden sollten. Das wäre aber rechtlich nur möglich gewesen, wenn die Maßnahme noch vor einer Umsetzung gestanden hätte, heißt es in der Mitteilung der Gemeinde heute dazu.

Ziel ist Fertigstellung des Beckens zur neuen Badesaison

Für die politischen Entscheidungsträger war diese Fügung beim Baubeschluss im Mai 2021 nicht absehbar, eine Förderung sehr ungewiss. Um zur Badesaison 2022 den Freibadbesuchern jedoch wieder ein vollständiges Angebot machen zu können, sollte schon in 2021 mit der Erneuerung begonnen werden.

Bürgermeisterin Ulrike Drossel bedauert den Entfall dieser Fördermöglichkeit, weist jedoch darauf hin, dass die Gemeinde in den letzten Jahren zahlreiche Fördermöglichkeiten vom Land NRW in Anspruch nehmen konnte und Städtebau und Gemeindeentwicklung davon erheblich profitiert haben.

So wurden im Rahmen der Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) diverse Projekte gefördert – der Mehrgenerationenspielplatz im Emscherpark, die Multisportanlage auf dem Parkplatz Kirchstraße und nicht zuletzt die Sanierung bzw. der Neubau des Rat- und Bürgerhauses sind hier zu nennen. Insgesamt wird die Gemeinde in diesem Zusammenhang etwa zehn Mio. Euro an Förderungen erhalten.

Lesen Sie auch den Kommentar zum Bericht: „Eine Frage der Perspektive“

Fördermittel, Nichtschwimmerbecken, Schöne Flöte

Comments (3)

  • Das ist doch wieder einmal ein kollektives Versagen von Verwaltung und Politik.
    Ein Becken nicht zu haben ist ärgerlich aber im weiterem Corona Jahr eh egal Weitsicht Mangelware?
    Aber zu 750.000€ mal eben zu sagen huch ok machen wir Kredit. Schlimm.
    Hier wollen sich doch jetzt alle sauber reden.
    Wenn ich so etwas doch kenne, dann erwartet man doch von einer Verwaltung mehr Einsatz und Aufklärung über die Folgen eines Beginnes der verfrühten Maßnahme und fängt dann an, wenn man etwas schriftliches aus dem Ministerium hat. Der Politik ach was soll man dazu sagen. Deren Kontrollorgan hat viele Fragezeichen.
    Wir die Jugend müssen für eure Fehler zahlen und vielen Dank, mit Zinsen. Der Spruch mit den Jungen Besen und alten die ecken passt hier in Holzwickede leider auch nicht. Es wäre schön, wenn die jungen Erwachsenen aus den Parteien zu Vorsitzenden aufgebaut werden anstelle der jährlichen Auffrischung des Haftklebers auf den Stühlen der Vorsitzenden.
    Die einen Bauen ein Rathaus, wo die Zahlen schöngeredet werden, andere eine Brücke oder wiederum anderen komische Pflanzinseln in der Gemeindemitte. Wir sind gespannt was die anderen Bauprojekte der Gemeinde noch an Finanziellen Schäden bringen.
    Gibt es eigentlich für den Bürger eine Übersicht: Die z.B.: Baustelle, Kosten nach Plan, Kosten tatsächlich, geführt wird, oder ist das alles streng geheim damit der Bürger nur Abgesprochenes zum Lesen bekommt.

    Wahlen sind schön, aber wer ist denn der Buhmann? Eher nicht die Ministerpräsidentin, oder?

    • Wir haben eine Ministerpräsidentin? Wäre mir neu.

      Der Verlauf zum neuen Becken ist ja transparent und nachvollziehbar. Die einzige Schlafmütze ist hier aus meiner Sicht die Bauministerin, die substanzlos mit Schecks wedelt. Auch wenn allgemeines Politik- und Verwaltungsbashing gerade In zu sein scheint, sind diese ebenfalls eher „Opfer“ als „Täter“.

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