Bürgermeisterin Ulrike Drossel wird in diesem Jahr auf den traditionellen Jahresempfang der Gemeinde verzichten: der Jahresempfang der Gemeinde im Forum des Schulzentrums im vergangenen Jahr. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Traditioneller Jahresempfang der Gemeinde am Tag der Deutschen Einheit im Forum

ürgermeisterin Ulrike Drossel begrüßte die Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Vereinen, Verbänden und Institutionen zum traditionellen Jahresempfang im Forum des Schulzentrums. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
ürger­mei­sterin Ulrike Drossel begrüßte die Gäste aus Politik, Ver­wal­tung, Wirt­schaft, Ver­einen, Ver­bänden und Insti­tu­tionen zum tra­di­tio­nellen Jah­res­emp­fang im Forum des Schul­zen­trums. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Die Gemeinde Holzwickede hatte am Tag der Deut­schen Ein­heit heute (3. Oktober) zum tra­di­tio­nellen Jah­res­emp­fang in das Forum des Schul­zen­trums ein­ge­laden. Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel konnte dazu die beiden Land­tags­ab­ge­ord­neten Susanne Schneider (FDP) und Hartmut Ganzke (SPD), Landrat Michael Makiolla, Ver­treter der Politik und Ver­wal­tung, Ehe­ma­lige der Gemein­de­ver­wal­tung sowie die Ver­treter aus der Wirt­schaft, den Ver­einen, Ver­bänden und Insti­tu­tionen wie der Schulen, Kitas und Kir­chen­ge­meinden begrüßen.

Gleich zur Eröff­nung sorgte das Holzwickeder Ehe­paar Mas­simo Grande und Anna Estera mit ita­lie­ni­schen Lie­dern für unge­wöhn­liche Klänge bei einem Jah­res­emp­fang.

Anschlie­ßend sprach Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel einige wenige Sätze zum 29. Tag der Deut­schen Ein­heit, bevor sie einen aus­führ­li­chen Rück­blick auf die zurück­lie­genden zwölf Monate hielt. Als wich­tige aktu­elle Pro­jekte, die man gemeinsam getroffen habe, hob Ulrike Drossel dabei die Erstel­lung eines Kli­ma­schutz­kon­zeptes sowie eines Schul­ent­wick­lungs­planes und Medi­en­ent­wick­lungs­kon­zeptes für die Gemeinde Holzwickede hervor. Zu letz­terem gehört natür­lich auch die Breit­band­ver­sor­gung an Schulen und im Eco Port, die sich aller­dings nur „sehr schlep­pend“ ent­wickelt, so Ulrike Drossel. Erst in der ver­gan­genen Woche hätten sich „neue Pro­bleme auf­getan, die das Pro­jekt weiter ver­zö­gern“. 

Italienische Schlager zum Auftakt

Das Holzwickeder Ehepaar Massimo Grande und Anna Estera sorgt für ungewöhnliche italienische Klänge beim Jahresempfang und bekam viel Beifall dafür. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Das Holzwickeder Ehe­paar Mas­simo Grande und Anna Estera sorgt für unge­wöhn­liche ita­lie­ni­sche Klänge beim Jah­res­emp­fang und bekam viel Bei­fall dafür. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Wich­tige und „mutige Ver­än­de­rungen“ hat es auch im Kul­tur­be­reich gegeben: Hier sei mit der Klein­kunst­bühne Rausingen ein „neues Stück Kultur“ ent­standen. Künftig soll es dort viel­fäl­tige Kul­tur­ver­an­stal­tungen wie Lesungen, Theater, Poetry Slam, musi­ka­li­sche Dar­bie­tungen usw. geben. Ferner wies die Bür­ger­mei­sterin auf Ver­an­stal­tungen wie Holzwickede kari­bisch, die Street­food Märkte und Emscher­food hin. Mit der Eröff­nung eines Cafés im Emscher­quellhof ist ein „lange gehegter Wunsch für Holzwickede in Erfül­lung gegangen“. Auch für das neue Jahr sind schon wieder ins­ge­samt 35 Ver­an­stal­tungen geplant. 

Natür­lich kam Holzwickedes Bür­ger­mei­sterin auch auf das geplante Rat-. und Bür­ger­haus zu spre­chen: Der Umzug der Ver­wal­tung in den Eco Port hat „sehr gut geklappt“. Der Abriss der drei Gebäude der Käm­merei, des Sozi­al­amtes und der Was­ser­ver­sor­gung ist pro­blemlos ver­laufen. Das alte Rat­haus ist inzwi­schen ent­kernt und im Inneren nicht mehr wie­der­zu­er­kennen. In der zweiten Aus­schrei­bungs­runde für das Rat- und Bür­ger­haus sind fünf Ange­bote ein­ge­gangen, über der Pla­nungs- und Bau­aus­schuss in der kom­menden Woche beraten wird, so die Bür­ger­mei­sterin weiter. „Nach einem posi­tiven Ver­ga­be­be­schluss könnten wir zeitnah am 29. Oktober den ersten Spa­ten­stich durch­führen.“

Haushalt 2020 schreibt wieder rote Zahlen

Etwas aus­führ­li­cher ging Holzwickedes Bür­ger­mei­sterin danach auf die finan­zi­elle Lage der Gemeinde ein. Hier werden die beiden Kreis­um­lagen den Haus­halt der Gemeinde bela­sten. So belaufen sich allein die vom Land­schafts­ver­band West­falen Lippe (LWL) und dem Regio­nal­ver­band Ruhr (RVR) über den Kreis Unna an die zehn Kom­munen im Kreis wei­ter­ge­reichten Umlagen auf über 113 Mio. Euro. Außerdem steigen die Kosten für die Jugend­hilfe (dif­fe­ren­zierte Kreis­um­lage) mit 822.000 Euro deut­lich mehr als ein­ge­plant. Außerdem ent­fallen die Schlüs­sel­zu­wei­sungen des Landes für Holzwickede. Hier hofft die Bür­ger­mei­sterin, dass der Kreis noch auf den RVR und LWL ein­wirken kann, die Kosten­stei­ge­rung zu mini­mieren, so dass die Umlagen ange­passt werden können. „Ergeb­nisse dazu erwarten wir mit Span­nung in den kom­menden Wochen“, so Ulrike Drossel.

Auf­grund dieser Aus­gangs­lage ent­steht in Holzwickede die unge­wöhn­liche Situa­tion, dass die Gemeinde trotz Rekord­ein­nahmen aus der Gewer­be­steuer in Höhe von mehr als 17 Mio. Euro ihren Haus­halt 2020 nicht mehr aus­glei­chen kann. Aus­drück­lich dankte die Bür­ger­mei­sterin allen Firmen, sprich Gewer­be­steu­er­zah­lern, die sich in Holzwicke gut ent­wickeln: Der Eco Port steht vor letzten Grund­stücks­ver­käufen, die Rhenus, ein welt­weit ope­rie­rendes Logi­stik- und Dienst­lei­stungs­un­ter­nehmen ent­wickelt seinen Campus ständig weiter. Zudem wird eine große Behörde, das Che­mi­sche Vete­rinär-Unter­su­chungs-Amt seinen Sitz nach Holzwickede ver­legen, 40 Mio. Euro inve­stieren und 200 Arbeits­plätze mit­bringen. Ein wei­teres image­träch­tiges Pro­jekt ist der Bau der neuen Por­sche-Desti­na­tion.

Trotz der ange­spannten Haus­halts­lage kün­digte die Bür­ger­mei­sterin aber auch wei­tere Inve­sti­tionen in das 130 Kilo­meter lange Stra­ßen­netz der Gemeinde an. Der Hand­lungs­be­darf ist bekannt und mit 30 Mio. Euro per­so­nell und finan­ziell nicht auf einmal zu stemmen. Als erste Maß­nahmen werden mit 700.000 Euro bereits in diesem Jahr auf dem Oel­pfad, Kant­straße, Jahn­straße, Hengser Weg, Dah­li­en­straße, Emscherweg und Albert-Schweitzer-Weg umge­setzt.

Neue Stiftung „Gutes tun“ für Holzwickede

Abschlie­ßend nannte Ulrike Drossel drei Pro­jekte, die ihr beson­ders am Herzen legen: die Ver­bes­se­rung des Rad­we­ge­netzes. „Hier kommen große Her­aus­for­de­rungen auf uns zu, da die Straßen und Geh­wege nicht über erfor­der­liche Breiten ver­fügen, um sichere Rad­wege zu gestalten.“ Ein großer Erfolg, so Ulrike Drossel weiter, ist aller­dings die Zusage der Emscher­ge­nos­sen­schaft, dass bis Ende 2020 ein neuer Radweg direkt nach Holzwickede führt: der Emscher­radweg wird nach dem Tunnel der Schä­fer­kamp­straße süd­lich ent­lang bis in die Gemein­de­mitte neu ange­legt.

Das zweite große Thema ist der lange geplante Durch­stich am Bahnhof und die Neu­ge­stal­tung des Bahn­steigs, der seit 2017 mit der Bahn bespro­chen wird. Die ersten Gleise wurden bereits auf­ge­nommen. Umfang­rei­cher und teurer als der ober­ir­di­sche Rückbau ist der Rückbau der Technik in der Erde, mit dem die Gemeinde finan­ziell nicht bela­stet wird. Eine wei­tere Ver­än­de­rung ist der Bau des neuen Rad­park­hauses für Pendler, das vor drei Wochen in Betrieb genommen wurde.

Das dritte Pro­jekt ist die neu gegrün­dete Stif­tung der Spar­kasse Unna/​Kamen. Die neue Stif­tung „Gutes tun“ ist auf Initia­tive der Spar­kasse gegründet worden mit dem Zeil, eine Bür­ger­stif­tung unter anderen für die Gemeinde Holzwickede abzu­bilden. Im Kura­to­rium der Gemeinde sind Dr. Peter Lipp­hardt und Feli­citas Ste­phan ver­treten. Mög­lichst viele Men­schen aus der Gemeinde können über diese Stif­tung ihr per­sön­li­ches Enga­ge­ment hier vor Ort in den Berei­chen Jugend, Kultur, Umwelt, Sport, Hei­mat­pflege oder Wis­sen­schaft ver­wirk­li­chen.

Nach der Rede der Bür­ger­mei­sterin unter­hielten noch einmal Mas­simo Grande und Ann Estera mit ita­lie­ni­schen Schla­gern die Gäste, bevor der Emp­fang gegen Mittag aus­klang. 

Jahresempfang


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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