Sozialdezernent Torsten Göpfert (hinten rechts) und Ingo Gall vom Kommunalen Integrationszentrum (hinten links) bei der Vorstellung der Teilhabemanager*innen Farah El Maaroufi (r.) und Alexandra Chiribes (Mitte) und Mazen Kanaan (l.). (Foto: Max Rolke Kreis Unna)

Teilhabemanager vorgestellt: Gegen die Perspektivlosigkeit

Sozialdezernent Torsten Göpfert (hinten rechts) und Ingo Gall vom Kommunalen Integrationszentrum (hinten links) bei der Vorstellung der Teilhabemanager*innen Farah El Maaroufi (r.) und Alexandra Chiribes (Mitte) und Mazen Kanaan (l.). (Foto: Max Rolke Kreis Unna)
Sozi­al­de­zer­nent Tor­sten Göp­fert (hinten rechts) und Ingo Gall vom Kom­mu­nalen Inte­gra­ti­ons­zen­trum (hinten links) bei der Vor­stel­lung der Teil­ha­be­ma­nager Farah El Maaroufi (r.) und Alex­andra Chi­ribes (Mitte) und Mazen Kanaan (l.). (Foto: Max Rolke Kreis Unna)

Jungen Geflüch­teten mit Dul­dung oder Auf­ent­halts­ge­stat­tung im Alter von 18 bis 27 Jahren mehr Teil­habe am gesell­schaft­li­chen Leben, an Qua­li­fi­zie­rung, Aus­bil­dung und Arbeits­markt zu ermög­li­chen – das ist das Ziel des Pro­jekts „Gemeinsam Durch­starten im Kreis Unna“. Ein Bau­stein sind die Teil­ha­be­ma­nager, die als Ansprech­partner vor Ort pass­ge­naue Maß­nahme ver­mit­teln können. Sie haben sich heute (15. Juni) offi­ziell vor­ge­stellt.

Einen Job, eine Aus­bil­dung oder pas­sende Kurse zu finden – das ist für junge Geflüch­tete, die geduldet oder gestattet sind, schwer“, sagt Tor­sten Göp­fert, Sozi­al­de­zer­nent. „Es gibt eine Viel­zahl von Unter­stüt­zungs­an­sätzen. Diese sollten mög­lichst am per­sön­li­chen Poten­zial der Men­schen indi­vi­duell anknüpfen. Die pas­senden Maß­nahmen können die Teil­ha­be­ma­nager ver­mit­teln und so bes­sere Inte­gra­ti­ons­chancen und Per­spek­tiven eröffnen.“

Das Pro­jekt geht auf eine Initia­tive des Landes NRW zurück, das mit 304.000 Euro 80 Pro­zent der Per­so­nal­ko­sten über­nimmt, der Kreis selbst trägt mit 20 Pro­zent rund 76.000 Euro. Hinzu kommen rund 58.000 Euro Arbeits­platz­ko­sten – ins­ge­samt liegt der Kreis-Anteil damit bei 134.000 Euro.

Die Teilhabemanager

Alex­andra Chi­ribes ist Ansprech­part­nerin für Men­schen aus Lünen und Selm. Sie kommt aus Rumä­nien und arbei­tete als Lei­terin eines Sinti- und Roma-Pro­jektes. Außerdem hat sie Erfah­rung in der Kinder- und Jugend­ar­beit: Sie arbei­tete beim Verein African Tide Union in Dort­mund. Sie ist ange­bunden bei der Umwelt-Werk­statt gGmbH Lünen und Selm.

Farah El Maaroufi ist Ansprech­part­nerin für Men­schen aus Werne, Berg­kamen, Kamen und Bönen und hat eben­falls mit Flücht­lingen gear­beitet. Unter anderem war sie in der Beschwer­de­stelle der Erst­auf­nah­me­ein­rich­tung in Unna-Massen tätig und hat Lei­tungs­er­fah­rung in der Kinder- und Jugend­ar­beit – sie setzte sich für unbe­glei­tete, min­der­jäh­rige Flücht­linge ein. Ange­bunden ist sie an den AWO Unter­be­zirk Ruhr-Lippe-Ems.

Teilhabemanager Kanaan (Foto: Max Rolke Kreis Unna)
Teil­ha­be­ma­nager Kanaan (Foto: Max Rolke Kreis Unna)

Mazen Kanaan kam vor rund 20 Jahren als Flücht­ling nach Deutsch­land und hat selbst als Gedul­deter in Deutsch­land gelebt. Er ist Ansprech­partner für Men­schen aus Unna, Frön­den­berg, Holzwickede und Schwerte. Er stu­dierte Politik und Recht mit Schwer­punkt auf Arbeits- und Sozi­al­recht und arbeitet heute als ermäch­tigter Über­setzer für die ara­bi­sche Sprache. Er unter­stützt seit Jahren Geflüch­tete und hat in seiner Funk­tion als Teil­ha­be­ma­nager schon einige Kli­enten beraten. Träger hier ist der Cari­tas­ver­band Kreis Unna e. V.

Die Zielgruppe

Die Teil­nahme am Teil­ha­be­ma­nage­ment ist frei­willig und findet auf Augen­höhe statt“, sagt Ingo Gall vom Kom­mu­nalen Inte­gra­ti­ons­zen­trum (KI). „Es geht im per­sön­li­chen Gespräch darum, zu schauen, wo die jungen Geflüch­teten stehen, welche Ziele ver­folgen sie hier in Deutsch­land und welche Pro­gramme und Maß­nahmen können wir ver­mit­teln, um diese Ziele zu errei­chen.“ Die Ziel­gruppe sind Gedul­dete und Gestat­tete im Alter von 18 bis 27 Jahren.

Gestat­tete befinden sich im Asyl­ver­fahren und Gedul­dete sind prin­zi­piell aus­rei­se­pflichtig, können jedoch aus ver­schie­denen Gründen nicht abge­schoben werden. Manche leben schon viele Jahre per­spek­tivlos in Deutsch­land, wobei der Status gleich­zeitig einer der unsi­cher­sten ist. Im Kreis Unna sind 262 Per­sonen mit Dul­dungs­status und 348 Per­sonen mit Auf­ent­halts­ge­stat­tung im Alter von 18 bis 27 Jahren gemeldet (Stand Oktober 2019). „Diesen Men­schen soll es ermög­licht werden, gesell­schaft­lich zu par­ti­zi­pieren und die Zeit sinn­voll zu nutzen, anstatt in die Per­spek­tiv­lo­sig­keit abzu­driften“, so Gall.

Die Organisationsstruktur

Orga­ni­siert wird das Pro­jekt vom Kom­mu­nalen Inte­gra­ti­ons­zen­trum Kreis Unna (KI). „Gemeinsam Durch­starten im Kreis Unna“ setzt sich zusammen aus den beiden Lan­des­in­itia­tiven „Gemeinsam klappt’s“ und „Durch­starten in Aus­bil­dung und Arbeit“. Seit Ende März sind die Manager schon im Ein­satz – bedingt durch die Coro­na­pan­demie ver­schob sich die Vor­stel­lung der neuen Ansprech­partner. Jetzt sind sie bereit, los­zu­legen und per­sön­liche Gespräche – mit Abstand – wahr­zu­nehmen. PK | PKU 

Teilhabemanager


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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