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Emschergenossenschaft fördert Artenvielfalt in der Region

Seit 2001 ist der 22. Mai der „Internationale Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt“ – ausgerufen von den Vereinten Nationen. Auch die Emschergenossenschaft setzt sich mit ihrer Arbeit für ein artenreiches Gewässerumfeld ein und fördert die Biodiversität in Holzwickede und der Region. Der Emscher-Umbau ist dabei nur ein Beispiel. „Der Emscher-Umbau mit der Revitalisierung eines ganzen Flusssystems ist der größte Beitrag zur Steigerung der Artenvielfalt in der Region“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

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Die Emschergenossenschaft wird 120 Jahre alt: Klimawandel neue Herausforderung

Der Emscher-Umbau ist die bekannteste Maßnahme der Emschergenossenschaft, die Anpassung an den Klimawandel ihre aktuell größte Herausforderung: Abwasserkanal der Emscher. (Foto: Rupert Oberhäuser)

Wasser macht an Stadtgrenzen nicht Halt – es war diese Erkenntnis, die vor 120 Jahren zur Gründung der Emschergenossenschaft am 14. Dezember 1899 führte. Ihre bekannteste Maßnahme ist das Generationenprojekt Emscher-Umbau, ihre aktuell größte Herausforderung die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Eine Herausforderung, der sich Deutschlands ältester und größter Wasserwirtschaftsverband einmal mehr gemeinsam mit seinen Mitgliedern stellt – als Dienstleister für die Region.

„Als öffentlich-rechtliches Unternehmen erbringen wir damals wie heute sowie auch in Zukunft effizient Aufgaben für das Gemeinwohl, mit dem Genossenschaftsprinzip als ständige Leitidee unseres eigenen Handelns: Wir investieren nachhaltig in die Modernisierung der Infrastrukturen in unserer Region – ohne Gewinnorientierung, sondern im Sinne der öffentlichen Daseinsvorsorge“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

Die Emschergenossenschaft war 1899 Deutschlands erster Wasserwirtschaftsverband und Vorbild für weitere Unternehmen ähnlicher Art. 1913 etwa wurde die Sesekegenossenschaft gegründet, aus der 1926 der Lippeverband   hervorging.

Emscher-Umbau bekannteste Maßnahme

Die bekannteste Maßnahme der Emschergenossenschaft ist das weltweit beachtete Generationenprojekt Emscher-Umbau. Wegen der durch den Bergbau verursachten Erdsenkungen sind unterirdische Kanäle früher nicht möglich gewesen, da sie beschädigt worden wären. Daher wurden die Emscher als zentraler Fluss des Ruhrgebietes und ihre Nebenbäche als offene Schmutzwasserläufe verwendet. Seit der Nordwanderung des Bergbaus sind keine Bergsenkungen mehr zu befürchten, so dass auch unterirdische Kanäle gebaut werden können.

Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft in enger Abstimmung mit Land und Kommunen den Emscher-Umbau um. Jedes Gewässer erhält ein unterirdisches Pendant, durch das die Abwässer zu den Kläranlagen geleitet werden. Die Bäche sind damit abwasserfrei und können naturnah umgebaut werden. Über einen Zeitraum von rund drei Jahrzehnten investiert die Emschergenossenschaft mehr als fünf Milliarden Euro.

Emscher auch in Holzwickede aufgewertet

Der Vorstandsvorsitzende der Emschergenossenschaft, Prof. Dr. Uli Paetzel (r.), bei einer Talk-Runde auf dem Emscherquellhof in Holzwickede. Links im Bild: Holzwickedes Bürgermeisterin Ulrike Drossel. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Auch Holzwickede ist eine Emscher-Kommune – und zwar die Emscherquellgemeinde. Hier hat die Emschergenossenschaft von 2009 bis 2010 unter anderen Projekten die Emscher im Park in der Gemeindemitte erheblich aufgewertet.

Das Ziel des Emscher-Umbaus, eine vom Abwasser befreite Emscher, wird Ende 2021 erreicht sein. Die nächste große Herausforderung steht jedoch nicht nur vor der Tür, sondern praktisch schon im Haus: der Klimawandel und seine Folgen. „Wir müssen lernen, mit den Auswirkungen des Klimawandels umzugehen und entsprechende Anpassungsmaßnahmen vorantreiben. Das kann man aber nicht alleine schaffen. Einmal mehr müssen wir als Region an einem Strang ziehen und die Möglichkeit ergreifen, die Vorstellung von einer „Klimaresilienten Region mit internationaler Strahlkraft“ in die Tat umzusetzen“, sagt Paetzel.

Der offene Verlauf der Emscher in Höhe Rausingen im Jahr 1949. (Quelle: Archiv Emschergenossenschaft)
Der offene Verlauf der Emscher in Höhe Rausingen im Jahr 1949. (Quelle: Archiv EGLV)

Der Grundstein dazu wurde am 15. November dieses Jahres gelegt: Knapp 120 Jahre nach der Gründung der Emschergenossenschaft unterzeichneten in Recklinghausen alle 16 Kommunen der Emscher-Region, darunter auch Holzwickede, eine Verpflichtungserklärung mit dem Ziel, gemeinsam mit der Emschergenossenschaft als koordinierende Service-Stelle das Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ bereits ab Anfang 2020 mit Leben zu füllen. „Damit gehen wir auch die Herausforderung Klimawandel gemeinsam als Region an. Nur so lassen sich Lösungen für regionale Problemstellungen finden. Mit diesem Projekt können wir Vorbild für andere Regionen in Europa und in der Welt sein, so wie wir es bereits auch von unserem Emscher-Umbau kennen“, sagt Paetzel. Die ursprüngliche Erkenntnis ist dabei die gleiche wie 1899: Wasser macht an Stadtgrenzen nicht Halt.

Die Gründung am 14. Dezember 1899

Ständehaus in Bochum, , wo die Emschergenossenschaft 1899 gegründet wurde.(Quelle: Archiv Emschergenossenschaft)
Das Ständehaus in Bochum, in dem Emschergenossenschaft 1899 gegründet wurde. (Quelle: Archiv EGLV)

HINTERGRUND: Es war im Bochumer Ständehaus, als sich die damaligen Stadt- und Landkreise des Ruhrgebietes zwischen Dortmund und Duisburg zur Emschergenossenschaft zusammenschlossen.

Zuvor hatte es in den jeweiligen Städten bereits Versuche gegeben, die Abwasserproblematik in der Region zu beheben, die jedoch allesamt erfolglos blieben. Daher ordnete der Staat an, einen Wasserwirtschaftsverband zur Lösung der Situation zu gründen. Denn durch die Industrialisierung und die rasant gestiegenen Bevölkerungszahlen erhöhte sich auch die Menge des anfallenden Abwassers. Aufgrund des Kohleabbaus war es Ende des 19. Jahrhunderts aber nicht möglich, unterirdische Abwasserkanäle zu bauen, da diese durch die damit verbundenen Bergsenkungen beschädigt worden wären.

Also wurde das gesamte Schmutzwasser in die Emscher und ihre Nebenarme eingeleitet. Das Flusssystem war dadurch bald überfordert und setzte immer wieder ganze Stadtteile unter Wasser. Krankheiten wie Typhus und Cholera breiteten sich durch Fäkalien im Wasser schnell aus, sodass Lösungen gefunden werden mussten. Dies geschah nun gemeinsam im Verbund der Emschergenossenschaft, in der Bergbau, Industriebetriebe und Kommunen zusammengebracht wurden. Um die Abwassermassen in den Griff zu bekommen, baute man nun also das Emscher-System zu einem Netz offener Schmutzwasserläufe um. Im Zuge dieser Arbeiten wurden Betoneinfassungen in die Gewässer eingelassen und Pumpwerke gebaut, um ein geregeltes Abfließen des Abwassers zu gewährleisten. 

Seit der Nordwanderung des Bergbaus Ende der 1980er-Jahre sind keine Bergsenkungen mehr zu befürchten, sodass nun auch unterirdische Abwasserkanäle gebaut werden können. 1992 fiel dann der Startschuss für den Emscher-Umbau.

Der Einsatz von Betonsohlschalen in der Emscher. (Foto: Archiv EGLV)
Der Emscher Junior Cup startet am kommenden Sonntag in Holzwickede in die 10. Runde. (Foto: firo - eglv.de)

Auftakt in Holzwickede: „Emscher Junior Cup“ startet in die 10. Runde

Es geht wieder los! Während die Bundesliga-Saison sich ihrem Ende neigt, rollt der Ball an der Emscher wieder: An diesem Sonntag, 12. Mai, startet der Emscher Junior Cup – zum nunmehr 10. Mal. Los geht es um 10 Uhr beim Holzwickeder Sport Club im Montanhydraulikstadion an der Jahnstraße 68. Die Emschergenossenschaft, alle Spielerinnen und Spieler sowie ihre Eltern freuen sich über möglichst viele Zuschauer.

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Kinder der Natur AG der Dudenrothschule und Senioren des Perthes-Hauses bepflanzen ein Hochbeet am Emscherquellhof. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Pflanzaktion: Insektenfreundliche Blütenträume am Emscherquellhof

Großer Pflanztag am Emscherquellhof: Im Rahmen einer Mitmach-Aktion gab hatte die Emschergenossenschaft heute am Quellhof dazu eingeladen, einen insektenfreundlichen Blütengarten als Lern- und Begegnungsort anzulegen. Kinder der Garten AG der Dudenrothschule und ihre Lehrerin Britta Schneidereit, Schüler der Bio AG des Clara-Schumann-Gymnasiums und ihre Lehrerin Brigitte Pohlschmidt und auch Senioren des Perthens-Heimes sowie Mitarbeiter des bewirtschaftenden Betriebes Wewole ließen sich nicht zweimal bitten.

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An der Emscherquelle lässt sich gut feiern: Vom 23. bis 24. August laden die Gemeinde Holzwickede und die wewole-Stiftung zur Premiere des Streetfood Marktes mit buntem Programm auf dem Emscherquellhof ein. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Programm für Groß und Klein beim Herbstfest auf dem Emscherquellhof

Von Livemusik bis zu den neuen Bewohnern, den "Wilden Sieben“: Gästen des Emscherquellhofs wird beim diesjährigen Herbstfest am 30. September so einiges geboten. Von 11 bis 18 Uhr öffnen die Emschergenossenschaft und der Bewirtschafter des Hofes, die wewole Stiftung aus Herne, die Tore und sorgen neben vielen spannenden Attraktionen auch für das leibliche Wohl der Gäste.

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Flussmanager nun auch auf Instagram: Information und Teilhabe

Die Emschergenossenschaft und der Lippeverband sind seit dieser Woche auch auf Instagram vertreten. In dem sozialen Netzwerk posten die Wasserwirtschaftsunternehmen künftig imposante Impressionen der Flusslandschaften sowie Aufnahmen der spektakulären Baustellen im Rahmen der Großprojekte Emscher-Umbau und Lippe-Renaturierung. Zu finden sind die Flussmanager auf Instagram unter dem Suchbegriff „EmscherLippe“ – zum Auftakt ist auch gleich die Bevölkerung aufgerufen, mitzumachen.

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Mit rd. 31 000 m3 hat sich der Wasserverlust im Jahr 2017 im Versorgungsnetz der Gemeinde mehr als verdoppelt. Hauptursache dafür sind, so die Wasserversorgung, marode Hausanschlüsse. (Foto: _piu700_pixelio.de)

Wasser ist keine Ware: Gegen die Privatisierung der Wasserwirtschaft

Wasser ist keine Ware, meinen die Emschergenossenschaft und der Lippeverband: Wasser darf deshalb nicht privaten Profitinteressen unterworfen werden.  (Foto: _piu700_pixelio.de)

Wasser ist keine Ware – und darf daher nicht den Profitinteressen privater Konzerne unterworfen werden! Die beiden öffentlich-rechtlichen Verbände Emschergenossenschaft und Lippeverband warnen daher vor JEFTA, dem geplanten Handelsabkommen zwischen Japan und der EU. Das Abkommen ermöglicht im aktuellen Entwurf die Privatisierung der deutschen Wasserversorgung. Die mögliche Folge: sinkende Qualität bei steigenden Preisen…!

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Ohne die Flussmanager und das Hochwasserrückhaltebecken, würde es in Holzwickede nach Starkregen wieder so aussehen: Hochwasser nach einem Gewitterregen. (Foto: Archiv Emschergenossenschaft)

Hochwasserrückhaltebecken sorgt bei Starkregen in Holzwickede für trockene Füße

Ohne Abwasserentsorgung und Hochwasserschutz würde es noch immer häufig so aussehen: Überschwemmung nach heftigen Regenfällen im Emschergebiet. (Foto: Archiv Emschergenossenschaft)

Am kommenden Samstag (23. Juni) ist „Tag der Daseinsvorsorge“. Dazu gehört neben der Abwasserentsorgung auch der Hochwasserschutz. In Holzwickede unterhält die Emschergenossenschaft als zuständiger Flussmanager ein Hochwasserrückhaltebecken.

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Auch in der Emscher in Holzwickede nachgewiesen: der dreistachlige Stichling. (Foto: EGLV)

„Fisch des Jahres 2018“ lebt in der Emscher

Auch in der Enscher in Holzwickede nachgewiesen: der dreistachlige Stiochling. (Foto: Emschergenossenschaft)
Auch in der Emscher in Holzwickede nachgewiesen: der dreistachlige Stichling. (Foto: Emschergenossenschaft)

Der ökologische Umbau des Emscher-Systems schreitet gut voran – rund 130 km an Gewässerlandschaften sind bereits naturnah umgestaltet. Das ist an sich schon eine gute Nachricht, aber es kommt noch besser: Vermehrt kehren nun auch  wieder Fische in die einst „biologisch toten“ Gewässer zurück! Nachgewiesen wurde in nahezu allen renaturierten Flussabschnitten im Emscher-System der Dreistachlige Stichling (er heißt wirklich so) – auch in der Emscher in Holzwickede.

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