Geschichtsträchtiger Ort: Blick auf den Alter der Stephanuskirche Opherdicke. Link im Bild das Altarbild aus dem Jahr ca. 1680, dahinter befindet sich die Lilienkapelle. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Tag des Denkmals: Kirchenführung in Opherdicke auf mehr als 320 Jahre alter „KulturSpur“

Geschichtsträchtiger Ort: Blick auf den Alter der Stephanuskirche Opherdicke. Link im Bild das Altarbild aus dem Jahr ca. 1680, dahinter befindet sich die Lilienkapelle. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Geschichtsträchtiger Ort: Blick auf den Alter der Stephanuskirche Opherdicke. Link im Bild das Altarbild aus dem Jahr ca. 1680, dahinter befindet sich die Lilienkapelle. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

„KulturSpur – Ein Fall für den Denkmalschutz“ lautet das Motto des diesjährigen Tags des offenen Denkmals. Aus diesem Anlass bietet am Sonntag,  11. September, ab 14 Uhr die Opherdickerin Monika Blennemann eine öffentliche Führung in der St. Stephanuskirche und um die katholische Kirche herum an. Vor der Fusion mit der Liebfrauengemeinde am Jahresende zur Pfarrei Heiliger Franziskus könnte der Anlass nicht treffender gewählt sein: Schließlich ist die St. Stephanus-Gemeinde schon über 320 Jahre alt und weist bemerkenswerte „KulturSpuren“ auf.

Die katholische Kirche hat eine außergewöhnliche Geschichte und da sich auch auf dem Kirchplatz einige Denkmale befinden, wird die Führung zum Abschluss auch um die Kirche gehen. „Ich finde, dass die Geschichte der St. Stephanuskirche mehr Beachtung verdient hat. Deshalb möchte ich darüber informieren“, nennt die Opherdickerin ihre Motive.

Geschichte St. Stephanus eng mit Haus Opherdicke verbunden

Monika Blennemann, hier in der Lilienkapelle neben der Figur des Hl. Antonius und vor den alten Mosaikfenstern, bietet am Sonntag eine Kirchenführung an. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Die Geschichte der Pfarrkirche St. Stephanus ist eng mit der Geschichte des Hauses Opherdicke verbunden, deren Herren die Kirche erbaut haben und bis ins 20. Jahrhundert hinein das Patronatsrecht hatten. Im Jahr 1576, nach Abschluss der Reformation, waren allerdings die Herren von Haus Opherdicke ebenso wie die Bewohner Opherdickes evangelisch.

Erst etwa einhundert Jahre später ermöglichte es ein Religionsvergleich auch in Haus Opherdicke wieder katholische Gottesdienste abzuhalten. Im Jahr 1683 entschloss sich dann Arnold Heinrich von Fresendorf, eine katholische Kirche in Opherdicke zu bauen, weil die Kapelle in Haus Opherdicke seinen Bedürfnissen nicht mehr entsprach.

Drei Jahre später, 1686, war der Bau dieser ersten Kirche abgeschlossen. Arnold Heinrich von Fresendorf, der den Katholizismus wieder nach Opherdicke brachte, verstarb 1696. Der Kirchengründer wurde in seiner Kirche beigesetzt. Die Grabplatte Fresendorfs befindet sich heute im Eingangsbereich der neuen St. Stephanuskirche.

Teilabriss der Kirche im Jahr 1893

Der bauliche Zustand der älteren ersten Kirche war schließlich so schlecht, dass im Mai 1893 der Teilabriss erfolgte. Aus ihr erhalten sind noch die Kanzel, ein Altarbild, der Stephanusaltar, Teile der Orgel und einige kleinere Kirchenbänke sowie die Grabplatten der Familien Fresendorf und von Hane im Eingangsbereich.  

Der Kirchturm der älteren Kirche blieb in seinen Grundmauern stehen. Die Welsche Haube – eine solche gibt es auch auf Haus Opherdicke — und der Turm wurden beträchtlich erhöht, das Kirchenschiff nach Osten erweitert. Am 12. November 1893 erfolgt die Einweihung der dreischiffigen Hallenkirche im neugotischen Stil, wie sie sich am Sonntag auch noch den Besuchern darstellt.

Die von Lilien waren die letzte adelige Familie auf Haus Opherdicke. Die Familie wurde in der Liliengruft neben der Kirche beigesetzt. Auf der linken Seite des Altarraumes befindet sich die nach der Familie benannte Lilienkapelle.

Die Kapelle und Gruft der Familie von Lilien

Auch im direkten Umfeld der Kirche gibt es Denkmalwertes: Das Erbbegräbnis der Familie von Lilien links am Eingang des katholischen Friedhofes, der 1849 angelegt wurde, mit seiner zum Teil historischen Umfassung und den Grabplatten aus der Zeit von 1877 bis 1912 steht unter Denkmalschutz. (Foto:P. Gräber - Emscherblog)
Auch im direkten Umfeld der Kirche gibt es Denkmalwertes: Das Erbbegräbnis der Familie von Lilien links am Eingang des katholischen Friedhofes, der 1849 angelegt wurde, mit seiner zum Teil historischen Umfassung und den Grabplatten aus der Zeit von 1877 bis 1912 steht unter Denkmalschutz. (Foto:P. Gräber – Emscherblog)

„In dieser Kapelle hatten früher die Besitzer von Haus Opherdicke während der Gottesdienste ihren Platz“, erläutert Monika Blennemann, deren Vater letzter privater Eigentümer von Haus Opherdicke war. Sehenswert sind der Mosaikfliesenboden, die Schlusssteine des Deckengewölbes und die vier bunten Mosaikfenster aus dem Jahr 1893. Das Wappen der Familie von Lilien ist von außen über dem Eingang der kleinen Kapelle angebracht.

Ebenfalls im Fokus der Kirchenführung stehen werden die beiden Statuen, die  den Hl. Antonius von Padua sowie Franz von Assisi darstellen. Sie stammen ebenfalls aus der alten Kirche, die drei Altäre hatte. Die vor zwei Jahren restaurierten Figuren waren dort am Seitenaltar auf der rechten Seite angebracht. Ungewöhnlich: Im Altar der Stephanus-Kirche befinden sich nicht etwa die Reliquien des Franz von Assisi, sondern des Franz Xaverius.

Mehr Informationen zu diesem geschichtsträchtigen Ort gibt es am Sonntag bei der Kirchenführung und online unter www.st-stephanus-Opherdicke.de.

  • Termin: Sonntag, 11. September, 14 Uhr, St. Stephanuskirche Opherdicke, Unnaer Str.

St. Stephanus, Tag des Denkmals


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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