Strom illegal abgezapft in Mietshaus: 400 Euro Geldstrafe

Wegen Strom­dieb­stahls wurde ein 53-jäh­riger Holzwickeder Hartz-IV-Emp­fänger heute (17.9.) vor dem Amts­ge­richt Unna zu einer Geld­strafe von 400 Euro ver­ur­teilt.

Ver­mut­lich irgend­wann im Laufe des Jahres 2013 hatte der Ange­klagte ein Loch in seinen Fuß­boden seiner Woh­nung gebohrt, ein Strom­kabel hin­durch­ge­führt und die Kel­ler­be­leuch­tung ange­zapft. Als die all­ge­meine Strom­rech­nung in dem Miets­haus dann plötz­lich um rund 400 Euro höher als gewohnt aus­fiel, wurden die Ver­mie­terin und der Strom­ver­sorger auf­merksam. Im Januar 2014 ent­deckte man schließ­lich die ille­gale „Strom­zapf­stelle“ in der Woh­nung des Ange­klagten, dessen Strom­rech­nung sich übri­gens als ver­dächtig niedrig her­aus­stellte.

Plötzlich war die Allgemeinstrom-Rechnung verdächtig hoch

In seiner Ver­hand­lung heute erklärte der Ange­klagte, dass das ille­gale Strom­kabel schon seit 1996 in seiner Woh­nung ver­legt sei. Damals habe es Pro­bleme mit der Strom­ver­sor­gung in seinem Schlaf­zimmer gegeben und ein befreun­deter Elek­triker habe das Kabel durch den Boden in den Keller gelegt. Dafür könne er auch Zeugen benennen. Er sei immer davon aus­ge­gangen, recht­fer­tigte sich der Ange­klagte, dass der ent­nom­mene Strom aus seinem eigenen Keller komme und kein All­ge­meinstrom sei. Die erhöhte All­ge­meinstrom-Rech­nung erklärte der 53-Jäh­rige damit, dass seine Nach­barn dau­ernd Licht auf dem Dach­boden brennen lassen haben.

Dem wider­sprach jedoch seine Ver­mie­terin, die als Zeugin gehört wurde: Im ganzen Keller gebe es nur All­ge­meinstrom. Außerdem sei die All­ge­meinstrom-Rech­nung nur dieses eine Mal für 2013 auf­fällig hoch gewesen.

Rich­terin Sarah Mal­cherek glaubte dem Ange­klagten nicht und ver­ur­teilte den arbeits­losen Hartz-IV-Emp­fänger zu einer für ihn sicher emp­find­li­chen Geld­strafe in Höhe von 40 Tages­sätzen a‘ zehn Euro. Für den Holzwickeder habe zwar gespro­chen, so die Rich­terin in ihrer Urteils­be­grün­dung, dass er keine Vor­strafen habe. Gegen ihn spreche aller­dings, dass er nicht geständig sei.

Stromdiebstahl


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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