Streit nach BVB-Spiel endet vor Amtsgericht: Holzwickeder muss 2.000 Euro zahlen

Recht glimpf­lich davon kam heute (23. Mai) ein 29-jäh­riger Holzwickeder, der am 15. Sep­tember vorigen Jahres in der Gast­stätte Uni in Unna einen 30 Jahre alten anderen Gast mit einem Faust­schlag nie­der­streckte und den am Boden Lie­genden anschlie­ßend auch noch einen Fuß­tritt ver­passt haben soll. Gegen Zah­lung von 2.000 Euro binnen eines halben Jahres an sein Opfer stellte Richter Chri­stian Johann das ver­fahren gegen den Holzwickeder vor­läufig ein.

Am Tattag hatte der Holzwickeder mit Freunden das Heim­spiel des BVB gegen die Frank­furter Ein­tracht gesehen und nach eigenen Angaben auch schon vor dem Spiel in Hoppy’s Treff ordent­lich gebe­chert. Nach dem Spiel ging’s dann nach Unna in die UNI

Dort war es prop­pen­voll und im Gedränge schlug der der Ange­klagte, der ein rotes Trikot der Ein­tracht trug, plötz­lich zu: „Warum weiß ich auch nicht mehr. Ich glaube, ich hatte irgend­wann das Gefühl, dass er mich ange­spuckt oder eine feuchte Aus­sprache hat.“ Jeden­falls schlug der Holzwickeder seinen Kon­tra­henten mit der rechten Faust ins Gesicht. „Er fiel auch sofort um und ich wurde nach hinten weg­ge­zogen und es gab ein rie­siges Durch­ein­ander. Kann sein, dass ich in dem Gerangel dann auch noch unab­sicht­lich gegen seinen Kopf getreten habe. Ich weiß es nicht mehr, ich hatte sehr viel Bier getrunken“, so der 29-Jäh­rige zum Richter. Gemessen wurden später ca. 1,6 Pro­mille bei dem Holzwickeder.

Fußtritt gegen Opfer in der UNI

Immerhin ent­schul­digte sich der Holzwickeder noch draußen bei seinem Opfer, als dieses schon im Kran­ken­wagen lag. Und auch vor Gericht gab er sich reu­mütig. „Es tat mir schon indem Moment leid, als man mich nach hinten gebracht hatte. Ich bin auch kein Hob­by­trinker und trinke nur zu beson­deren Anlässen wie ein Fuß­ball­spiel.“ Das Publikum in der UNI habe sich auch sehr ver­än­dert. Die Gast­stätte sei auch sehr dunkel und voll gewesen an dem Abend. „Künftig werde ich diese Gast­stätte ganz sicher meiden.“

Schwer ver­letzt wurde sein Opfer bei dem Sngriff nicht, wie der Bochumer heute selbst erklärte: „Ich hatte eine Beule hinter dem Ohr und meine Nase tat sehr weh . Aber nach ein paar Tagen war auch mein blaues Auge wieder weg und dann war’s auch gut.“ Zum Tat­her­gang selbst konnte der 30-Jöäh­rige nur wenig bei­tragen: Er habe mit einer Bekannten im Rücken des Ange­klagten gestanden. „Wir hatten keine Streit­si­tua­tion. Ich habe ihm noch gesagt, dass ich cool finde, dass er in seinem Trikot gekommen ist. Ich als Schalker hätte mich das nicht getraut.“ Irgend­wann sei er dann geschlagen worden und habe sofort einen Film­riss gehabt.

Ich kann nicht mal genau sagen, wer es war. Ich weiß auch nur von meiner Bekannten, das ich getreten worden bin. Erin­nern kann ich mich erst wieder an den Arzt im Kran­ken­haus.“ Das sich der Holzwickeder noch am Abend bei ihm ent­schul­digte, habe er aber noch mit­be­kommen. Auch der Zeuge hatte 1,3 Pro­mille im Blut, wie im Kran­ken­haus fest­ge­stellt wurde.

Keine Verletzungen, kein Strafantrag

Schlagen ist ja okay, aber einen am Boden Lie­genden zu treten ist abartig. “

Der Geschä­digte (30 Jahre)

Richtig krumm schien das Opfer dem Holzwickeder wohl auch nur den Tritt zu nehmen. „Schlagen ist ja okay, aber einen am Boden Lie­genden zu treten ist abartig. Das sehe ich sehr kri­tisch, weil ich so etwas früher selbst einmal gemacht habe und dafür auch meine Strafe bekommen habe.“

Auch zwei wei­tere Zeugen wurden noch ver­nommen, die beide einen Tritt gegen das Boden lie­gende Opfer bestä­tigten. Nur einer der beiden Zeugen war jedoch ganz sicher, dass der Ange­klagte den Tritt aus­ge­führt hatte.

Für mich ist relativ klar, dass es diesen Tritt vom Ange­klagten gab“, so der Richter. Der mit diesen Worten auf wei­tere Zeu­gen­ver­neh­mungen ver­zich­tete.

Der Ver­tei­diger erklärte dar­aufhin, dass sein Man­dant auch bereit sei, eine Art Ent­schä­di­gung an das Opfer zu zahlen. Da der Holzwickeder nicht vor­be­straft ist, sich gleich nach der Tat auch bei dem Opfer ent­schul­digte, das glück­li­cher­weise keine nen­nens­werten Ver­let­zungen davon getragen und auch keinen Straf­an­trag gestellt hat , stellte Richter Chri­stian Johann nach Rück­sprache mit der Ankla­ge­ver­tre­terin und dem Opfer das Ver­fahren gegen Zah­lung von 2.000 Euro, zahlbar inner­halb von sechs Monaten an das Opfer, ein.

Körperverletzung, UNI


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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