Norbert Enters, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion Unna und Vorsitzender des Ausschusses für Natur und Umwelt. (Foto: privat)

SPD im Kreistag fordert Taten: Klimanotstand und Artenschutz gehören zusammen

Norbert Enters, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion Unna und Vorsitzender des Ausschusses für Natur und Umwelt. (Foto: privat)
Nor­bert Enters, stell­ver­tre­tender Vor­sit­zender der SPD-Kreis­tags­frak­tion Unna und Vor­sit­zender des Aus­schusses für Natur und Umwelt. (Foto: SPD)

Der Aus­ru­fung des Kli­ma­not­stands im Kreis Unna sollen kon­krete Taten vor Ort folgen – und das auf mög­lichst allen Hand­lungs­fel­dern. Die SPD Frak­tion im Kreistag hat jetzt zwei Anfragen und einen Antrag zum Umwelt- und Arten­schutz gestellt, die in der näch­sten Sit­zung des Aus­schusses für Natur und Umwelt auf die Tages­ord­nung sollen. „Kli­ma­wandel und Arten­schutz gehören zusammen. Jede vierte aller erfassten Tier- und Pflan­zen­arten ist vom Aus­sterben bedroht, wenn wir nicht han­deln“, ver­weist Nor­bert Enters, umwelt­po­li­ti­scher Spre­cher der Frak­tion, auf eine aktu­elle Studie der Ver­einten Nationen.

Biotopverbund im Kreis Unna

Die SPD for­dert im Rahmen der Umset­zung und Wei­ter­ent­wick­lung der Land­schafts­pläne kreis­weit eine Ver­net­zung von geschützten Lebens­räumen, so genannten Bio­topen. Denn Tiere und Pflanzen müssen die Mög­lich­keit haben, zwi­schen den Gebieten unter­wegs zu sein – zum Bei­spiel durch die Schaf­fung von Grün­brücken oder Tunnel. „Gerade in Zeiten des Kli­ma­wan­dels ist es wichtig, gefähr­deten Arten zu ermög­li­chen, durch ver­bes­serte Bio­top­ver­bund­struk­turen auch zukünftig auf geeig­nete Stand­orte zugreifen zu können“, erläu­tert Nor­bert Enters. Denn: „Tiere und Pflanzen sind in ihrer bio­lo­gi­schen Viel­falt Bestand­teil eines Netz­werkes – sie lie­fern Nah­rung und Lebens­grund­lagen für wei­tere Arten. Fehlt ein Teil, hat das Folgen. Und die betreffen irgend­wann auch uns, wie das Bie­nen­sterben zeigt.“ Mit den Kom­munen sollen ent­spre­chende Gespräche über Mög­lich­keiten der Bio­top­ver­net­zung geführt werden.

Nitratbelastung in Boden und Gewässern

Die Bela­stung mit Nitrat in Böden und Gewäs­sern sowie im Grund­wasser nimmt zu. Inten­sive Land­wirt­schaft und Über­dün­gung, aber auch zum Teil ille­gale Gül­le­trans­porte aus stark bela­steten Bun­des­län­dern und dem Aus­land nach NRW werden dafür ver­ant­wort­lich gemacht. Die SPD Frak­tion im Kreistag will des­halb von der für den Gewäs­ser­schutz zustän­digen Ver­wal­tung wissen, ob es Hin­weise auf über­mä­ßige, ille­gale oder ver­meid­bare nitrat­be­la­stende Importe vor Ort gibt. Außerdem fragt sie, ob in der Ver­gan­gen­heit Grenz­werte und wenn ja, in wel­chem Umfang, im Kreis Unna über­schritten worden sind. „Damit soll sicher­ge­stellt werden, dass gute Lebens­be­din­gungen für Men­schen, Tiere und Pflanzen gewähr­lei­stet sind“, begründet Nor­bert Enters.

Bei Nitrat han­delt es sich um eine Stick­stoff­ver­bin­dung, die natür­li­cher­weise im Boden vor­kommt, aber auch mit­tels Dün­gung aus­ge­bracht wird. Der Anteil, den die Pflanzen nicht ver­brau­chen und der im Boden nicht durch Deni­tri­fi­ka­tion abge­baut wird, gelangt ins Grund­wasser. Ist der Gehalt zu hoch, bestehen Gesund­heits­ge­fahren.

Mit natürliche Mitteln gegen Eichenprozessionsspinner

Die Bela­stung für Men­schen und Tiere durch den Eichen­pro­zes­si­ons­spinner hat in diesem Sommer im Kreis Unna hohe Wellen geschlagen. Experten erwarten auch für die kom­menden Jahre eine starke Ver­brei­tung der Raupe. Sie soll, so wünscht sich die SPD, auf mög­lichst natür­liche Weise bekämpft werden – und zwar mit Nist­hilfen. Der Grund: Vögel und Fle­der­mäuse machen Jagd auf die aus­ge­wach­senen Falter. Einige Vogel­arten, zum Bei­spiel der Kuckuck, fressen auch die Raupen. Hilft man also den natür­li­chen Fress­feinden des Eichen­pro­zes­si­ons­spin­ners, bekämpft man gleich­zeitig den Pla­ge­geist. Die Ver­wal­tung wird gebeten zu prüfen, ob es hierzu solide Erkennt­nisse aus anderen Kom­munen gibt, um den Ein­satz von Insek­ti­ziden zu ver­meiden. Unter anderem hat die Gemeinde Groes­beek in den Nie­der­landen Erfolge ver­meldet.

Kreis-SPD

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