Sexueller Missbrauch: Mitarbeiterin des Sozialamtes im Zeugenstand

Die Ver­hand­lung gegen den 26-jäh­rigen afgha­ni­schen Asyl­be­werber M. aus Holzwickede, der sich wegen sexu­ellen Miss­brauchs einer Min­der­jäh­rigen vor dem Schöf­fen­ge­richt Unna ver­ant­worten muss, wurde heute fort­ge­setzt.

Am zweiten Ver­hand­lungstag in dem neu ange­setzten Pro­zess wurde eine Mit­ar­bei­terin des Sozi­al­amtes der Gemeinde als Zeugin befragt, ob sie sich daran erin­nern könne, dass die Mutter der Min­der­jäh­rigen schon einmal einen Bewohner beschul­digt habe, ihre min­der­jäh­rige Tochter sexuell belä­stigt zu haben, um ihre Ver­le­gung in eine andere Unter­kunft zu erwirken.

Wie bereits bei ihrer Aus­sage in der ersten Ver­hand­lung schil­derte die Mit­ar­bei­terin des Sozi­al­amtes dar­aufhin einen Vor­fall, bei dem ein Bewohner ver­sucht hatte, das Bade­zimmer zu betreten, in dem die min­der­jäh­rige Tochter der alba­ni­schen Familie gerade duschte. Aller­dings habe dieser Bewohner wohl nur die Tür­klinke her­un­ter­ge­drückt und das Bad nicht betreten, als der merkte, dass es besetzt ist.

Bewohner müssen sich ein Bad teilen

Der Bewohner habe sich anschlie­ßend dar­über beklagt, dass die Mutter ihn nach diesem Zwi­schen­fall bei Mit­be­wohner schlecht gemacht habe. Aller­dings, so die Zeugin, müssen sich in der Unter­kunft meh­rere Bewohner auf einer Etage nur ein Bade­zimmer teilen, so dass Zwi­schen­fälle wie der geschil­derte sich kaum ver­meiden lassen.

Davon, dass die Mutter auch schon einmal einen Bewohner beschul­digt haben soll, sie ver­ge­wal­tigt zu haben, hat die Zeugin „noch nie etwas gehört“, wie sie auf Nach­frage der Rich­terin erklärte.

Außerdem bestä­tigte die Mit­ar­bei­terin des Sozi­al­amtes, dass die Mutter der Geschä­digten sich in der Ver­gan­gen­heit häu­figer beschwert und um Ver­le­gung in eine andere Unter­kunft gebeten habe. Nach der Anzeige gegen den Ange­klagten habe die Familie jedoch das Angebot der Ver­le­gung aus den Unter­künften an der Mas­sener Straße abge­lehnt. Statt­dessen ist der Ange­klagte auf eigenen Wunsch in die Unter­künfte an der Bahn­hof­straße ver­legt worden.

Der Pro­zess wird mit wei­teren Zeu­gen­ver­neh­mungen fort­ge­setzt.

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