Einrichtungsleiterin Sandra Bartsch unterstützt gemeinsam mit ihrem Team viele Ratssuchende im Kreis Unna.. (Foto: AWO)

Schuldnerberatung: „Chancenlose Kinder? – Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung“

Einrichtungsleiterin Sandra Bartsch unterstützt gemeinsam mit ihrem Team viele Ratssuchende im Kreis Unna.. (Foto: AWO)
Ein­rich­tungs­lei­terin Sandra Bartsch unter­stützt gemeinsam mit ihrem Team viele Rats­su­chende im Kreis Unna.. (Foto: AWO)

Ein­kom­mens­ver­luste, Arbeits­lo­sig­keit, feh­lende Ver­pfle­gung in Schulen und Kitas bela­sten armuts­ge­fähr­dete Fami­lien enorm. Es sei zu befürchten, dass die Pan­demie die Wirt­schaft und damit die Fami­lien in die Schulden treibt, so Sandra Bartsch, Lei­terin der AWO Schuld­ner­be­ra­tung im Kreis Unna. Wenn wie der­zeit durch die Corona Krise Kurz­ar­beit bis zu 33 Pro­zent des Ein­kom­mens fehlen, geraten viele Fami­lien schnell unter Druck.

Die dies­jäh­rige bun­des­weite Akti­ons­woche (25.- 29. Mai) nimmt daher die Jüng­sten in den Blick. Mit dem Slogan „Chan­cen­lose Kinder? Gutes Auf­wachsen trotz Über­schul­dung!“ werden die mit­be­trof­fenen Kinder in den Fokus gerückt. Bun­des­weit leben 21 % der Kinder dau­er­haft oder wie­der­keh­rend in Armut. Beson­ders Kinder von Allein­er­zie­henden oder Fami­lien mit vielen Kin­dern sind betroffen. Aus der Bera­tungs­praxis weiß Sandra Bartsch, dass finan­zi­elle Hilfen vielen Eltern nicht bekannt oder Ver­fahren sehr büro­kra­tisch und umständ­lich sind.

Gerade jetzt geraten mehr Menschen in Armut

Auch rei­chen staat­liche Hilfen für den täg­li­chen Bedarf der Kinder nicht aus. „Kinder haben ein Recht auf eine unbe­la­stete Kind­heit und Jugend“, betont Sandra Bartsch und berichtet, „dass viele Stu­dien ein­deutig belegen, dass sich Armut negativ auf die Ent­wick­lung von Kin­dern aus­wirkt.“

Die Fach­leute gehen der­zeit davon aus, dass gerade jetzt mehr Men­schen in Zah­lungs­schwie­rig­keiten geraten. Eng wird es, wenn bereits jeder Cent ver­plant ist. Sinkt das Ein­kommen dra­stisch und bleiben die Kosten wie Miete, Strom oder Ver­si­che­rungen kon­stant, können Rech­nungen schnell nicht begli­chen werden. Steigt die Anspan­nung in den Fami­lien und kommt bei jedem Wunsch ein Nein, spüren auch Kinder die Erwach­se­nen­sorgen.

Sich früh­zeitig Hilfe holen“, kann Bartsch nur emp­fehlen. „Wir bieten zum Bei­spiel Bud­get­be­ra­tung an, um Eng­pässe zu über­winden und ermög­li­chen bei der Haus­halts­pla­nung den Blick von außen“. Zugleich können die Schuld­ner­be­ra­tungs­stellen bei Kon­to­pfän­dungen behilf­lich sein, damit das Fami­li­en­ein­kommen gesi­chert wird.

568 Personen in Privatinsolvenz im Jahr 2019

Erfah­rungs­gemäß ist das Dilemma in den Fami­lien groß: Betrof­fene holen sich viel­fach erst dann Hilfe, wenn es kaum noch aus­zu­halten ist. Damit ver­min­dern sich die Regu­lie­rungs­mög­lich­keiten. 2019 hat die AWO Schuld­ner­be­ra­tung 586 Per­sonen bei der Bean­tra­gung einer Pri­vat­in­sol­venz unter­stützt, weil die Schulden zu hoch wurden. Durch die Pri­vat­in­sol­venz konnte den Betrof­fenen wieder eine klare Per­spek­tive gegeben werden.

Schuld­ner­be­ra­tungs­stellen bieten Unter­stüt­zung beim Umgang mit Mah­nungen oder der Klä­rung mit Gläu­bi­gern an. „In unserer Bera­tung bespre­chen wir Themen ver­trau­lich und suchen mit den Men­schen nach Lösungs­mög­lich­keiten“, ver­si­chert Sandra Bartsch abschlie­ßend.

Rat­su­chende können sich direkt an die AWO Schuld­ner­be­ra­tung wenden: Schuld­ner­be­ra­tung der AWO Ruhr-Lippe-Ems, Unnaer Str. 29a, 59174 Kamen, Telefon: 02307 92488 – 0, E‑Mail: schuldnerberatung@awo-rle.de

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