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Der Runde Tisch gegen Häusliche Gewalt traf sich auf Haus Opherdicke. (Foto: Leonie Engelhardt - Kreis Unna)

Runder Tisch gegen häusliche Gewalt setzt nach Corona-Pause Arbeit fort

Der Runde Tisch gegen Häusliche Gewalt traf sich auf Haus Opherdicke. (Foto: Leonie Engelhardt - Kreis Unna)
Der Runde Tisch gegen Häusliche Gewalt traf sich auf Haus Opherdicke. (Foto: Leonie Engelhardt – Kreis Unna)

Im Kreis Unna hat sich vor nunmehr 23 Jahren der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt gegründet mit dem Ziel, die Hilfsangebote für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kindern zu bündeln und zu vernetzen. Die Mitglieder des Runden Tisches trafen sich am vergangenen Mittwoch (15.6.) nach Corona-bedingter Pause wieder in Präsenz auf Haus Opherdicke, um sich über die Weiterentwicklung des Netzwerkes und die nächsten Themenschwerpunkte zu verständigen.

„Die Vernetzung von Stellen, die mit häuslicher Gewalt zu tun haben, ist eine wichtige Hilfestellung in der Arbeit mit und für Betroffene“, sagte Heidi Bierkämper-Braun (Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung). Gemeinsam mit Katja Sahmel (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Unna) und Dörte Humbert-Schneider (Leiterin der Frauen- und Mädchenberatungsstelle des Frauenforums) hatte sie zum Treffen eingeladen hatte. 

Vernetzung und Austausch notwendig

Die Mitglieder des Runden Tisches waren sich einig, dass Austausch und Vernetzung von Fachkräften in diesem Gremium – angefangen von der Kindertageseinrichtung über Beratungsstellen bis hin zu Polizei und Justiz – richtig und notwendig sind und die Aktivitäten weiter ausgebaut werden sollen. Zusätzlich zum Wunsch nach mehr Austausch hat sich das Netzwerk darauf verständigt, künftig die Themen „Opferarbeit“ – z. B. psychosoziale Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene von häuslicher Gewalt sowie deren Rolle in Strafverfahren – und „Digitale Gewalt in Paarbeziehungen“ intensiver zu behandeln.

Eingeladen waren auch Ariane Raichle (Dipl.-Pädagogin, Frauen- und Mädchenberatungsstelle des Frauenforums), Anne Reichert (Sprecherin der Lenkungsgruppe Netzwerk gegen Gewalt an Menschen mit Behinderungen) und Stephan Moning (Die Brücke Dortmund e.V.).

Ariane Raichle berichtete über den aktuellen Stand der Arbeitsgruppe „Anonyme Spurensicherung“. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, im Kreis Unna eine Möglichkeit zu schaffen, nach einer Vergewaltigung ohne Angabe von Personalien gerichtsverwertbare Spuren abnehmen und sichern zu lassen, damit betroffene Frauen auch noch zu einem späteren Zeitpunkt Anzeige erstatten können.

Tagung in Präsenz war nicht möglich

Das Netzwerk gegen Gewalt an Menschen mit Behinderungen hat Corona-bedingt nicht in Präsenz tagen können, teilte Anne Reichert mit. Dennoch wurde und wird an Themen, wie z.B. Rahmenvereinbarungen für Werkstätten für Menschen mit Behinderungen oder Präventionsangebote gegen (häusliche) Gewalt weitergearbeitet.

Stephan Moning informierte über das Projekt (MannoG – Mann ohne Gewalt) der Brücke Dortmund. Im Rahmen des Projektes erhalten Männer, die Gewalt in ihrer Partnerschaft, Ehe oder Familie ausgeübt haben, pädagogische und therapeutische Hilfsangebote. Ziel dieser Arbeit ist, dass die Männer die Verantwortung für Ihr Handeln übernehmen und lernen, ihre Auseinandersetzungen künftig gewaltfrei und respektvoll zu führen.

Zum Hintergrund: Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums wird in Deutschland etwa jede vierte Frau mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexualisierter Gewalt durch ihren aktuellen oder durch ihren früheren Partner. Der Runde Tisch gegen Häusliche Gewalt im Kreis Unna wurde 1999 eingerichtet und ist eine Vernetzung zum Schutz und zur Unterstützung von Frauen und Kindern, die in Beziehungen von Männern Gewalt in ihren unterschiedlichen Formen erfahren haben. Weitere Informationen, darunter auch Flyer und Hilfsangebote für Frauen, finden sich auf der Internetseite des Kreises www.kreis-unna.de, Suchbegriff: Häusliche Gewalt. 

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