Die Werkstatt Unna vermittelte 100 junge Menschen passgenau in Ausbildungsberufe. Jetzt könnte das "Regionale Ausbildungsmanagenment" im Kreis Unna ein Modell für ganz NRW werden. (Symbolfoto: mobilitat/Fotalia)

Regionales Ausbildungsmanagement: Passgenaue Beratung als Modell für ganz NRW?

Die Werkstatt Unna vermittelte 100 junge Menschen passgenau in Ausbildungsberufe. Jetzt könnte das "Regionale Ausbildungsmanagenment" im Kreis Unna ein Modell für ganz NRW werden. (Symbolfoto: mobilitat/Fotalia)
Die Werk­statt Unna ver­mit­telte 100 junge Men­schen pass­genau in Aus­bil­dungs­be­rufe. Jetzt könnte das „Regio­nale Aus­bil­dungs­ma­nage­ment“ im Kreis Unna ein Modell für ganz NRW werden. (Sym­bol­foto: mobilitat/​Fotalia)

Aus­bil­dungs­fä­hige Jugend­liche finden keine Lehr­stelle, Aus­bil­dungs­be­triebe können ihre Nach­wuchs­stellen nicht besetzen, weil sie nicht den pas­senden Bewerber finden. Diese schon typi­sche Situa­tion der Vor­jahre könnte sich im Zuge der Corona-Pan­demie bis zum Herbst erheb­lich zuspitzen, wenn Betriebe in wirt­schaft­li­chen Not­si­tua­tionen ihre Aus­bil­dungs­plätze nicht besetzen können. Das „Regio­nale Aus­bil­dungs­ma­nage­ment“ im Kreis Unna hatte es sich erfolg­reich zum Haupt­an­liegen gemacht, Betriebe und Jugend­liche pass­genau zusam­men­zu­bringen.

Ob das Modell nun auf andere Regionen über­tragbar ist und auch Lösungen für die aktu­elle Krise bietet, das wollen die Arbeits­markt-Akteure jetzt mit den zustän­digen Lan­des­mi­ni­ste­rien klären. Auf Ein­la­dung von Landrat Makiolla werden dazu Anfang Sep­tember zwei hoch­ran­gige Ver­treter des Landes ins Kreis­haus kommen.

Hochkarätiges Treffen im Kreishaus

Von 2018 bis 2019 wurden im Rahmen des Modell­ver­su­ches „Regio­nales Aus­bil­dungs­ma­nage­ment“ (RAM) unter der Regie der Werk­statt im Kreis Unna im Kreis Unna/​Hamm über 1.000 Jugend­liche und mehr als 250 Betriebe erreicht und intensiv beraten. Am Ende fanden nach pass­ge­nauer Ver­mitt­lung 100 junge Men­schen den Weg zum Berufs­ab­schluss. Ent­wickelt und getragen wurde der inno­va­tive Ansatz von den Geschäfts­füh­rungen und Lei­tungen aller rele­vanten Arbeits­markt­ak­teure, von der Bun­des­agentur für Arbeit und den beiden Job­cen­tern im Kreis Unna und Hamm, über die IHK zu Dort­mund, die Hand­werks­kammer und die Kreis­hand­wer­ker­schaft Hellweg, den DGB bis hin zum Kreis Unna. Zen­trale Ziel­gruppe waren Jugend­liche ohne Berufs­ab­schluss an den Berufs­kol­legs der Region. Die prak­ti­sche Umset­zung erfolgte durch die Werk­statt im Kreis Unna, die auch die För­de­rung beim Arbeits­mi­ni­ste­rium NRW und dem euro­päi­schen Sozi­al­fond ein­lobte.

Es wäre gut und wün­schens­wert, wenn das Land erfolg­reiche Ele­mente des regio­nalen Aus­bil­dungs­ma­nage­ments, wie etwa die ziel­ge­rich­tete Bera­tung von Berufs­schü­lern, in sein Regel­sy­stem ein­ar­beiten würde.“

Michael Makiolla (Landrat)

Die Aus­wer­tung der betei­ligten Partner Ende 2019 fiel überaus positiv aus, und man ver­ab­re­dete sich darauf, gemeinsam mit den zustän­digen Mini­ste­rien (Arbeit und Schule) Bilanz zu ziehen. Durch die Corona-Krise musste die für das Früh­jahr geplante Zusam­men­kunft in den kom­menden Sep­tember ver­schoben werden. Am 9. Sep­tember werden nun die zustän­digen Grup­pen­leiter, aus dem Arbeits- und dem Schul­mi­ni­ste­rium im Kreis­haus erwartet und mit den regio­nalen Akteuren zusam­men­treffen. Gemeinsam will die hoch­ka­rä­tige Runde prüfen, wie die Erfolge des Regio­nalen Aus­bil­dungs­ma­nage­ments fort­zu­setzen und nach Mög­lich­keit zu ver­stärken sind.

Landrat Michael Makiolla hofft: „Es wäre gut und wün­schens­wert, wenn das Land erfolg­reiche Ele­mente des regio­nalen Aus­bil­dungs­ma­nage­ments, wie etwa die ziel­ge­rich­tete Bera­tung von Berufs­schü­lern, in sein Regel­sy­stem ein­ar­beiten würde. Dies könnte sowohl grund­sätz­lich beim Kampf gegen den Fach­kräf­te­mangel helfen als auch in der momen­tanen Corona-Krise eine wich­tige Unter­stüt­zung bieten“. Für Werk­statt-Geschäfts­führer Her­bert Dör­mann spre­chen die aktu­ellen Aus­bil­dungs­zahlen für sich. Von den 2.227 Lehr­stel­len­be­wer­bern im Kreis waren im Juni noch immer 909 unver­sorgt. Auf der anderen Seite blieben bisher noch 730 der 1.887 Aus­bil­dungs­stellen unbe­setzt: „Es wird eine Dau­er­auf­gabe bleiben, Jugend­liche gerade aus den Berufs­kol­legs und Stellen in der Region syste­ma­tisch zusam­men­zu­bringen“, sagt Dör­mann.

Werkstatt Unna

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