Setzt auf parteiübergreifende Zusammenarbeit, um etwas für Holzwickede zu bewirken: der SPD-Spitzenkandidat Peter Wehlack mit Familienhund Luma im eigenen Garten. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Peter Wehlack: Der politische Quereinsteiger, der auf parteiübergreifende Zusammenarbeit setzt

Setzt auf parteiübergreifende Zusammenarbeit, um etwas für Holzwickede zu bewirken: der SPD-Spitzenkandidat Peter Wehlack mit Familienhund Luma im eigenen Garten. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Setzt auf par­tei­über­grei­fende Zusam­men­ar­beit, um etwas für Holzwickede zu bewirken: der SPD-Spit­zen­kan­didat Peter Wehlack mit Fami­li­en­hund Luma im eigenen Garten. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Die Kom­mu­nal­wahl findet am 13. Sep­tember statt. Gewählt wird an diesem Termin nicht nur ein neuer Gemein­derat, son­dern auch eine neue Bür­ger­mei­sterin oder ein neuer Bür­ger­mei­ster für die Gemeinde Holzwickede. Der Emscher­blog hat mit allen vier Bewer­bern Inter­views geführt, die an dieser Stelle ver­öf­fent­licht werden. Nach den Inter­views mit der amtie­renden Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel und der Kan­di­datin der Grünen, Susanne Wer­binsky, lesen Sie heute das Inter­view mit dem Peter Wehlack (SPD). Als letztes Inter­view folgt dann das Gespräch mit Frank Laus­mann (CDU)

Zur Person: Peter Wehlack (54) ist ver­hei­ratet und Vater von drei Kin­dern. Er ist Leiter einer Real­schule in Kamen und erst seit 2013 Mit­glied der SPD. Als ein­ziger der Kan­di­daten ist er kein Mit­glied des Gemein­de­rates. Den­noch wurde er als erster Kan­didat für das Bür­ger­mei­steramt bereits im vorigen Jahr von seiner Partei nomi­niert. Vielen Holzwicke­dern dürfte Peter Wehlack auch als 1. Vor­sit­zender der Turn­ge­meinde Holzwickede bekannt sein.

Emscher­blog: Herr Wehlack, Sie sind ja schon seit sieben Jahren Mit­glied der SPD. Poli­tisch in Erschei­nung getreten sind Sie aller­dings erst im ver­gan­genen Jahr als Bür­ger­mei­ster­kan­didat. Warum haben Sie sich ent­schlossen, dieses Spit­zenamt anzu­streben, nachdem Sie vorher doch poli­tisch eher unauf­fällig gewesen sind?

Wehlack: Ich bin damals moti­viert durch Jenz Rother, Michael Klim­ziak und Dennis Her­kel­mann in die SPD ein­ge­treten, weil ich gesehen habe: Die bewegen etwas in Holzwickede, mit dem ich mich iden­ti­fi­zieren kann. Tat­säch­lich bin ich dann aber mit meiner Familie, einem Hausbau und meinem Beruf als Schul­leiter doch sehr ein­ge­spannt gewesen. Irgend­wann rief mich dann Michael Klim­ziak an und fragte nach, ob ich nicht aktiver werden und stärker mit­ar­beiten wolle. Doch das war der Zeit­punkt, als unser jüng­ster Sohn Theo geboren war und des­halb habe ich mich weiter zurück­ge­halten. Am Ende waren es dann aber Gespräche mit Michael Klim­ziak, Jenz Rother oder auch Jonas Beck­mann, die mich dazu bewogen haben, um das Spit­zenamt zu bewerben. Weil ich Holzwickeder bin und glaube, dass ich auch Ver­wal­tung kann und wirk­lich etwas bewirken will für diese Gemeinde. Nach langen Gesprä­chen mit meiner Frau und der Familie und reif­li­cher Über­le­gung habe ich dann gesagt: Okay, das kann ich mir vor­stellen.

Emscher­blog: Sie kommen ja eigent­lich aus einer poli­ti­schen Familie. Ihre Mutter ist noch immer für die FDP poli­tisch aktiv…

Wehlack: Richtig und mein Vater ist Mit­glied beim Bür­ger­block.

Emscher­blog: Der Sohn bei der SPD, die Mutter bei der FDP und der Vater beim Bür­ger­block – da sind die Fami­li­en­feiern im Hause Wehlack sicher kon­flikt­trächtig.

Wehlack: Nein, über­haupt nicht. Ganz ehr­lich. Ich sehe das, glaube ich, ähn­lich wie in der Holzwickeder Politik. Am Ende wollen alle etwas Gutes für Holzwickede. Es gibt viel­leicht manchmal andere Ansätze, auch unter­schied­liche Ideen, die wir dann auch dis­ku­tieren, das erlebe ich ja auch in unseren Aus­schuss­sit­zungen, aber am Ende haben alle das gleiche Ziel: das Beste für Holzwickede. Das ist viel­leicht unter­schied­lich aus­ge­prägt, aber so ist das in unserer Familie auch, wenn wir mit­ein­ander dis­ku­tieren und es um Holzwickede geht. Anson­sten blenden wir die Politik natür­lich auch ein­fach aus.

Emscher­blog: Etwas Gutes für Holzwickede tun, fällt das einem Bür­ger­mei­ster leichter, der zu einer Mehr­heits­frak­tion oder doch zumin­dest einer der stärk­sten Frak­tionen im Rat gehört oder ver­kom­pli­ziert es die Dinge mög­li­cher­weise sogar manchmal?

Wehlack: Als Bür­ger­mei­ster wäre ich immer noch Mit­glied einer Partei. Aber ich ver­stehe das Amt wirk­lich par­tei­über­grei­fend. Da ist es am Ende egal, ob eine Ende Idee rot, grün, gelb oder schwarz ist. Haupt­sache ist doch, die Idee ist gut. Ich glaube, da müssen wir hin­kommen: Wenn es im Rat oder in den Aus­schüssen gute Ideen gibt, dann müssen die auf­ge­griffen werden, egal aus wel­cher Partei sie kommen. Viel­leicht ist das ja auch einer meiner großen Vor­teile, dass ich auch quer denken kann. Denn ich habe ja keine so ganz rote Ver­gan­gen­heit und bewege mich noch nicht so lange in diesen poli­ti­schen Bahnen in Holzwickede, son­dern bin über meine Eltern auch mit der FDP, dem Bür­ger­block in Ver­bin­dung und habe selbst auch eine grüne Ver­gan­gen­heit, so dass ich wirk­lich Ideen auf­greifen und das Beste daraus zusam­men­führen kann.

Wenn es im Rat oder in den Aus­schüssen gute Ideen gibt, dann müssen die auf­ge­griffen werden, egal aus wel­cher Partei sie kommen.“

-Peter Wehlack

Emscher­blog: Wenn Sie es schon einmal anspre­chen: Was würden Sie denn als Ihre größten Stärken bezeichnen?

Wehlack: Per­sön­lich bin ich sehr ziel­strebig. Ich kann sehr gut mit Men­schen umgehen, das merke ich tag­täg­lich auch in meinem Beruf. Als Schul­leiter hat man ja ein Kol­le­gium, das ganz hete­rogen ist: der Deutsch-Lehrer, der Mathe- und der Sport-Lehrer sind auch schon von der Fakultas her völlig ver­schieden. Und die in einem Team zusam­men­zu­bringen, sie mit gemein­samen Zielen in eine Rich­tung zu führen, das ist auch für einen Schul­leiter eine sehr große Auf­gabe. Das gelingt ganz gut an meiner Schule. Ich denke, diese Eigen­schaft kann ich auch ganz gut ein­bringen in die Arbeit mit einer Ver­wal­tung. So dass die vielen Men­schen, die dort arbeiten, als Team auf­treten und alle gemeinsam auf ein Ziel hin­ar­beiten. Das gilt übri­gens genauso für die Politik in ihrer breiten Viel­falt, dass man ver­sucht, sie zu einen. Nicht zu einer Partei, aber um gemeinsam nach vorne zu kommen. Wichtig ist ein­fach, die Men­schen mit­zu­nehmen, mit denen man arbeitet. Natür­lich muss man als Schul­leiter auch gut struk­tu­riert sein und orga­ni­siert arbeiten können sowie kom­mu­ni­kativ sein, schon wegen der täg­li­chen Eltern­ge­spräche. Aber mit Men­schen zu reden und mit ihnen umzu­gehen, ist etwas, was ich ganz gut kann.

Emscher­blog: Das hört sich eher weniger pola­ri­sie­rend an.

Wehlack: Ja ganz bestimmt, zu pola­ri­sieren ist nicht meine Art. Ich ver­suche lieber, gemeinsam Wege zu gehen. Das Gegen­ein­ander kostet unheim­lich viel Kraft und man ver­liert schnell das eigent­liche Ziel aus dem Blick. Wenn alle an einem Strang ziehen, erreicht man schneller mehr. Man muss natür­lich auch Abstriche machen, aber das ist nun mal so in einer Demo­kratie. Da muss man schauen, wo es Mehr­heiten gibt, wie man Men­schen über­zeugen kann. Das ist der demo­kra­ti­sche Pro­zess, zu dem auch gehört, dass man einen Mehr­heits­be­schluss anschlie­ßend gemeinsam tragen muss.

Emscher­blog: Wenn wir über Ihre Stärken gespro­chen haben, müssen wir nun selbst­ver­ständ­lich auch über Ihre Schwä­chen spre­chen. Was sind denn Ihre größten?

Wehlack: Die Frage nach den Schwä­chen ist ja immer eine, die auch in Bewer­bungs­ge­sprä­chen gestellt wird. Ich würde nicht behaupten wollen, dass ich keine Schwä­chen habe. Aber die eine so richtig aus­ge­prägte Schwäche habe ich jetzt nicht. Meine Frau sagt immer, dass ich etwas sto­isch sein kann.

Emscher­blog: Alle Wäh­le­rinnen wissen ver­mut­lich jetzt sehr gut, was sie davon zu halten haben…

Wehlack (lacht): Ja, aber ich sage meiner Frau immer: Das ist Ruhe und Gelas­sen­heit. Auf der anderen Seite gleicht das ja auch aus im Fami­li­en­leben, was wichtig ist. Im Ernst: Man muss auch mal Fünfe gerade sein lassen können und nicht immer sofort auf die Bar­ri­kaden gehen.

Emscher­blog: Man­gelnde Erfah­rung mit einer Kom­mu­nal­ver­wal­tung könnte Ihnen als Schwäche aus­ge­legt werden. Sehen Sie das zumin­dest als Nach­teil für einen Bür­ger­mei­ster und Ver­wal­tungs­chef an?

Wehlack: Ich denke nicht. Ich glaube, die Gemeinde Holzwickede hat ein starkes Ver­wal­tungs­team, einen kom­pe­tenten Ersten Bei­geord­neten, den ich sehr schätze, wie auch einen Käm­merer, der, wenn auch neu im Amt, seine Käm­merei gut im Griff hat. Das gleiche gilt wohl auch für alle anderen Ver­wal­tungs­be­reiche. Meine Auf­gabe wäre es natür­lich, sich Kom­pe­tenz zu erar­beiten. Dazu gehört, dass man sich auch in Ver­wal­tungs­ab­läufe rein­denkt und sich natür­lich mit Haus­halts­plänen aus­ein­an­der­setzt. Aber auch an Schulen gibt es einen Haus­halt. Der ist natür­lich nicht kom­munal auf­ge­stellt. Aber als Leiter einer großen Kamener Schule habe ich natür­lich auch Ein­blick in die Haus­halts­po­litik der Stadt Kamen, zumin­dest soweit es die Schulen angeht. Von daher sind mir Haus­halts­ge­setz­ge­bung, ‑pla­nung und Ver­gabe schon bekannt. Anson­sten ist die Kom­mu­nal­ver­wal­tung sicher­lich eine beson­dere Orga­ni­sa­tion, aber auch eine Schule ist eine beson­dere Orga­ni­sa­tion. Ich glaube, da gibt es schon auch einige Par­al­lelen. Ich traue mir das durchaus zu.

Emscher­blog: Wenn wir schon einmal beim Thema sind. Wie sehen Sie denn die Holzwickeder Ver­wal­tung auf­ge­stellt?

Wehlack: Soweit ich das von außen erkennen kann, macht die Ver­wal­tung eine ganz gute Arbeit. Es gibt so den einen oder anderen Punkt, wo ich mich als Bürger gefreute hätte, wenn ich etwas schneller Ant­wort bekommen hätte, wo ich mich als Ver­eins­vor­sit­zender freuen würde, wenn sich etwas im Bereich Sport ver­än­dert hätte oder wo ich mir als Lehrer und Schul­leiter wün­schen würde, dass sich im Bereich EDV etwas ver­än­dern würde. Ich glaube, dass sind auch die Punkte, wo man in der Ver­wal­tung etwas ändern müsste. Das bedeutet nicht, dass die Mit­ar­beiter das bisher schlecht machen. Ich würde es nur viel­leicht etwas anders machen wollen. Ein Bei­spiel aus dem Bereich Sport, das mir seit vielen Jahren immer wieder auf­fällt: Es gibt immer noch keinen rich­tigen Buchungs­ka­lender für unsere Sport­hallen. Statt­dessen gibt es ein schwer­fäl­liges System über Anrufe und Rück­be­scheide. Da frage ich mich, warum man das nicht längst über einen Google-Kalender oder irgend­einen anderen inter­ak­tiven Kalender, auf den alle zugreifen können, viel ein­fa­cher umsetzt. Das ist keine Kritik an den Men­schen, son­dern an der Sache. Da würde ich mir gerne einen Schub wün­schen.

Emscher­blog: Da sind wir ja schon fast bei einem anderen großen Thema: der Digi­ta­li­sie­rung.

Wehlack: Ja, das ist ein sehr großes Thema. Corona hat uns ja in vielen Dingen zurück­ge­worfen, aber bei der Digi­ta­li­sie­rung wird uns Corona, glaube ich, nach vorne bringen. Wir haben erlebt, dass viele Sachen, die früher nicht so ein­fach mög­lich waren, wie etwa das Home­of­fice, plötz­lich doch machbar waren oder sein mussten. Sonst wären ja viele große Unter­nehmen oder die Ver­wal­tung kom­plett lahm­ge­legt worden. Diese posi­tiven Effekte müssen wir mit­nehmen in die Zukunft. Wir werden dem­nächst sicher keine fünf Tage pro Woche Home­of­fice in der Ver­wal­tung haben, aber wenn es nur ein Tag ist, haben wir schon 20 Pro­zent weniger Fahrt­ko­sten und Emis­sionen für diesen Mit­ar­beiter, der mor­gens nicht aus Dort­mund, Unna oder auch Holzwickede zu seinem Arbeits­platz fährt. Das sind ganz ein­fache Mit­nah­me­ef­fekte, da muss man mit der Per­so­nal­ver­tre­tung gemeinsam sehen, wo so etwas machbar ist.

Ich denken, das Thema Digi­ta­li­sie­rung der Schule haben wir extrem in den letzten Jahren ver­schlafen.“

-Peter Wehlack

Emscher­blog: Im Bereich Bür­ger­ser­vice wird das kaum mög­lich sein. Eine Kom­mu­nal­ver­wal­tung sollte doch mög­lichst auch für per­sön­li­chen Kon­takt der Bürger ansprechbar sein.

Wehlack: Ja, aber nehmen wir als Bei­spiel eine Mit­ar­bei­terin oder einen Mit­ar­beiter der oder die Steu­er­be­scheide für die Grund­steuer ver­schickt. Dafür ist ja kein direkter Bür­ger­kon­takt nötig. Viele Dinge kann ich auch per Com­puter erle­digen. Außerdem gibt es ja noch das Telefon, mit dem man Vieles erle­digen kann. Nicht, dass ich nun genau diesen Mit­ar­beiter ins Home­of­fice schicken will, aber das wäre für mich so eine Funk­tion, die auch gut von zu Hause aus erle­digt werden könnte. Auch im Fach­be­reich Schule, Sport, Kultur könnte ich mir so etwas vor­stellen. Die Hal­len­ver­gabe etwa oder das Orga­ni­sieren von Repa­ra­turen in den Sport­hallen und Schulen – für so etwas muss man ja nicht unbe­dingt per­sön­lich anwe­send sein, um es zu erle­digen. Natür­lich kommt es auch darauf an, ob jemand das möchte. Am Ende kommt es auf das Ergebnis an, das passen muss. Ich glaube, acht Stunden im Rat­haus mit einer Stechuhr können genauso unge­nutzt ver­strei­chen wie sie intensiv genutzt werden können im Home­of­fice.

Emscher­blog: Da Sie kein pola­ri­sie­renden Mensch sind, wie Sie sagen, fällt Ihnen die nächste Ant­wort mög­li­cher­weise etwas schwerer. Trotzdem würde mich inter­es­sieren, wo sie die größten Defi­zite der Gemeinde Holzwickede sehen. 

Wehlack: Da komme ich zuerst auf das Thema Digi­ta­li­sie­rung der Schule, weil mir das auch beruf­lich nahe liegt. Ich denke, dieses Thema haben wir extrem in den letzten Jahren ver­schlafen. Das erlebe ich durch meine Kinder, aber auch, wenn ich mit Men­schen über Unter­richts­ge­stal­tung spreche, Unter­richt auf Distanz oder Home­schoo­ling. Da stehen wir hier fast völlig am Anfang. Wenn ich das ver­gleiche mit dem, was wir in Kamen in dem Bereich haben, dann sind wir dort zehn Jahre weiter als in Holzwickede.

Emscher­blog: Können Sie da viel­leicht ein Bei­spiel nennen? Es ist ja nicht so, dass wir in Holzwickede an den Schulen keine Com­puter haben.

Wehlack: Ich habe an meiner Schule in Kamen im Jahr 2005 das erste inter­ak­tive White­board gehabt. In Holzwickede läuft der Medi­en­ent­wick­lungs­plan gerade erst an. Hier gibt es aktuell nur ins­ge­samt zwei oder drei an den Schulen. In Kamen sind wir bereits in der dritten Genera­tion mit diesen inter­ak­tiven Dis­plays. Wir haben tat­säch­lich auch schon längst für alle Kol­le­ginnen und Kol­legen Note­books bekommen und ein flä­chen­deckendes WLAN. Wir haben in Kamen eine gemein­same Nut­zer­ober­fläche mit der wir vom ersten Tag des Corona-Lock­downs an jeden unserer Schüler erreicht haben. Und wenn es Schüler gab, die kein eigenes End­gerät hatten, dann haben sie von uns ein End­gerät bekommen.

Emscher­blog: Das ist alles über den Schul­träger und die Schulen in Kamen gelaufen?

Wehlack: Richtig, das ist alles in kom­mu­naler Ver­ant­wor­tung gelaufen. Da ist die Stadt Kamen wirk­lich deut­lich weiter als Holzwickede. Hier pas­sieren gerade erst die Anfänge. Da hängen wir tat­säch­lich mei­len­weit hinten dran. Das hat sich jetzt in der Coro­na­zeit auch deut­lich gezeigt. Ich konnte das im Schul- und Sport­aus­schuss genau ver­folgen, auch, was die Schulen zurück gemeldet haben, welche Kinder nicht erreicht worden sind und welche Defi­zite bei den End­ge­räten an unseren Schulen vor­handen sind. Das ist ein Punkt, wo die Gemeinde zwar dran ist. Der Medi­en­ent­wick­lungs­plan läuft an, aber das ist eben alles sehr träge. Was Sie viel­leicht auch ver­folgt haben: Das Land NRW hat zwei För­der­töpfe frei­ge­macht. Einmal für End­ge­räte für Kinder, die sozial bedürftig sind und den anderen für Lehrer-End­ge­räte. Die Geräte können die Kom­munen besorgen. Das ist alles nicht ganz so ein­fach, das weiß ich auch. Aber in Kamen hatten wir dazu bereits am 5. August, also in den Ferien, eine Sit­zung mit allen Schul­lei­tern und dem Schul­de­zer­nenten, um zu über­legen, wie wir diese Lan­des­mittel sinn­voll ver­aus­gaben können. Da ging darum, was ange­schafft wird, wer es anschafft und wie die Geräte ver­geben werden. Von einer Kol­legin in Hamm weiß ich, dass sie von ihrem Schul­träger eine Liste mit End­ge­räten bekommen hat, auf der sie nur noch ankreuzen brauchte, was bestellt werden soll. In Holzwickede habe ich ver­gan­genen Mitt­woch (29. Juli) unseren Bei­geord­neten Bernd Kasischke gefragt, wie es bei uns aus­sieht und zur Ant­wort bekommen: „Wir sind dran und werden etwas prä­sen­tieren.“ Das soll jetzt keine Kritik an seiner Person sein, aber da könnte man ein­fach mal schneller reagieren. Wenn wir uns erst am 19. August in der Arbeits­gruppe Medi­en­ent­wick­lungs­plan hin­setzen, dann gibt es mög­li­cher­weise gar keine End­ge­räte mehr, wenn das ganze Land Nord­rhein-West­falen End­ge­räte bestellt. Die Finanz­mittel müssen bis Ende des Jahres ver­aus­gabt und auch noch Aus­schrei­bungs- und Beschaf­fungs­ver­fahren durch­ge­führt werden – dann ist das Jahr schon um.

Emscher­blog: Falls Sie zum Bür­ger­mei­ster gewählt werden, welche Themen oder Maß­nahmen hätten über die Digi­ta­li­sie­rung hinaus für Sie Prio­rität?

Wehlack: Die Digi­ta­li­sie­rung der Schulen ist jeden­falls ein ganz großer Bereich, den ich angehen würde. Ich finde aber auch die Ver­kehrs­po­litik sehr wichtig. Das zeigt ja nicht zuletzt auch die plötz­lich wieder auf­ge­kom­mene Dis­kus­sion um die Ost­um­ge­hung. Das war schon über­ra­schend, weil die Ost­um­ge­hung ja eigent­lich gar kein aktu­elles Thema mehr für die kom­mende Wahl war. Was die Gegner der Ost­um­ge­hung wie Wil­fried Brink­mann oder Uli Ban­gert da geäu­ßert haben zur Ver­kehrs­frage, mag ja alles richtig sein. Fazit ist aber doch: Wir müssen für unseren Ver­kehr eine ver­nünf­tige Lösung finden. Als Bür­ger­mei­ster wäre ich völlig außen vor, was die Ent­schei­dung über den Bau der L 677n angeht. Diese Ent­schei­dung wird vom Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen irgend­wann kommen. Ich muss mich aber für Holzwickede mit der Frage aus­ein­an­der­setzen, wie wir unsere Ver­kehrs­pro­bleme, bei­spiels­weise die ungleich ver­teilten Ver­kehrs­la­sten, lösen können. In drei Jahren ist der Ausbau der Auto­bahn fertig und der Ver­kehr fließt weiter über die Nord­straße. Da müssen wir doch end­lich einmal eine Per­spek­tive finden. Des­halb müssen wir selbst­ver­ständ­lich etwas tun. Ich fahre doch auch Auto in Holzwickede. Der Zustand auf der Mas­sener Straße bei­spiels­weise ist ein­fach hane­bü­chen, da muss man sich teil­weise in den Stra­ßen­graben setzen, um den Gegen­ver­kehr pas­sieren zu lassen. Und es wird ja nicht besser werden in der Zukunft. Das ist auch so ein Punkt, wo ich denken, dass in den letzten Jahren zu wenig gemacht worden ist. Das ist viel­leicht auch einer der Kri­tik­punkte an der bis­he­rigen Ver­wal­tungs­spitze.

Ich habe ja vor sechs Jahren auch in der Men­schen­kette gestanden und gegen die Ost­um­ge­hung pro­te­stiert, aber wir brau­chen doch eine Ver­kehrs­ent­la­stung in Holzwickede und eine gleich­mä­ßi­gere Ver­tei­lung der Ver­kehrs­la­sten.“

-Peter Wehlack

Die war ja besetzt mit jemandem, der gegen die Ost­um­ge­hung ist. Wenn es jetzt heißt, dass ver­kehrs­po­li­tisch nichts pas­siert ist, dann frage ich mich: Ja, warum ist denn nichts pas­siert? Wenn Herr Schlink­mann etwa kri­ti­siert, dass es kein Kon­zept für die Ent­wick­lung des Holzwickeder Ver­kehrs gibt, dann frage ich mich: Warum hat denn die Ver­wal­tungs­spitze kein Kon­zept für den Holzwickeder Ver­kehr ent­wickelt? Zumin­dest in Sachen Ost­um­ge­hung ist doch in den letzten Jahren nichts pas­siert. Ich finde auch, da müssen wir unbe­dingt ran. Da müssen wir uns mit dem Kreis zusammen hin­setzen, wegen der Kreis­straßen, natür­lich auch mit dem Land und allen anderen Betei­ligten und ver­su­chen, eine ver­nünf­tige Per­spek­tive für Holzwickede zu ent­wickeln. Das kann natür­lich eine öst­liche Umge­hung sein. Ich habe ja vor sechs Jahren auch in der Men­schen­kette gestanden und gegen die Ost­um­ge­hung pro­te­stiert, aber wir brau­chen doch eine Ver­kehrs­ent­la­stung in Holzwickede und eine gleich­mä­ßi­gere Ver­tei­lung der Ver­kehrs­la­sten. Dazu müssen wir aber auch in den Westen der Gemeinde schauen. Als SPD hatten wir schon die Idee mit dem Künstler-Gelände, die aus ver­schie­denen Gründen leider nicht zum Tragen gekommen ist. Doch auch auf den Westen müssen wir den Blick werfen, denn gleich­mä­ßige Ver­kehrs­ver­tei­lung heißt nicht nur im Osten, son­dern auch im Westen und in der Mitte, eben ein Drei­achsen-Modell.

Emscher­blog: Nun sagen die Gegner der Ost­um­ge­hung: Wir lösen das Pro­blem nicht, indem wir mehr Straßen bauen. Die würden nur zu noch mehr Ver­kehr führen.

Wehlack: Natür­lich ist ein wich­tiger Punkt auch eine Ver­än­de­rung im Bewusst­sein der Men­schen und damit ein­her­ge­hend eine Mobi­li­täts­wende. Aber ein erster Punkt ist ein­fach die Ver­tei­lung des vor­han­denen Ver­kehrs auf meh­rere Straßen. Denn auch die Ver­kehrs­gut­achten und das Kli­ma­schutz­kon­zept sagen ja: Für den größten Teil der Emis­sionen in Holzwickede ist der Auto­ver­kehr ver­ant­wort­lich. Wir haben einen hohen Anteil an Berufs­pend­lern, die zu uns kommen. Dieser Anteil wird sich auch in den näch­sten Jahren nicht wesent­lich ver­än­dern. Es sind aber nicht nur die Berufs­pendler, hinzu kommen ja auch noch die Pendler durch die Defi­zite beim ver­füg­baren Wohn­raum. Des­halb müssen wir zunächst auch über neue Straßen nach­denken und selbst­ver­ständ­lich auch über Ver­än­de­rungen von Mobi­lität ins­ge­samt. Die Idee des Bür­ger­busses finde ich zum Bei­spiel richtig gut. Ich denke da viel­leicht zu unkom­pli­ziert, aber in Abstim­mung mit der VKU, mit einem Verein, der Bus fährt nach einem festen Fahr­plan nur auf fester Route im Kreis durch die Gemeinde für zwei oder drei Euro – so etwas muss man doch nicht so kom­pli­ziert machen. Ich bin auch sicher, dass wir in Holzwickede Men­schen finden, die sich dafür ehren­amt­lich enga­gieren. Die Idee ist ja auch schon bei uns in den Aus­schüssen dis­ku­tiert worden. Da wurden viele Bedenken vor­ge­bracht, warum das alles nicht gelingen kann. Ich finde: Argu­mente, warum etwas schwierig ist, kann man immer finden. Mein Ansatz ist es eher, Lösungen zu suchen und keine Pro­bleme herauf zu beschwören. Viel­leicht kann man einen Verein für den Bür­gerbus gründen und der kann natür­lich auch nicht alles ehren­amt­lich orga­ni­sieren. Hier stelle ich mir eine Unter­stüt­zung durch die Ver­wal­tung vor. Denkbar wäre ein ehren­amt­li­cher Vor­sit­zender, aber die Geschäfts­füh­rung müsste bei der Ver­wal­tung liegen, weil hier bei­spiels­weise die Man­power und Kon­ti­nuität gewähr­lei­stet sein muss. Dann müssten viel­leicht zwei oder drei Fahrer über bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment gefunden werden. Aber ich bin mir sicher, dass wir gerade in Holzwickede diese Men­schen finden werden, die zwei oder drei Fahrten über­nehmen würden. Selbst­ver­ständ­lich müssten wir auch etwas Geld in die Hand nehmen, aber eine Ver­än­de­rung der Mobi­lität kostet nun mal Geld, machen wir uns nichts vor. Auch die Emis­sionen, der Kli­ma­schutz oder der Stra­ßenbau kosten auch Geld. Der dritte Punkt, der mir bei Ver­kehrs­po­litik ein­fällt, sind unsere Rad­wege. Das erlebe ich täg­lich, wenn ich mit meinen Kin­dern auf dem Rad durch die Gemeinde fahre. Das ist traurig und gefähr­lich.

Emscher­blog: Es muss aber auch den Platz für ver­nünf­tige Rad­wege geben.

Wehlack: Das ist richtig. Aber wir dürfen eben nicht immer nur vom Auto aus denken, son­dern auch mal aus der Per­spek­tive der Rad­fahrer. Das Thema Rad­wege ist auch ganz eng mit dem Kreis ver­netzt. Da haben wir mit Mario Löhr jemanden, der einen guten Blick auf den öffent­li­chen Nah­ver­kehr hat. Er kommt aus Selm und hat viel eigene Erfah­rungen als Bür­ger­mei­ster in Selm mit der Anbin­dung an den Nach­ver­kehr sam­meln können. Selm ist in einigen Berei­chen sicher nicht viel besser als Holzwickede an den ÖPNV ange­bunden. Schon von daher erwarte ich von Mario Löhr viele Impulse und neue Ideen in diesem Bereich. Das kann auch für uns in Holzwickede nur von Vor­teil sein. Den öffent­li­chen Nah­ver­kehr können wir in Holzwickede nicht allein gestalten. Wir könnten viel­leicht einen Bür­gerbus ein­richten, aber wenn ich mir vor­stelle, dass unsere Schul­kinder kosten­gün­stig oder viel­leicht sogar kosten­frei den Nah­ver­kehr in Holzwickede nutzen oder auch nach Unna kommen können, dann sind immer sofort die VKU und der Kreis Unna mit im Boot. Doch wie gesagt: Nichts ist umsonst. Wenn wir etwas wirk­lich wollen, müssen wir auch das Geld dafür in die Hand nehmen und sagen: Wir bringen unsere Kinder sehr früh dazu, den öffent­li­chen Nah­ver­kehr aus­giebig zu nutzen und machen eine anspre­chende Ver­sor­gung. Dann ist auch die Sozia­li­sa­tion mit dem Nah­ver­kehr eine ganz andere. Das erleben wir ja auch woan­ders. Junge Men­schen sind gar nicht mehr so ange­wiesen auf den Füh­rer­schein. Die Alters­gruppe, in dem ein Füh­rer­schein gemacht wird, ver­schiebt sich immer weiter nach hinten.

Die Idee des Bür­ger­busses finde ich zum Bei­spiel richtig gut.“

-Peter Wehlack

Emscher­blog: Holzwickede ist aber immer noch die Kom­mune mit den bun­des­weit mei­sten Berufs­pend­lern.

Wehlack: Ja, das bringt uns aber zu dem Punkt, dass wir eben auch wenig ver­füg­baren Wohn­raum haben. Im Wohn­park Emscher­quelle ent­steht ja gerade ein neues Wohn­ge­biet. Ich fürchte aber, dass es zunächst nur ein Angebot für ent­spre­chend begü­terte Familie ist. Wir müssen aber auch Wohn­raum schaffen für Fami­lien, die nicht so viel Geld haben und zur Miete wohnen. Auch wenn dort gerade etwas mehr als 60 Miet­seg­mente ent­stehen, reicht das nicht. Darum müssen wir ein­fach einmal offenen Auges durch Holzwickede gehen und über­legen, wo man noch Miet­woh­nungen bauen kann. Der Bau­verein hatte ja unlängst einen Vor­schlag gemacht. Da muss man natür­lich genauer hin­sehen, ob es der rich­tige Standort für eine Bebauung ist. In unserer letzten Klausur haben wir in der SPD auch über eine Nach­fol­ge­be­bauung in der Bahn­hof­straße nach­ge­dacht, wo jetzt die sanie­rungs­be­dürf­tigen, abriss­fä­higen Flücht­lings­un­ter­künfte sind. Das wäre ein per­fekter Platz für die UKBS. Wie gesagt: Offenen Auges durch Holzwickede gehen und sehen, wo kann man in Holzwickede noch ver­nünftig bauen.

Emscher­blog: Nicht zuletzt durch die Corona-Pan­demie sieht sich die Gemeinde mit erheb­li­chen Mehr­aus­gaben und deut­lich weniger Steu­er­ein­nahmen kon­fron­tiert. Wie sehen Sie die wei­tere Ent­wick­lung der Finanz­si­tua­tion der Gemeinde vor diesem Hin­ter­grund?

Wehlack: Ich bin fest davon über­zeugt, dass wir als Gemeinde auch künftig noch Hand­lungs­spiel­räume haben. Denn wir haben eine relativ gute Aus­gangs­rück­lage, die so um die sechs Mil­lionen Euro liegt. Auch wenn ich die Situa­tion des Kreis­haus­haltes sehe, wo ja die Kosten der Unter­kunft der größte Aus­ga­be­po­sten sind und wir da eine zusätz­liche Ent­la­stung vom Bund um 25 Pro­zent bekommen, dann wird das über die Kreis­um­lage indi­rekt auch hof­fent­lich unseren Gemein­de­haus­halt deut­lich ent­la­sten. Wir werden auch zumin­dest für 2020 von Bund und Land Aus­gleichs­zah­lungen für die Gewer­be­steuer bekommen. Darum glaube ich, dass es uns dieses Jahr nicht ganz so dra­ma­tisch treffen wird. Wir müssen natür­lich sehen, wie die Gewer­be­steu­er­ent­wick­lung in den näch­sten Jahren ist. Welche Aus­gleichs­zah­lungen da von Bund und Land kommen, müssen wir abwarten. Zur Bun­des­tags­wahl wird sicher auch der eine oder andere Euro noch in die Kom­munen kommen. Denn mitt­ler­weile haben ja alle gelernt, dass die Kom­munen auch system­re­le­vant sind. Des­halb glaube ich, dass wir in Holzwickede zunächst noch mit einem blauen Auge davon kommen. Anson­sten sehe ich auch, dass wir mit unserem Gewer­be­park ganz gut auf­ge­stellt sind. Wir hängen nicht an einem großen Gewer­be­trei­benden, son­dern haben unter­schied­lichste Gewer­be­steu­er­ein­nahmen.

Emscher­blog: Es gibt aller­dings auch kaum noch Gewer­be­flä­chen in Holzwickede, auf denen sich Unter­nehmen ansie­deln könnten. Sehen Sie noch Mög­lich­keiten, neue Gewer­be­flä­chen aus­zu­weisen?

Wehlack: Im Moment sehe ich da wenig Mög­lich­keiten. Eine der letzten Mög­lich­keiten wäre das ehe­ma­lige Künstler-Gelände gewesen. Doch das Gelände ist ver­kauft und weg. Dazu habe ich noch gar keine wei­teren Infor­ma­tionen. Da werden wir sicher mit dem neuen Eigen­tümer noch ins Gespräch kommen, denn der wird das Gelände ja irgendwie nutzen wollen. Es gibt noch einen kleinen Bereich direkt gegen­über, da wo der Schrott­platz war, wo wir mit der WFG jetzt früh­zeitig aktiv werden und mit dem Eigen­tümer spre­chen müssten. Das war auch das Pro­blem bei dem Künstler-Gelände. Da hat sich die Ver­wal­tungs­spitze ein­fach nicht früh­zeitig geküm­mert. Viel­leicht gibt es auch noch nörd­lich und süd­lich der A1 Mög­lich­keiten für Gewer­be­an­sied­lungen, aber dazu müssten wir sicher­lich auch Aus­gleichs­flä­chen schaffen. Damit sind wir wieder beim Kreis Unna, ohne den wir das nicht hin­be­kommen werden. Das zeigt wieder: Nur mit Kirch­turm­denken kommen wir nicht weiter. Wichtig wäre ein sol­ches Thema kreis­weit zu betrachten und sich einmal gemeinsam mit den anderen Kom­munen an einem Tisch zu setzen. Das ist aber auch ein sehr wich­tiges Thema für Holzwickede, denn die Gewer­be­steu­er­ein­nahmen haben uns ja dahin gebracht, wo wir heute sind mit einer Aus­gleichs­rück­lage von rund sechs Mil­lionen Euro und einem aus­ge­gli­chenen Haus­halt.

Emscher­blog: Noch eine abschlie­ßende Frage: Muss sich die Turn­ge­meinde einen neuen Vor­sit­zenden suchen, wenn Sie Bür­ger­mei­ster werden sollten?

Wehlack: Das ist so. Ich habe schon mit meiner Kan­di­datur ange­kün­digt, dass ich zurück­treten werde als Vor­sit­zender, wenn ich tat­säch­lich Bür­ger­mei­ster würde. Dann würde es eine außer­or­dent­liche Jah­res­ver­samm­lung geben. Wobei ich nicht weiß, wie das jetzt unter Corona-Bedin­gungen ablaufen würde. Das habe ich schon so früh bekundet, weil ich denke, dass beide Ämter nur schwer zu ver­ein­baren wären.

Emscher­blog: Es gibt aber den­noch Berüh­rungs­punkte, Stich­wort Sport-Forum. Dafür haben Sie ja auch schon als Befür­worter Lob­by­ar­beit gelei­stet.

Wehlack: Ja, aber da sind wir auch beim HSC, dem anderen großen Sport­verein. Von einem Bür­ger­mei­ster kann man doch erwarten, dass er für alle Ver­eine der Gemeinde glei­cher­maßen Gutes tut. Das Sport- und Gesund­heits­forum ist sicher­lich ein Leucht­turm­pro­jekt für den Holzwickeder Sport. Ich glaube wirk­lich, die Zukunft des Holzwickeder Sports liegt in einer großen Gemein­schaft.

Emscher­blog: Vielen Dank für das Gespräch. 

Peter Wehlack


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Comments (17)

  • Klasse Inter­view. Schon der erste Satz ist Satire pur: „moti­viert durch Jenz Rother, Michael Klim­ziak“. Da sieht man mal wieder wie es um den par­tei­po­lit­schen Filz der SPD in Holzwickede steht

  • Herr Frei­berg,
    Was ist denn das für ein Blöd-Kom­mentar. Bei Wort­wahl und Satzbau: kann es sein, dass es sich bei Ihnen um ein eher rechts gerich­tetes Mit­glied einer Holzwickeder Partei han­delt?

  • Weil ich Holzwickeder bin und glaube, dass ich auch Ver­wal­tung kann“
    Ich bin auch Holzwickeder und weiß das ich keine Ver­wal­tung kann. Glauben kann man an vieles. Ent­weder ich kann etwas oder eben nicht. Hat die SPD bei der Kan­di­da­ten­aus­wahl gelost?

  • Sag mal Tom, hast du die oran­gene Brille auf? Frau Drossel glaubt auch, sie kann Ver­wal­tung, hat schon gezeigt, dass sie es nicht kann und kan­di­diert trotzdem für einen wei­teren Durch­lauf.
    Wann ist man denn in deiner scheinbar beschränkten Welt befä­higt, Bürgermeisterin/​Bür­ger­mei­ster zu werden?

  • Fredix, du bist der größte Dumm­schwätzer beim Emscher­blog. Woher beziehst Du Deine Infor­ma­tionen? Frau Drossel macht einen guten Job. Da du nur, wie üblich, feige nur mit dem Pseud­onym schreibst, wende ich dieses Mittel ebenso an. Bin ich auch Mal feige.

    • Nur zur Klar­stel­lung: fredix ist nicht iden­tisch mit mir. Ich bevor­zuge ein großes F im Nick, wie man an jedem Kom­mentar bis­lang sehen kann. Auch dass ich eine andere Mei­nung als der „kleine“ fredix ver­trete, wird daraus offen­sicht­lich.
      Aller­dings ist ver­blüf­fend, dass hier Belei­di­gungen kom­men­tarlos „durch­ge­wunken“ werden.

      • Nur zur Klar­stel­lung: Belei­di­gungen werden hier kei­nes­wegs „durch­ge­wunken“. „Dumm­schwätzer“ ist durchaus grenz­wertig, geht aber in einer Kom­men­tar­spalte durchaus noch als Mei­nungs­äu­ße­rung durch.
        Mit freund­li­chem Grüßen

        • Da ließe sich nun treff­lich drüber streiten, und das würde hier sicher zu weit führen.

          Aber es wird höchste Zeit, dass der 27.9. und damit die Stich­wahl durch ist.

  • Lieb­ster Tom, wenn man deinen Kom­mentar liest, kann man leider den Ver­dacht bekommen, dass du grenz­debil bist. Aber der Reihe nach: a) wel­cher Fehler? b) wieso muss ich eine rote Brille auf­setzen um zu rennen? c) Wahl ist im Sep­tember, ent­weder muss ich also zum Brief­ka­sten laufen oder mich noch gedulden. Es wird also deut­lich, dass du nicht die hellste Kerze auf der Torte zu sein scheinst. Gut das du anonym schreibst

  • Mann Mann der Wahl­kampf ist in vollen Zügen. Als ehe­ma­liger Schüler würde ich gerne wissen ob sich Herr Wehlack ver­än­dert hat. In der Schule war eher auf­brau­send und ab und an cho­le­risch unter­wegs.
    Wie würde es sich par­tei­über­grei­fend oder auf die Mit­ar­beiter der Ver­wal­tung aus­wirken?
    Allen Par­teien viel erfolg im Wahl­kampf. Aber bitte haltet euer Wort und geht auf aktu­elle Themen ein. Hier war auch nur zu lesen, dass die Gemeinde genug Rück­lagen hat. Aber auch bei schlechtem sparen oder fal­schen Aus­gaben sind diese schnell ver­braucht.
    Ich bin mal gespannt, ob darauf einer der Kan­di­da­tinnen oder Kan­di­daten mal ein­geht Was ist wenn Corona noch 2 – 3 Jahre bleibt. Wie schauen da die Ziele aus. Super Aus­ge­stat­tete Schulen wo Mil­lionen aus­ge­geben werden. (Aber wo die Lehrer fehlen die die Technik bedienen können. Wie es bei uns der Fall war?)
    Ein aus Steu­er­gelder erbeutet Sport­pa­last inmitten eines Wohn­ge­biets.
    Wahr­schein­lich die besten Rad­wege in NRW.
    Mil­lionen an Kredit auf­ge­nommen weil es gerade fast Zins­frei zu bekommen ist. Aber wer darf die Zeche bezahlen? Wir jungen Leute und wenn die Zinsen steigen sind alle Poli­tiker in Rente.
    Vielen Dank aus offenen Augen. Eure Jugend

  • Nun, da bin ich ja froh, dass unsere Schü­ler­da­ten­bank keinen Linus kennt!

    Ich lade dich aber herz­lich in unsere Schule ein, da kannst du echte Schü­le­rinnen und Schüler ken­nen­lernen. Gerne darfst du dich auch umschauen und kom­pe­tente Kol­le­ginnen und Kol­legen geben dir sicher gerne einen Ein­blick in die Technik, mit der wir vom ersten Tag der Schul­schlie­ßung an unsere Schü­le­rinnen und Schüler nahezu voll­ständig erreicht haben. Sicher­lich wird dir dann deut­lich, dass es gerade diese Technik sein könnte, die es allen Kin­dern ermög­licht, auch bei einer andau­ernden Pan­demie wei­terhin etwas zu lernen. Ach übri­gens Linus, an unserer Schule sind im Moment alle Leh­re­rinnen und Lehrer im Ein­satz und auch unsere Stellen sind seit Jahren VOLLSTÄNDIG besetzt.

    Schade Linus, dass du nicht die Chance wahr­ge­nommen hast und dich kom­pe­tent über den „Sport­pa­last“ zu infor­mieren. Am ver­gan­genen Samstag waren wir mit vielen Ver­tre­tern des Holzwickeder Sport­ver­eins vor Ort und haben die bisher bekannten Pläne mit Anwoh­ne­rinnen und Anwoh­nern dis­ku­tiert und deren Anre­gungen auf­ge­nommen. Na ja, und wenn du dir dann auch noch eine Karte anschaust, wirst du fest­stellen, dass es sich bei dem Grund­stück um einen ehe­ma­ligen Sport­platz han­delt und der Aachener Weg an diesen Sport­platz grenzt. „INMITTEN“ das ein­fach der fal­sche Aus­druck. Steu­er­gelder sind übri­gens NICHT ein­ge­plant.

    Sicher­lich Linus wirst du dich auch an deinen Erd­kunde- und Poli­tik­un­ter­richt erin­nern. In unserer Schule the­ma­ti­sieren wir dort Klima- und Umwelt­schutz und bespre­chen mit Schü­le­rinnen und Schüler Wege, um unser Klima zu ver­bes­sern. Einer der wich­tig­sten Punkte dabei ist immer auch die Mobi­li­täts­wende was bedeutet, dass wir bei­spiels­weise auch vom Auto auf das Fahrrad umsteigen wollen. Dies gelingt aber nur, wenn wir ver­nünf­tige Rad­wege haben und diese sicher zu befahren sind. Und dies ist nur ein Aspekt unseres Unter­richts. Kli­ma­schutz ist weitaus viel­fäl­tiger, aber das brauche ich dir ja nicht zu erklären.

    Zum Schluss Linus möchte ich dir aber auch die berech­tigten Sorgen eines jungen Men­schen nehmen, dass du mög­li­cher­weise die „Zeche“ zahlen musst. In Holzwickede haben wir bei­spiel­weise vor einigen Jahren für den Erwerb und die Erschlie­ßung der Grund­stücke am ECOPORT als Gemeinde Holzwickede hohe Kre­dite auf­nehmen müssen. Heute sind die Steu­er­ein­nahmen der im ECOPORT ansäs­sigen Unter­nehmen einer der Stützen unseres aus­ge­gli­chenen Haus­haltes und der guten finan­zi­ellen Lage der Gemeinde Holzwickede.

    Glück­li­cher­weise kannst du in unserer Demo­kratie ja auch mit­be­stimmen, welche Pro­jekte in Holzwickede wichtig sind und wie viel Geld wofür aus­ge­geben werden soll. Gerade im Moment kann man super mit allen poli­ti­schen Par­teien ins Gespräch kommen, mit den Kan­di­daten dis­ku­tieren und sich in die Zukunft unserer Gemeinde ein­bringen.

    Ich freue mich auf das Enga­ge­ment der Jugend und natür­lich, dich mal zu treffen. Schau doch ein­fach mal vorbei!

  • fredix, im Gegen­satz zu dir ist mein Vor­name echt. Ist viel­leicht besser, das du dich hier hinter einem Pseud­onym ver­steckst. Leider ist dir schon wieder ein Fehler unter­laufen!

  • Ihr Kom­mentar, Peter Wehlack, ist in puncto Länge, Sach­kenntnis und Polemik unan­ge­messen. Über­dies bezieht er nur scheinbar Stel­lung zu der ange­merkten nega­tiven Kritik zuvor, zeigt dabei aller­dings, dass Ihr Vor­redner durchaus Recht hat, denn Sie ver­mit­teln damit bereits in Schrift, ein Cho­le­riker zu sein. Rekord­ver­dächtig und nicht leicht zu recht­fer­tigen erscheint mir zudem die Viel­zahl der Fehler, die Ihnen ins­be­son­dere in Ihrer Zei­chen­set­zung unter­laufen. Nicht nur wirft dies ein Licht auf die man­gelnde Klar­heit Ihrer Gedan­ken­füh­rung, bei mir wären Sie damit zudem aber­mals durch­ge­fallen.

    Nun, ich jeden­falls erwarte von Kan­di­die­renden um das Bür­ger­mei­steramt in unserem groß­ar­tigen Holzwickede u.a. cha­rak­ter­liche Vor­bild­lich­keit (Jäh­zorn und Unein­sich­tig­keit sind Aus­schluss­kri­te­rien) sowie sprach­liche Prä­zi­sion, die sich auch – zumal als Lehrer, der Sie ja sind! – in gram­ma­ti­ka­li­scher Kenntnis und rhe­to­ri­scher Ver­siert­heit nie­der­schlägt. Das alles ist bedau­er­li­cher­weise in keinem Bereich Ihrer medialen Prä­sen­ta­tion zu erkennen.

    Kurzum: Im Lichte dessen, was es über und von Ihnen zu lesen gibt, erscheinen Sie mir erstaun­lich unge­bildet und cha­rak­ter­lich unge­eignet mit Blick auf das Amt, für das Sie kan­di­dieren. Es tut mir leid, das so klar sagen zu müssen. Im Unter­schied zu einigen Ihrer Holzwickeder Genos­sinnen halte ich Sie nicht für wählbar.

    P.S. Da ich in Howi alles andere als unbe­kannt bin, aber die Sach­lich­keit meines Kom­men­tars unter­strei­chen möchte, bleibe ich hier bewusst anonym. Es sei aber ange­merkt, dass ich auch keinem der anderen Kan­di­die­renden
    um das Bür­ger­mei­steramt anhänge.

  • Es macht mich betroffen, dass der Kan­didat der SPD für das Amt des Bür­ger­mei­sters die mün­digen Bürger wieder „für dumm ver­kaufen“ will. Die stärkste Frak­tion im Rat der Gemeinde, teil­weise mit abso­luter Mehr­heit, hat plötz­lich nach mehr als 50 Jahren das Thema Umwelt­schutz für ihre Par­tei­ar­beit ent­deckt. Die bestehenden Seil­schaften dieser Partei, haben die so gewich­tige öko­lo­gi­sche Ent­wick­lung der Gemeinde und hier ins­be­son­dere der Gemein­de­mitte ver­hin­dert.
    Für diese Aus­sage kann ich selbst­ver­ständ­lich denn Beweis jeder­zeit antreten.

  • Also eines ist für mich mal klar, wer hier Kom­men­tare schreibt und nicht den Mumm hat seinen Klar­namen zu nennen.…den darf man nicht für voll nehmen.
    Hinter der Gar­dine im dunklen Wohn­zimmer stehen und über andere her­ziehen, geht mal gar nicht.
    Oder hat da jemand Angst auf der Straße nicht gegrüßt zu werden ?
    Ach ja, mir ist egal wer Bürgermeister/​in wird. Howi war eine tolle Gemeinde vor der Wahl und wird es danach genauso bleiben.
    Mög­lich das Recht­schrei­bung und Gram­matik nicht voll­um­fäng­lich kor­rekt sind aber ich möchte ja auch nicht Bür­ger­mei­ster werden !!

    MfG: Bodo Krakau

  • Ich will auch nicht Bür­ger­mei­ster werden. Mein Vor­name reicht! Ich will keine langen Debatten führen, wenn ich in Howi unter­wegs bin.
    Die SPD war in der Ver­gan­gen­heit mit Dif­fa­mie­rungen anderer nicht zim­per­lich, also müssen die Sym­pa­thi­santen der SPD auch von par­tei­losen Bür­gern Kritik hin­nehmen, dass gehört eben zur Demo­kratie.
    Thema Emscher­park süd­li­cher Teil:
    Wird der Fest­platz jetzt grün ange­stri­chen? Wahl­plakat und Frage von „die Partei“!
    Plakat hängt im Emscher­park.
    Fakt ist, im Umfeld des Gebäudes der neuen Kita ent­steht eine wei­tere Ober­flä­chen­ver­dich­tung (Stein­wüste). Auf­grund eines begün­sti­genden Ver­wal­tungs­aktes vom 24.06.1991 der Gemeinde Holzwickede zugun­sten des
    Bür­ger­schüt­zen­ver­eins 1895 e.V. ist bereits im Zen­trum der Gemeinde eine extreme
    Ober­flä­chen­ver­dich­tung vor­handen, die nur schwer­lich kor­ri­giert werden kann.
    Der Schüt­zen­verein hat den Anspruch, dass der Fest­platz in der bestehenden Form
    und in seiner Beschaf­fen­heit zwecks Durch­füh­rung des Schüt­zen­fe­stes erhalten bleibt. Damals, also im Jahr 1991 hatte die SPD das abso­lute Sagen im Rat der Gemeinde. Die Geschichte wie­der­holte sich, denn diese Partei hatte sich mit dem Bau der Kita im Emscher­park wieder als Umwelt­zer­störer eta­bliert, nur die Grünen und die FDP wurden als Mehr­heits­be­schaffer benö­tigt, da die Zeiten abso­luter Mehr­heiten im Rat der Gemeinde längst Geschichte sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kontakt

Mobil: +49 (170)  9 03 26 14

E-mail: info@emscherblog.de

Folgen Sie uns

Archiv