Volker Schütte (SPD). (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

„Parallelen zur NS-Zeit“: Ortshistoriker Wilhelm Hochgräber macht Sozialdemokraten sprachlos

Die Holzwickeder SPD distanziert sich von Wilhelm Hochgräber , der in einer Veranstaltung vorigen Donnerstag öffentlich Parallelen zwischen dem Umgang mit Abweichlern im NS-Staat und den Ungeimpften heute gezogen hat,. Das Foto zeigt Wilhelm Hochgräber zwischen Michael Klimziak (li.), dem SPD-Fraktionschef und Kulturausschussvorsitzenden und Autor Ulrich Reitinger (re.) bei einer Gedenkfeier der Gemeinde im Spiegelsaal im Jahr 2019. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Nach der Verlegung von fünf Stolpersteinen am Holocaust-Gedenktag in Holzwickede warten 60 Personen im „Haus Opherdicke“ mit Spannung auf den Vortrag von Gunter Demnig – auch Mitglieder der örtlichen SPD, unter ihnen der Ortsvorsteher von Hengsen, Volker Schütte..

In Holzwickede ist der Inzidenzwert im vierstelligen Bereich angekommen, es gilt die 2G-Regel und die Besucher der geschichtsträchtigen Veranstaltung tragen FFP2-Masken. „Schön ist das alles nicht, aber die Sache ist es wert“, meint Volker Schütte.  „Aber ich kannte Gunter Demnig noch nicht und war gespannt, etwas mehr über ihn zu erfahren.“  

Wilhelm Hochgräber von der VHS-Gruppe „Spurensuche – NS Opfer Holzwickede“, der sich als Ortshistoriker einen Namen gemacht hat, kündigte den Erfinder der Stolpersteine an und machte die Besucher neugierig.

Volker Schütte traute seinen Ohren nicht

Volker Schütte (SPD). (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Volker Schütte (SPD). (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

„Und dann, quasi aus dem Nichts, sieht der von mir eigentlich sehr geschätzte Hochgräber Parallelen zur NS-Zeit im Umgang mit Ungeimpften‘“, so Volker Schütte noch immer geschockt. „Kurzfristig bekam ich hinter meiner Maske Luftnot. Ich drehte mich um und glaubte, auch bei anderen Besuchern ein Gefühl von Sprachlosigkeit zu erkennen. Was hat der namhafte Ortshistoriker da gerade von sich gegeben? Meine Hände und viele andere auch, schafften es nicht wirklich, ihm Beifall zu zollen“, meint Schütte.  „Aber jetzt sofort zu reagieren, hätte sicher den ganzen Abend gesprengt.“

Noch während Gunter Demnig über sein Lebenswerk referierte, ist der Hengser Ortsvorsteher in seinen Gedanken immer noch bei Hochgräbers „Parallel-These“. Volker Schütte und mit ihm die gesamte SPD Holzwickede distanzieren sich ausdrücklich von dieser These und unsäglichen Parallele, die Wilhelm Hochgräber gezogen hat.  

Geht man in Deutschland wirklich menschenverachtend mit den Ungeimpften um, macht man Ihnen hier das Leben zur Hölle, gibt es auch nur irgendeinen Bezug zur NS-Zeit? „Wohl kaum“, stellt Schütte fest. „Und wenn überhaupt, wird dieser abstruse Vergleich nur von einer kleinen Personengruppe in den Mund genommen, zu der Wilhelm Hochgräber nach meiner Ansicht und auch der Holzwickeder SPD nun wirklich nicht zählt.“

Persönlich bedauert Volker Schütte abschließend deshalb: „Die eindrucksvolle Veranstaltung im Haus Opherdicke mit Gunter Demnig hat einen faden Beigeschmack bekommen, den sie nicht verdient hat – schade!“

SPD, Volker Schütte, Wilöhelm Hochgräber


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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