Offener Brief zum Weihnachtsfest der Initiative „Willkommen in Holzwickede“

Zum bevorstehenden Weihnachtsfest erreichte den Emscherblog ein offener Brief der Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Holzwickede“ an die Menschen der Emschergemeinde, den wir an dieser Stelle ungekürzt veröffentlichen:

Liebe Mitarbeitende,
liebe Freunde und Freundinnen der Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Holzwickede“,
liebe Holzwickeder Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Seit nunmehr fünf Jahren gibt es unsere Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Holzwickede“. Im Advent 2014 haben wir erstmals alle Flüchtlinge der Häuser in der Massener Str. zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken ins Alois-Gemmeke-Haus eingeladen. Die Caritas hatte dafür gesorgt, dass die Flüchtlinge in wohltuender Umgebung untereinander und mit uns ins Gespräch kommen konnten. Für viele von ihnen war es das erste Mal, dass sie in direkten persönlichen Kontakt mit Holzwickeder Bürgern kamen.

Das war der Start. Es gäbe über die vergangenen fünf Jahre vieles zu berichten, über die Anfänge, die Mühlen der Bürokratie, die Veränderungen, vielfältigen Belastungen, aber auch von kostbaren Begegnungen und gegenseitigem Kennen- und Schätzenlernen …

Es wäre schön, wenn wir im Sommer bei einem Begegnungs- und Erzähltreffen gemeinsam zurückschauen und unsere Erfahrungen austauschen könnten.

Vieles hat sich in den letzten Jahren verändert. Ohne klagen zu wollen, gilt die Feststellung: Die Gruppe der Aktiven ist erheblich kleiner geworden.

Besonders dankbar sind wir deshalb für die Arbeit der Caritas des Kreises Unna, die in diesem Jahr zeitlich und auch personell ihr Angebot ausweiten konnte.

Wenn auch die Zahl der Aktiven kleiner geworden ist, so denken und beobachten wir, dass inzwischen auch vieles verborgen und ganz still geschieht, um Menschen, die zu uns vor Verfolgung, Krieg und Gewalt geflohen sind, zur Seite zu stehen, z.B. durch Nachbarn, Vermieter, Kollegen …

Mal hören wir davon, dass einem Auszubildenden bei Physik geholfen wird oder dass eine ältere Dame intensiv Deutsch mit einem Geflüchteten zur Vorbereitung auf das Studium übt oder von regelmäßigen Spaziergängen mit einem älteren Herrn aus Syrien

Das sind nur kleine Beispiele einer Willkommenskultur, von der wir hoffen, dass sie weiterhin bei uns in Holzwickede praktiziert wird. Nachbarschaft, Schule, Beruf, Vereine, Chöre, Gruppen oder Sportvereine sind leise Wegbereiter, um es den Geflüchteten zu ermöglichen, hier wieder ein Zuhause zu finden.

Allen, die in irgendeiner Weise dazu beigetragen haben, dass Holzwickede ein lebenswerter Ort für alle ist und bleibt, sagen wir ganz herzlichen Dank für ihr Tun.

Frohe Weihnachten und ein friedliches neues Jahr!

Die Initiative „Willkommen in Holzwickede“

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