Notorischen Linksfahrer auf A44 ausgebremst: 900 Euro Geldstrafe wegen Nötigung

Es ist der trau­rige Klas­siker im Stra­ßen­ver­kehr: Wütend über einen noto­ri­schen Links­fahrer, der mit Tempo 90 auf der linken Fahr­spur der A44 trö­delte, obwohl 120 km/​h erlaubt sind, über­holt der 50-jäh­rige P. am 31. Juli vorigen Jahres mor­gens um 8.05 Uhr den vor ihm fah­renden Pkw in Höhe Holzwickede rechts, setzt sich dann vor den Links­fahrer und bremst ihn aus. Pech für den Berufs­kraft­fahrer: Im dem anderen Auto sitzen gleich drei Per­sonen, die seinen Akt der Selbst­ju­stiz bezeugen können. Heute musste sich der 50-Jäh­rige des­halb wegen Nöti­gung vor dem Amts­ge­richt Unna ver­ant­worten.

Dort gestand er seine Schuld auch unum­wunden ein. Anschlie­ßend bean­tragte sein Ver­tei­diger die vor­läu­fige Ein­stel­lung des Ver­fah­rens nach § 153 a der Straf­pro­zess­ord­nung, da sein Man­dant „gut­willig und bis­lang straf­recht­lich nicht vor­be­la­stet“ sei. Ganz so leicht wollte der Staats­an­walt den Ange­klagten aller­dings nicht davon kommen lassen. Schließ­lich wäre es bei einer Ver­ur­tei­lung „zwin­gend zu einem Fahr­verbot“ gekommen.

Verfahren vorläufig eingestellt

Selbst­ju­stiz können wir nicht gebrau­chen“ im Stra­ßen­ver­kehr, mahnte der Staats­an­walt. Aller­dings sei zu berück­sich­tigen, dass es auch nicht in Ord­nung sei, wenn „jemand mit 90 km/​h trotz Rechts­fahr­gebot dau­ernd links zockelt“ auf der Auto­bahn. Der Ankla­ge­ver­treter war darum nur gegen Zah­lung einer Geld­buße in Höhe von 900 Euro bereit, dass Ver­fahren gegen P. vor­läufig ein­zu­stellen.

Gegen Zah­lung von 6 x 150 Euro, zahlbar an das Kin­der­ho­spiz, war denn auch Richter Jörn Grans­euer bereit, das Ver­fahren vor­läufig ein­zu­stellen. Aller­dings nicht, ohne noch den Ver­tei­diger zuvor darauf hin­zu­weisen, dass es wohl sinn­voller gewesen wäre, wenn er seinen Antrag schon vor der heu­tigen Ver­hand­lung gestellt hätte.

Nötigung


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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