Neue Obstbäume am Emscherquellhof unterstützen Artenvielfalt an Emscher

Die Schafe von Michaela Schultz-Franck unterstützen als "natürliche Rasenmäher" die Entwicklung der Obstbaumwiese und die ökologische Entwicklung des Standortes am Emscherquellhof.  (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die Schafe von Michaela Schultz-Franck unterstützen als „natürliche Rasenmäher“ die Entwicklung der Obstbaumwiese und die ökologische Entwicklung des Standortes Emscherquellhof. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Die Streuobstwiese am Emscherquellhof erhält Zuwachs: Auf einer Fläche von über 7.000 Quadratmetern ergänzen seit kurzem 30 neue Obstbäume den Bestand der Emschergenossenschaft. Der Mehrwert der neuen Bäume für Mensch und Natur ist vielfältig. Sie eröffnen in Zukunft zahlreiche Möglichkeiten der Weiterverarbeitung zu gesunden, nährreichen und nachhaltigen Produkten wie Saft, Most oder Marmelade. Zusätzlich gelten sie aufgrund ihrer Strukturvielfalt als besonders artenreiche Biotope und unterstützen somit die Artenvielfalt an der Emscher.

Eine Mischung aus Äpfel‑, Birnen-, Kirschen- und Zwetschgenbäumen wird sich in den kommenden Jahren zu einer bunten Streuobstwiese entwickeln. Unverzichtbar für die erfolgreiche Entwicklung der Wiese ist dabei die nachhaltige und naturschonende Pflege der Bäume und ihrer unterliegenden Fläche.

Schafe unterstützen ökologische Entwicklung

Die Schafe von Schäferin Michaela Schultz-Franck unterstützen die Emschergenossenschaft dabei und werden als „natürliche Rasenmäher“ die ökologische Entwicklung des Standortes fördern. Dabei lässt Michaela Schultz-Franck gerne auch die Öffentlichkeit teilhaben und lädt Interessierte ein, um beim Arten- und Biotopschutz an der Emscher mitzuwirken. Ihr Engagement für pädagogisch wertvolle Mitmach-Angebote am Emscherquellhof wurde bereits 2021 mit dem Klimaschutzpreis der Gemeinde Holzwickede gewürdigt.

„Die Kombination aus traditionellen Obstbaumarten und nachhaltiger Wiesenpflege ermöglicht die Entwicklung artenreicher Pflanzengesellschaften, die vielen Insekten, Kleinsäugern und auch Vögeln wertvollen Lebensraum bietet“, sagt Gunnar Jacobs, Artenschutz- und Landschaftsexperte bei der Emschergenossenschaft. „Neben Spechtvögeln – und in deren Folge auch kleinere Höhlenbrüter, welche die von den Spechten angelegten Bruthöhlen weiternutzen können – freuen sich auch Fledermäuse oder Siebenschläfer über die hochstämmigen Bäume als Unterschlupfmöglichkeit.“

30 neue Obstbäume ergänzen die Streuobstwiese am Emscherquellhof in Holzwickede. Sie gelten aufgrund ihrer Strukturvielfalt als besonders artenreiche Biotope und unterstützen somit die Artenvielfalt an der Emscher. (Foto: EGLV)

Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft

Aber das Potenzial der neuen Streuobstwiese am Emscherquellhof ist damit noch nicht ausgeschöpft: Als Bildungs- und Erlebnisort für Bürgerinnen und Bürger, die an einer abwechslungsreichen, zukunftsfähigen und ökologischen Landschaftsgestaltung interessiert sind, ergänzt sie den Emscherquellhof als wachsenden Lern- und Bildungsstandort. Im Schwerpunktjahr der Biodiversität 2022 im Programm „Mach mit am Fluss!“ von Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) liegt der Fokus darauf, das Bewusstsein von Bürger jeden Alters für den Natur- und Artenschutz zu fördern und zu zeigen, welches Potenzial Emscher und Lippe als Naherholungsräume haben. Projekte wie die Blauen Klassenzimmer begeisterten im vergangenen Jahr bereits zahlreiche Naturbegeisterte durch innovative und spielerische Möglichkeiten, die renaturierten Gewässer auf ganz neuen Ebenen kennenzulernen. Schon bald sind auch die neuen Obstbäume Teil dieser interaktiven Lern- und Fördermöglichkeiten an der abwasserfreien Emscher, die zeigen, welchen Wert solche Wiesen für die Artenvielfalt haben.

Hintergrund der Biodiversitätsinitiative

Der drastische, weltweite Rückgang der Artenvielfalt ist besorgniserregend. Der negativen Entwicklung wollen die sondergesetzlichen Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) entgegenwirken und die Biodiversität an Gewässern und auf verbandseigenen Anlagen weiter stärken.
Der ökologische Gewässerumbau in den Gebieten von Emscher und Lippe, die nachhaltige Nutzung vieler wasserwirtschaftlicher Anlagen und das gezielte Wiederansiedeln von verschiedenen, selten gewordenen Fischarten sind nur einige Beispiele für bereits laufende Maßnahmen.
Biodiversität ist ein Kernbestandteil des Programms „Lebendige Gewässer“, das im Emscher- und Lippe-Gebiet an Gewässern wie Auen sehr erfolgreich umgesetzt wird. Der Gewässerumbau wird dazu seit vielen Jahren durch ein intensives Monitoring begleitet, das zum Beispiel die Entwicklung der gewässertypischen Fauna und Flora, darunter auch seltene oder gefährdete Arten, beobachtet.
Insgesamt hat sich beispielsweise im Zuge der ökologischen Verbesserung der Emscher seit rund 30 Jahren die Artenzahl gewässerlebender wirbelloser Tiere im Emscher-Gebiet etwa verdreifacht.
Durch das Programm „Lebendige Lippe“ schaffen EGLV neue Habitate für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt. Dadurch ist an der Lippe die Biodiversität erheblich gestiegen – ein herausragendes Projekt ist die renaturierte Lippe-Mündung in Wesel mit mehr als 600 nachgewiesenen Tier- und 425 Pflanzenarten. Die Artenvielfalt wird außerdem indirekt auch durch die Verbesserung der Wasserqualität, d.h. die Ertüchtigung der Reinigungsleistung der Klär- und Regenwasserbehandlungsanlagen, gefördert.

EGLV, Emscherquellhof, Streuobstwiese

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