Besucher im Mesum haus Opherdicke: Ab 5. September sind dort die Werke von Hermann Stenner und seiner Lehrer zu sehen. (Foto: Oliver Nauditt - Kreis Unna)

Museum Haus Opherdicke zeigt Jahrhunderttalent Hermann Stenner und seine Lehrer

Besucher im Mesum haus Opherdicke: Ab 5. September sind dort die Werke von Hermann Stenner und seiner Lehrer zu sehen. (Foto: Oliver Nauditt - Kreis Unna)
Besucher im Museum Haus Opherdicke: Ab 5. September sind dort die Werke von Hermann Stenner und seiner Lehrer zu sehen. (Foto: Oliver Nauditt – Kreis Unna)

Als herausragendes Künstlertalent gehandelt, im ersten Weltkrieg an der Ostfront gefallen: Hermann Stenners verheißungsvolle künstlerische Entwicklung nahm ein tragisches Ende. Das Museum Haus Opherdicke widmet sich mit der Ausstellung „Hermann Stenner und seine Lehrer“ ab Sonntag, 5. September den Schaffensjahren des verschollenen und wiederentdeckten Künstlers der Avantgarde mit Werken aus der Sammlung Bunte.

Der ostwestfälische Künstler Hermann Stenner (1891 – 1914) hinterließ trotz kurzer Schaffenszeit ein beeindruckendes Werk. Stilistisch bewegte er sich vom späten Impressionismus über einen stark-farbigen Expressionismus bis hin zu einem abstrahierten Bildaufbau. Neben zahlreichen Stenner-Werken zeigt das Museum Haus Opherdicke auch ausgewählte Arbeiten der Lehrer Hans von Hayek, Ludwig Dill, Christian Landenberger und Adolf Hölzel, in denen der Einfluss auf den jungen Stenner deutlich wird.

Vorfreude auf Ausstellung  

„Es ist uns eine Ehre Hermann Stenners wachsende kunsthistorische Bedeutsamkeit mit dieser Ausstellung unterstreichen zu dürfen. Insbesondere auf die Präsentation der Neuankäufe und noch nie zuvor gezeigter Werke aus der Sammlung Bunte dürfen wir gespannt sein“, blickt Kuratorin Sally Müller vorfreudig auf die kommende Ausstellung.

Zu Lebzeiten gehörte Hermann Stenner zu den herausragenden Talenten nach der Jahrhundertwende. Dass er von Kindesbeinen an im väterlichen Malereibetrieb die handwerklichen Grundlagen der Malerei kennenlernte, ebnete ihm frühzeitig den Weg in die Kunst: Aufgrund seiner besonderen künstlerischen Begabung konnte er bereits als Achtzehnjähriger zur Aufnahmeprüfung an der Münchner Kunstakademie antreten – und bestehen.  

Fünf Jahre für ein Lebenswerk

Unglücklicherweise waren dem Ausnahmetalent nicht mehr als fünf Jahre vergönnt, um ein fulminantes Lebenswerk von rund 300 Gemälden und mehr als 1.500 Arbeiten auf Papier zu hinterlassen. Dass ein Großteil dieser Werke nach Hermann Stenners Tod und zwei Weltkriegen erhalten blieb, ist nicht zuletzt dem Einsatz seiner Stuttgarter Lehrer, Freunde und Künstlerkolleginnen und -kollegen zu verdanken.

In Obhut der Stenner-Familie überstand ein Großteil des Nachlasses auf dem Dachboden des Elternhauses in Bielefeld dann die schweren Zeiten bis zu Stenners Wiederentdeckung. „Hermann Stenner wäre einer der besten Maler Deutschlands geworden, wenn nicht der sinnlose, verbrecherische Krieg seine Opfer geholt hätte“, sagen ihm Künstlerkollegen wie Willi Baumeister nach. Von dieser Einschätzung selbst überzeugen können sich Besucher ab 5. September auf Haus Opherdicke.  

Unnas größtes Ausstellungsereignis

Auch bei „Kunstort Unna“ ist die kommende Ausstellung im Museum Haus Opherdicke mit dabei. Mit der Teilnahme an Unnas größtem Ausstellungsereignis, das vom 10. bis zum 12. September stattfindet, bietet das Museum Haus Opherdicke seinen Besucherinnen und Besuchern verlängerte Öffnungszeiten und zusätzliche offene Führungen durch „Hermann Stenner und seine Lehrer“ bei freiem Eintritt. Bei der Initiative „Kunstort Unna“ haben sich Künstler, Ateliers und Museen zu einem großen Ausstellungsraum zusammengeschlossen. Insgesamt nehmen 23 Kunstorte an der Aktion teil. Das Haus Opherdicke ist mit der diesjährigen Teilnahme zum zweiten Mal mit von der Partie und möchte damit nochmals die „Verbundenheit zur Kultur in Unna“ bekräftigen, wie Kurator Arne Reimann betont. PK | PKU

Hermann Stenner, Museum Opherdicke

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