Montanhydraulik-Stadion: Sportheim muss für Flüchtlinge geräumt werden — aber ohne Termindruck

Die Vereine müssen die obere Etage des Sportheims (Foto) im Montanhydraulik–Stadion freiräumen — allerdings nicht schon zum 26. September. Die Gemeinde muss die Räume für die Unterbringung von Flüchtlingen herrichten. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Viel Schweiß fließt aktuell und in den kommenden Wochen im Holzwickeder Montanhydraulik-Stadion – und zwar auf wie neben dem Platz. Während die trainierenden Teams und Schüler an ihren „sportlichen Baustellen“ arbeiten, „malochen“ am Rande Handwerker für ein attraktives Ambiente der Sportanlage. Eine dieser Baustellen liegt dabei den Verantwortlichen der Gemeinde und des HSC besonders schwer auf der Seele: Wie auch bei der ersten Flüchtlingswelle 2015/16 ist das Sportheim wieder als Unterkunft für Flüchtlinge vorgesehen.

Nachdem der Holzwickede Beigeordnete Bernd Kasischke darauf in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur hingewiesen und der Emscherblog darüber berichtet hatte, waren die HSC-Verantwortlichen alarmiert. Noch größer war die Aufregung, als die Gemeinde wenig später den 26. September als Termin nannte, zu dem die oberste Etage des Sportheims geräumt sein müsse. Denn bevor die Flüchtlinge dort untergebracht werden können, sind noch einige Umbauarbeiten notwendig.

Gemeinde muss Vorarbeiten durchführen

Die Maßnahme träfe den HSC schwer. Schließlich befindet sich in der oberen Etage des Sportheims nicht nur der VIP-Raum für die Sponsoren des HSC. Unklar ist auch, inwieweit der sportliche Betrieb beeinträchtigt wird, etwa im Bereich der sanitären Anlagen. Aber auch andere Vereine wie die Turngemeinde und der Verein „Vorhang auf!“ wären betroffen. Die Holzwickeder Verwaltungsspitzen trafen sich deshalb mit den HSC-Verantwortlichen zu einem Ortstermin.

Anschließend erklärte Uwe Nettlenbusch, Leiter der technischen Dienste der Gemeinde, auf Nachfrage des Emscherblogs: „Der feste Termin für die Räumung zum 26. September ist nicht in Stein gemeißelt. Das haben in dem Gespräch heute mit den HSC-Vertretern deutlich gemacht. Wir haben aber auch ganz klar gemacht, dass die oberste Etage auf jeden Fall freigemacht werden muss, weil wir dort Flüchtlinge unterbringen werden. Dafür müssen wir auch noch einige Vorleistungen erbringen.“

Den genauen Termin für die Räumung kann auch Holzwickedes Beigeordneter nicht nennen. „Wir wollten heute einfach etwas Druck aus dem Kessel nehmen“, so Bernd Kasischke. „Wir wissen natürlich auch um die Probleme, die mit der Unterbringung von Flüchtlingen im Montanhydraulik-Stadion verbunden sind. Doch wir haben keine andere Möglichkeit und stehen selbst sehr unter Druck.“

Verglasung der Terrasse hat begonnen

Eine der Baustellen im Stadion: Seit einigen Tagen wird die Terrasse vor dem Ballhaus im Stadion mit öffentlichen Fördermitteln in einen wetterfesten Wintergarten umgebaut. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Eine der Baustellen im Stadion: Seit einigen Tagen wird die Terrasse vor dem Ballhaus im Stadion mit öffentlichen Fördermitteln in einen wetterfesten Wintergarten umgebaut. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Neben dieser „Baustelle“, bei der es weniger um die Attraktivität des Montanhydraulik-Stadions geht, gibt es derzeit noch weitere Baustellen in der Sportstätte an der Jahnstraße:

So begannen in diesen Tagen die Arbeiten zur Sanierung und Modernisierung der Terrasse vor dem Ballhaus. In einem ersten Schritt wurde die alten Windfänger deinstalliert. Dann legten die Bauarbeiter die Grundsteine für den neuen Wintergarten, der entstehen wird. De facto wird damit das Ballhaus erweitert. Die Terrasse war schon immer Gegenstand von Sanierungen und Verbesserungen. Zuletzt wurde sie im Sommer 2019 in Eigenleistung überdacht. Davor gab es eine Betonfläche und anschließend in den 2010ern eine Holzterrasse. Die aber hatte den Nachteil, dass sie sich bei feuchtem Wetter in eine Rutschbahn verwandelte. Nun werden richtig Nägel mit Köpfen gemacht.

Wie Aufsichtsratsmitglied Rolf Unnerstall auf der Jahreshauptversammlung des HSC vor wenigen Wochen ausführte, wird die Terrasse vom Ballhaus für rund 93.000 Euro modernisiert. Vorgesehen ist eine Verglasung, durch die die dortigen Sitzflächen überdacht werden sollen. Man wolle die Aufenthaltsqualität für Zuschauer verbessern, damit sich Zuschauer auch bei schlechten Witterungsverhältnissen dort aufhalten können“, so Unnerstall.

Das Geld stammt aus einem Förderprogramm des Landes NRW zur Modernisierung von Sportstätten. 30 Millionen Euro hat der Düsseldorfer Landtag dafür freigegeben. 300.000 Euro sind bisher in die Gemeinde Holzwickede geflossen – darunter die rund 93.000 Euro an den HSC.

Für Ballhaus-Pächter Torsten „Toto“ Potyka ist die Überdachung ein wichtiger Schritt, die Attraktivität des Ballhaus und der gesamten Arena zu steigern und unabhängig von Jahreszeiten und Witterungen zu machen.

Er wird allerdings auch die Schlüsselgewalt bekommen – das heißt, die Zeiten, in denen quasi jeder auf der Terrasse auch außerhalb der Öffnungszeiten sitzen konnte, sind vorbei. Geöffnet ist das Ballhaus weiterhin dienstags und donnerstags ab 18 Uhr.

Unvollendete Treppe eine Dauerbaustelle

Rom hat seine Spanische Treppe und Holzwickede die unvollendete Treppe im Montanhydraulik-Stadion, an der seit mehr als eineinhalb Jahren gebaut wird. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Rom hat seine Spanische Treppe und Holzwickede die unvollendete Treppe im Montanhydraulik-Stadion, an der seit mehr als eineinhalb Jahren gebaut wird. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Eine weitere Baustelle ist die unvollendete Treppe. Rom hat seine weltberühmte Spanische Treppe und muss doch um den Titel fürchten. Denn diese Treppe im Montanhydraulik-Stadion hat das Zeug, ein fürwahr historischer Aufgang zu werden. Seit unzähligen Monaten führt sie – ins Nichts. Geplant war ursprünglich, dass sie die alte Stiege vor dem Sportheim ersetzen sollte. Diese wurde dann auch abgerissen. Erst nach etlichen Wochen wurde dann eine Treppe gebaut, die allerdings nur ein „Gerippe“ ist, keine Geländer hat und auch keinen ordentlichen Anschluss an die erste Etage des Sportheims. Dafür wurde sie immerhin ordnungsgemäß mit rot-weißem Flatterband abgesichert. Seitdem passierte wenig bis gar nichts. Eben eine echte Dauerbaustelle.

Baustelle Bewässerungsanlage abgeschlossen

Erledigt ist dagegen inzwischen eine weitere Baustelle: die Bewässerungsanlage für den Rasenplatz, die ausgerechnet in der heftigsten Trockenperiode ihren Geist aufgab. Nachdem dann die Ersatzteile für die defekte Bewässerungsanlage auf dem Rasenplatz eingetroffen und eingebaut wurden, gab es zwar zunächst einmal einen kurzfristigen weiteren Defekt und Ausfall. Doch der ist inzwischen behoben. Durch die wieder einwandfrei  funktionierende Bewässerung sowie den Regen der vergangenen Tage haben sich die Platzverhältnisse deutlich verbessert. Der Rasen strahlt wieder in sattem Grün. Damit sind dort Meisterschaftsspiele wieder möglich.

Baustellen, Flüchtlinge, Montanhydraulik-Stadion


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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