(Foto: Gerhard Gellinger - Pixabay)

Mit vollem Rucksack im Aldi an der Kasse vorbei: 700 Euro Geldstrafe für Ladendieb

Ohne Rechts­bei­stand, aber mit erkenn­barer Rou­tine nahm ein 47-jäh­riger Holzwickeder heute (11. Februar) im Amts­ge­richt Unna auf der Ankla­ge­bank Platz: Die Anklage warf dem ledigen Vater von zwei Kin­dern vor, am 2. Oktober vorigen Jahres im Aldi-Markt an der Weber­straße in Unna Waren im Wert von 56,45 Euro in gestohlen zu haben.

Er soll u.a. eine Strumpf- und eine Stretch­hose für Damen, Rasier­klingen, Kat­zen­futter, eine Dose Gulasch und Snacks in seinen Ruck­sack gesteckt, einige andere Artikel in seinem Ein­kaufs­wagen an der Kasse bezahlt und dann ver­sucht haben, den Aldi-Markt mit seinem Ruck­sack voller unbe­zahlter Waren zu ver­lassen.

Ware im Einkaufswagen bezahlt

Auf der Ankla­ge­bank räumte der 47-Jäh­rige die Tat ohne sicht­bare Gefühls­re­gung ein: „Stimmt. Ich habe das mit Absicht getan, aus Geld­mangel.“ Seine Freundin hätte damals gerade Schluss mit ihm gemacht. Mit der Strumpf- und Stretch­hose habe er sich „bei ihr ent­schul­digen“ wollen, erklärte er auf Nach­frage. Inzwi­schen habe er sich wieder mit ihr ver­tragen und sei auch wieder „in einem Pro­gramm“, so der Holzwickeder. „Es ist so pas­siert, was soll ich sagen…“

Immerhin 19 Vor­strafen hat der 47-Jäh­rige, der auch Haf­ter­fah­rung hat, im Bun­des­zen­tral­re­gi­ster vor­zu­weisen, dar­unter meh­rere Dieb­stähle, Betrug, Urkun­den­fäl­schung, Kör­per­ver­let­zung Belei­di­gung, Heh­lerei und Ver­stöße gegen das Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz. Als straf­mil­dernd wer­tete die Ankla­ge­ver­tre­terin, dass die von ihm gestoh­lenen Waren nur geringen Wert hatten und letzt­lich auch im Laden ver­blieben sind.

Langes teils einschlägiges Vorstrafenregister

Gegen den Ange­klagten spricht sein Vor­stra­fen­re­gi­ster und dass er „nichts dazu­ge­lernt“ habe, so die Staats­an­wältin: „Allein 13 Vor­strafen wegen Dieb­stahls zeigen das mehr als deut­lich.“ Die Ankla­ge­ver­tre­terin for­derte des­halb eine Geld­strafe von 70 Tages­sätzen a‘ 15 Euro für den arbeits­losen Hartz IV-Emp­fänger.

Richter Jörn Grans­euer sah es ähn­lich, blieb aber mit seinem Urteil von 70 Tages­sätzen a‘ zehn Euro leicht unter ihrer For­de­rung der Staas­an­walt­schaft. Außerdem muss der Holzwickeder die Kosten des Ver­fah­rens tragen. Tat­säch­lich sei der 47-Jäh­rige „auf der Grenze zur Haft­strafe“ gewan­delt, gab der Richter dem Holzwickeder als Mah­nung mit auf den Weg. 

Diebstahl


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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