Lebensmittelgutscheine auch für Tafel-Kunden in Holzwickede möglich

Lebensmittelgutscheine für Tafel-Kunden gibt es bislang nur in Unna. Doch auch für Holzwickeder Tafel-Kunden besteht Hoffnung.

In der Corona-Krise mussten alle Ausgabestellen der Tafeln schließen – aus Sicherheitsgründen.  Die Ansteckungsgefahr für die zumeist ehrenamtlichen Mitarbeiter, aber auch die Kunden der Tafel ist einfach zu groß. Die Schließung trifft wieder die Schwächsten und Ärmsten in unserer Gesellschaft. Für die Menschen mit kargem Einkommen, die regelmäßig in den Schlangen vor den Ausgabestellen standen, bedeutet die Maßnahme ein schmerzlicher Verlust. Die Bürgerstiftung Unna will in dieser Situation helfen. Schnell und unbürokratisch.

Gesammelt wird Geld für Lebensmittel-Gutscheine. Spendenziel sind 20.000 Euro, für die rund 600 Gutscheine a‘ 30 Euro ausgestellt werden. Die Lebensmittelgutscheine werden über das Sozialamt an die bedürftigen Empfänger in Unna verteilt.

Tafel-Kunden in Holzwickede können leider nicht von dieser Maßnahme profitieren. Doch es gibt Hoffnung für die Bedürftigen auch in Holzwickede. „Was über die Bürgerstiftung in Unna möglich ist, müsste doch auch bei uns in Holzwickede machbar sein, zumal wir doch neuerdings auch eine Bürgerstiftung ,Gutes Tun‘ in Holzwickede haben“, findet Wehlack, der am  Wochenende von der Unnaer Stiftungsinitiative aus der Lokalpresse erfuhr.

Alle Parteien haben Spenden zugesagt

Weil Wehlack vermeiden will, dass seine Initiative als Profilierungsversuch im Wahlkampf missverstanden wird, beeilte er sich, möglichst alle anderen Parteien mit ins Boot zu holen. „Es geht hier nicht um Wahlkampf. Wichtig ist, dass wir alle an einem Strang ziehen und gemeinsam versuchen, den Menschen, die auf die Tafel-Ausgabe angewiesen sind, zu helfen.“  

Wehlacks eigene Partei, die SPD, ging bereits mit gutem Beispiel voran und spendet einen namhaften Betrag für Lebensmittelgutscheine. Auf Nachfrage bestätigte Peter Wehlack heute (6. April): „Ich habe inzwischen mit den Fraktionsvorsitzenden der übrigen Parteien gesprochen. Alle haben mir sofort zugesagt, dass ihre Parteien ebenfalls für Lebensmittelgutscheine spenden wollen. Der einzige, den ich noch nicht erreichen konnte, ist Friedhelm Klemp. Aber ich bin mir sicher, dass sich auch die Grünen noch beteiligen wollen.“

Auch in Richtung der Rewe-Märkte vor Ort, die später die Lebensmittelgutscheine akzeptieren müssten, hat Peter Wehlack schon erste Kontakte geknüpft und positive Rückmeldung erhalten.

Stiftung und Sozialamt müssen eingebunden werden

Als nächstes will Wehlack nun Bürgermeisterin Ulrike Drossel ansprechen und sie bitten, sich im Vorstand der Stiftung „Gutes tun“ dafür einzusetzen, noch fehlende Spendenmittel für die Bereitstellung der Lebensmittelgutscheine aufzufüllen. Aber auch das Sozialamt in Holzwickede müsste noch in die Aktion eingebunden werden. „Denn wir kennen ja ebenso wenig wie die Ehrenamtlichen Helfer der Tafelausgabe die Adressen der Bedürftigen“, erläutert Wehlack. „In Unna läuft die Verteilung der Lebensmittelgutscheine deshalb so ähnlich wie bei uns in Holzwickede die Aktion Weihnachtsgeld: Die Lebensmittelgutscheine werden in Umschläge gesteckt und über das Sozialamt an die Bedürftigen verteilt.“

Doch auch dies dürfte eigentlich keine unüberwindbare Hürde sein, glaubt Peter Wehlack. „Vorausgesetzt wir ziehen alle an einem Strang. Dann können wir vielleicht schon bald auch in Holzwickede Lebensmittelgutscheine an diejenigen ausgeben, die sie am Nötigsten haben.“

Lebensmittelgutscheine, Peter Wehlack, Stiftung Gutes Tun, Tafeln


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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