Kriminalstatistik: Zahl der Wohnungseinbrüche stark rückläufig

Stellten die Kriiminalstatistik 2017 der Polizei für den Kreis Unna vor, v.l.: Landrat Michael Makiolla, Kriminaldirektor Frank Kujau und Leitender Polizeidirektor Hans-Dieter Volksmann. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Stellten die Kri­mi­nal­sta­ti­stik 2017 der Polizei für den Kreis Unna vor, v.l.: Landrat Michael Makiolla, Kri­mi­nal­di­rektor Frank Kujau und Lei­tender Poli­zei­di­rektor Hans-Dieter Volk­mann. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Die Kreis­po­li­zei­be­hörde (KPB) Unna stellte heute ihre Kri­mi­nal­sta­ti­stik für das Jahr 2017 vor. Mit ins­ge­samt 19 507 regi­strierten Straf­taten kann die Polizei im Kreis Unna die gering­sten Fall­zahlen seit fünf Jahren ver­melden. Im Vor­jah­res­ver­gleich ent­spricht das einem Rück­gang von 10 % bei der Gesamt­kri­mi­na­lität. Der Anteil Holzwickedes an der Gesamt­kri­mi­na­lität beträgt 4 % (874 Straf­taten). Das sind 346 weniger als im Jahr davor. Damit war die Gemeinde Holzwickede auch 2017 im Kreis Unna wieder kri­mi­nal­sta­ti­stisch in jeder Hin­sicht unauf­fällig.

Landrat Michael Makiollla zeigte sich heute beson­ders erfreut, dass die Fall­zahlen im Kreis Unna ins­be­son­dere in den Berei­chen Woh­nungs­ein­brüche und Stra­ßen­kri­mi­na­lität über­durch­schnitt­lich rück­läufig sind. „Das sind genau die Schwer­punkte, die wir uns gesetzt hatten“, stellt Makiolla fest. „Die Kreis­po­li­zei­be­hörde war also auf allen Hand­lungs­fel­dern, die wir uns gesetzt hatten, erfolg­reich.“

Ins­ge­samt sei das Risiko eines Woh­nungs­ein­bruchs im Kreis Unna um 40 % gesunken. „Das ist der gün­stigste Ver­lauf aller Poli­zei­be­hörden im Ruhr­ge­biet.“ Fast jeder fünfte Woh­nungs­ein­bruch konnte auf­ge­klärt werden. Der Ein­satz von mehr Per­sonal, die Auf­klä­rungs- und Infor­ma­ti­ons­kam­pa­gnen und die Erhö­hung des Kon­troll­drucks in den Schwer­punkt­be­rei­chen seien also ganz richtig gewesen, so der Landrat weiter. Beson­ders erfreu­lich auch: Der Ver­suchs­an­teil bei Woh­nungs­ein­brü­chen hat fast 48 % erreicht. Das heißt: Fast jeder zweite Ein­bruch ist im Jahr 2017 geschei­tert.

Auch die Zahl der Taschen­dieb­stähle ist um mehr als 30 % zurück­ge­gangen auf den nied­rig­sten Wert seit 2010.

Das zeigt, dass die Men­schen im Kreis Unna sicher leben können“, sagt Landrat Makiolla und betont: „Trotz dieser Erfolge sind wir nicht zufrieden. Des­halb werden wir unsere Bemü­hungen unver­min­dert fort­setzten.“

Telefonbetrug nimmt zu

Zuge­nommen hat dagegen im Kreis Unna der Betrug an Senioren per Telefon. Mit 320 Fällen hat sich die Zahl fast ver­dop­pelt. Oft ver­lieren die Opfer dabei ihre gesamte Alters­ver­sor­gung. So berichtet die Polizei von einer älteren Dame, die am Telefon auf einen Betrüger, der zumeist im Aus­land sitzt, her­ein­ge­fallen ist und sich über 200 000 Euro „abschwatzen“ ließ. In einem anderen Fall verlor eine ältere Dame 65 000 Euro. Immerhin ist der Ver­suchs­an­teil bei dieser Art Betrug mit 93,3 % recht hoch. Bedeutet: Die Opfer erkennen früh, dass etwas nicht stimmt und bre­chend das Gespräch ab. Genau das ist auch der Rat, den die Polizei in sol­chen Fällen gibt: Beim gering­sten Ver­dacht sofort auf­legen und die Polizei anrufen.

Straßenkriminalität

Mit ins­ge­samt 5 633 Fällen ist die Stra­ßen­kri­mi­na­lität im Kreis Unna so gering wie seit zehn Jahren nicht mehr. In Holzwickede ist die Zahl dagegen leicht um 27 Fälle auf 265 gestiegen (+ 9,25%).

Gewaltkriminalität

Hier sind die Fall­zahlen ins­ge­samt auf 651 gestiegen (Vor­jahr: 567). In Holzwickede wurden 26 Fälle von Gewalt­kri­mi­na­lität regi­striert – neun mehr als im Jahr davor (+ 52,94%)

Sexualstraftaten

Auch die Zahl der Sexu­al­straf­taten ist im kreis­weit von 127 Fällen auf 152 gestiegen. Was auch damit zusam­men­hängt, dass das Sexu­al­straft­recht ver­schärft worden ist. Wie Kri­mi­nal­di­rektor Frank Kujau erläu­tert, waren unter den genannten Fällen zwei über­fall­ar­tige Ver­ge­wal­ti­gungen, 29 sexu­elle Nöti­gungen von Per­sonen, die zuvor schon Kon­takt hatten, 24 sexu­elle Belei­di­gungen, 3 Fälle des Miss­brauchs von Schutz­be­foh­lenen, 1 Fall von Kin­der­por­no­grafie (ille­gale Fotos auf dem PC ent­deckt), 18 Fälle all­ge­meiner Kin­der­por­no­grafie und 28 Fälle von Exhi­bi­tio­nismus.

Aller­dings ist auch die Auf­klä­rungs­quote bei dieser Delik­tart deut­lich auf über 80 Pro­zent gestiegen.

Auch die Kreis­po­li­zei­be­hörde Unna betreut der­zeit Sexu­al­straf­täter, die unter Füh­rungs­auf­sicht stehen, im Rahmen des KURS-Pro­gramms. Wie viele Sexu­al­straf­täter das sind unter­liege der Geheim­hal­tung, so Frank Kujau, „um die Bevöl­ke­rung nicht unnötig zu beun­ru­higen“.

Raubkriminalität

Hier sind ins­ge­samt 186 Fälle zu ver­zeichnen im Kreis Unna – 30 mehr als im Jahr davor. Die Auf­klä­rungs­quote liegt mit 49,19% immerhin 2% höher. In Holzwickede gab es 8 Fälle von Raub­kri­mi­na­lität – ein Fall mehr als in 2016.

Diebstahlkriminalität

Kreis­weit ging die Zahl dieser Delikte ins­ge­samt auf 7 742 Taten zurück. Die Auf­klä­rungs­quote stieg auf 23,34%.

Die Zahl der Woh­nungs­ein­brüche sank auf 617 Fälle. Hier wurden 18,96% der Taten auf­ge­klärt (lan­des­weit 16,7%) . Auch in Holzwickede gingen die Woh­nungs­ein­brüche um 45,71% zurück auf 19 Fälle in 2017 (2016: 35) Ins­ge­samt 329 Taschen­dieb­stähle wurden im Vor­jahr kreis­weit regi­striert – 75 weniger als in 2016.

Auch die Dieb­stähle an/​aus und von Kraft­fahr­zeugen gingen im Kreis um über 200 Fälle auf ins­ge­samt 1 330 zurück. In Holzwickede wurden ins­ge­samt 76 Delikte dieser Art begangen. Das sind 78 Fälle oder 50,65% weniger als in 2016.

Die Zahl der Fahr­rad­dieb­stähle ist mit 1 211 Fällen nur leicht rück­läufig (2016: 1 241)

Betrugskriminalität

Hier sank die Zahl der Betrugs­fälle auf 2 909 kreis­weit. Das ist der beste Wert seit fünf Jahren.

Dra­stisch zuge­nommen haben die Betrugs­fälle mit älteren Men­schen per Telefon. Ins­ge­samt wurden voriges Jahr 320 Fälle dieser Art regi­striert. 2016 waren es 166. In Holzwickede wurden mit ins­ge­samt 25 Fällen 8 Fälle mehr als im Jahr 2016 gemeldet.

Rauschgiftdelikte

Mit 814 Delikten blieb die Fall­zahl gegen­über 2016 nahezu kon­stant (801) im Kreis Unna. Ins­ge­samt konnte die Polizei sicher­stellen: 15 515 Gramm Mari­huana, 472 Gramm Haschisch, 4 056 Gramm Amphet­amine, 611 Gramm Kokain, 24 Gramm Heroin, 13 187 Stück Ecstasy sowie 20 182 Euro Bar­geld ein­ziehen.

Von den Tat­ver­däch­tigen waren 7 620 Deut­sche (73,6 %). Über 700 Per­sonen hatten keinen deut­schen Pass (25,8%). Ihr Anteil ver­teilt sich wie folgt: Türkei (4,1%), Rumä­nien (2,2%), Polen (2%), Syrien (1,6%), Ser­bien (1,6%), Alba­nien (1%), Marokko (1%), Alge­rien (1%), Son­stige (11,3%).

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