Auffällig bei den von der Landesregierung vorgelegten Zahlen: Die Schulformen sind sehr ungleich vom Unterrichtsausfall betroffen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Klimaschutz kann man lernen: Rat beschließt Energiesparmodell für Holzwickeder Schulen

Die  vier grundschulen ahben bereits Interesse an der Teilnahme am Energiesparprojekt bekudnet. Die Stellungnahme der beiden erweiterten Schulen steht noch aus.  (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die vier Grundschulen haben bereits Interesse an der Teilnahme am Energiesparprojekt bekundet. Die Stellungnahme der beiden erweiterten Schulen steht noch aus. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

In Sachen Klimaschutz und Energiesparen liegt in unseren Schulen, auch ganz unabhängig vom praktizierten Dauerlüften in der Corona-Pandemie, einiges im Argen. In der letzten Sitzung des Jahres hat der Gemeinderat deshalb die Einführung eines Energiesparmodells in den Holzwickeder Schulen beschlossen.

Der Beschluss ist vor dem Hintergrund des bereits im September vorigen Jahres beschlossenen Klimaschutzkonzeptes der Gemeinde zu sehen, in dem eine jährliche Treibhausgaseinsparung von drei Prozent als Ziel festgeschrieben ist. Bei der Umsetzung können die sechs schulischen Einrichtungen der Gemeinde nicht ausgeklammert werden. Schließlich ist der Anteil der sechs Schulen am Strom- und Heizenergieverbrauch der kommunalen Liegenschaften ganz erheblich. Neben den Dienstgebäuden der Verwaltung zählen die Gebäude der Feuerwehr, die Sportanlagen sowie Pumpstationen und Ampelanlagen zum Gebäudebestand der Gemeinde Holzwickede.

Auf die sechs schulischen Einrichtungen der Gemeinde entfallen nach Angaben der Verwaltung knapp 46 Prozent des Stromverbrauchs und etwa 75 Prozent des Heizenergieverbrauchs. Umgerechnet entspricht dieser Verbrauch einem Kostenanteil von knapp 300.000 Euro im vergangenen Jahr – allein für die Schulgebäude.  Diese Zahlen zeigen, welches enorme Potenzial zur Energie- und Kosteneinsparung es den Schulen gibt.

Jahresverbräuche in kommunalen Gebäuden

Wie sich die Jahresverbräuche auf die kommunalen Liegenschaften verteilen, zeigen die beiden nachstehenden Grafiken:

(Grafik: Gemeidne Holzwickede)

 Das vom Rat beschlossene Projekt „Einführung eines Energiesparmodells an den Holzwickeder Schulen“ soll über vier Jahre laufen und von einem externen Dienstleister begleitet werden.  Die Verwaltung geht davon aus, dass durch organisatorische und technische Optimierungen Sparmaßnahmen im Bereich Energie, Wasser und Abfall erzielt werden können, die schließlich zu einer Senkung des Energieverbrauchs in den Schulen führen werden. Begleitet werden sollen die Maßnahmen durch „pädagogische Arbeit zur Bewusstseinsförderung“ für einen nachhaltigen Umgang mit begrenzten Ressourcen und verändertes Nutzerverhalten. Schließlich sollen die im Schulalltag erlernten energieeffizienten Verhaltensweisen auch auf die privaten Haushalte auswirken und dort zu nachhaltigen Verbesserungen führen.

Finanzielle Anreize für Schulen

Natürlich kann das nur funktionieren, wenn auch die Schüler und Lehrer an den Schulen mitziehen. Als Motivation für alle Beteiligten sind finanzielle Anreize vorgesehen. Möglich wäre es, die jeweilige Schule an den eingesparten Energiekosten teilhaben zu lassen (Beteiligungsmodell) oder nach einem Punktesystem Prämien für Aktivitäten an die Schulen auszuschütten (Aktivitätenprämie).

Geplant ist, dass zunächst Schulungen und Seminare an den Schulen werden. Selbstverständlich müssen auch Mängel und Schwachstellen an den jeweiligen Schulgebäuden und im Gebäudebetrieb identifiziert werden. Anschließend können Maßnahmen zur Einsparung modifiziert werden. In der letzten Projektphase wird das Projekt dann in die eigene Verantwortung der Schule übergeben. Ziel ist es auch, nach Ablauf der vier Jahre die klimaschutzrelevanten Maßnahmen in den Schulen zu etablieren.

Gesamtkosten von 50.000 Euro förderfähig

Die Gesamtkosten des vierjährigen Projektes betragen 50.000 Euro. Gefördert wird es zu 75 Prozent durch die Nationale Klimaschutzinitiative. Für die Gemeinde verbliebe also ein Eigenanteil von 12.500 Euro.  Nach dem Ratsbeschluss kann die Verwaltung noch dieses Jahr den Förderantrag stellen, was Voraussetzung für eine Förderung in dieser Höhe ist.

Grundschulen interessiert

Im Vorfeld des Ratsbeschlusses wurde das Projekt bereits den Leitungen aller vier Grundschulen vorgestellt. Alle vier zeigten sich interessiert an der Teilnahme. Wichtig sei, so der Hinweis der Schulleitungen, dass die unterschiedlichen baulichen Voraussetzungen der Schulgebäude sowie die fortschreitende Digitalisierung (Anschaffung neuer Geräte und Stromverbrauch) berücksichtigt werden.

Von den beiden weiterfpührenden Schulen lagen bis zum Ratsbeschluss noch keine Stellungnahmen vor. Grundsätzlich sollen aber alle sechs Schulen der Gemeinde in das Projekt integriert werden. Die Karl-Brauckmann-Schule in Holzwickede wird auf Empfehlung des Fördergerbers nicht einbezogen, da diese Schule einen anderen Träger (Kreis Unna) hat.

Energiesparmodell, Gemeinderat


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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