Kein schöner Platz zum Handeln und Feiern: Marktplatz mit Krähenkot verdreckt

Eine im Wortsinn besch… Situation: Der Marktplatzes, wie er sich am vergangenen Freitag (22.4.) darstellte. Der Eingangsbereich ist mit Krähenkot übersät. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Die Situation ist im Wortsinn echt besch…:  Wochenmarktbesucher klagen vermehrt über die Hinterlassenschaften der Saatkrähen, die in den Baumkronen am Marktplatz nisten. Auch Veranstaltungen wie der geplante Tanz in dem Mai dürften durch den mit Krähenkot verdreckten Marktplatz getrübt werden.

Für viele Anwohner sind die Krähen auch an den bekannten Brutplätzen, etwa an der Kirch- und Rausingerstraße ein Ärgernis. Doch hat die Krähen-Problematik am Marktplatz noch einmal eine besondere Qualität.

Schließlich wird auf dem Wochenmarkt auch mit offenen Lebensmitteln gehandelt, so dass neben der allgemeinen Verkehrssicherung auch lebensmittelhygienische Aspekte eine Rolle spielen, von der optischen Belästigung des Kots auf dem Pflaster ganz zu Schweigen.

Genau aus diesem Grund darf die Gemeinde Holzwickede, anders als den übrigen Brutplätzen der Krähen, im Bereich des Marktplatzes und Spielplatzes im Emscherpark die streng geschützten Vögel vergrämen. Dazu lässt die Gemeinde von Mitarbeitern des Baubetriebshofes die Nester der Krähen aus den Baumkronen entnehmen. Nicht mehr erlaubt sind solche Vergrämungsaktionen allerdings in der eigentlichen Brutzeit vom 15. März bis 15. Juli.

Bürgermeisterin verspricht Reinigung

Mit ihr werden die die Holzwickeder in den kommenden Wochen der Brutzeit weiter im Ortskern leben müssen: die gemeine Saatkrähe. (Foto aus: Dokumentation Ralf Scholz).
Brütet noch bis Juli im Ortskern von Holzwickede: die gemeine Saatkrähe. (Foto aus: Dokumentation Ralf Scholz).

Der Gemeinde ist das Problem mit dem Krähenkot auf dem Marktplatz bekannt. „Uns sind allerdings die Hände gebunden“, versichert Bürgermeisterin Ulrike Drossel. „Wir dürfen die Krähen nicht mehr vergrämen, weil die strenge Schonfrist gilt.“  Wie Ulrike Drossel betont, wurden die Krähennester in den Bäumen am Marktplatz auch in diesem Jahr aus den Baumkronen entfernt.

„Doch die Krähen sind schlau. Früher hieß es, dass sie sich dann andere Bäume suchen. Doch wir haben festgestellt in den vergangenen drei Jahren, dass dies nicht mehr so stimmt. Dier Krähen sind hartnäckig geworden und bauen nach der Entnahme immer wieder in den gleichen Bäumen ihre Nester.“

Aufgrund des strengen Schutzes hat die Gemeinde nach dem 15. März auch am Marktplatz keine Möglichkeit mehr, weitere Nester zu entnehmen. „Wir haben dieses Jahr krankheitsbedingt eine Woche später noch Nester am Markt entnommen und prompt vom Kreis einen ernsten Hinweis bekommen, dass dies nicht mehr zulässig sei“, berichtet Holzwickedes Bürgermeisterin. Sie bezeichnet die Situation auf dem Wochenmarkt als „tatsächlich sehr grenzwertig“.

Immerhin kündigt Ulrike Drossel im Gespräch mit dem Emscherblog heute an: „Ich werde dafür sorgen, dass der Marktplatz am Donnerstag vor dem Tanz in dem Mai noch einmal richtig gereinigt wird.“ Und schließlich: Spätestens nach Ende der Brutzeit (ca. Mitte Juli) ist der ganze Krähen-Spuk vorbei.  

Krähen


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Comments (3)

  • Frau Drossel, mit Reinigung ist es nicht getan. Kommen Sie doch bitte Ihrer Verkehrssicherungspflicht nach und sperren Sie alle Bereiche dafür ab bevor noch schlimmeres passiert.

  • Alle Jahre wieder…………..
    Macht es sich die Verwaltung unserer Gemeinde nicht zu einfach mit der Äußerung:
    „ Uns sind die Hände gebunden, wir können nichts tun, die Krähen sind geschützt“?
    In diesem Jahr war krankheitsbedingt nicht möglich im zeitigen Frühjahr die Nester zu entfernen, im vergangenen Jahr war ein Hubsteiger zur Entfernung der Nester nicht zu bekommen usw.
    In anderen Gemeinden und Städten reagiert man sehr früh im Jahr auf das Krähenproblem, welches nun mal da ist.
    Die Stadt Soest z.B. setzt Lautsprecher ein mit Rufen von Greifvögeln, mit Erfolg.
    Kamen und Bergkamen stellen kurzfristig Falkner ein,zur Krähenbekämpfung.
    In der erlaubten Zeit sogar Jäger, die diese schwarzen Vögel bejagen dürfen.
    Dies wäre in Holzwickede auch auf den südlichen, ländlichen Ackerflächen möglich.
    Jedes Jahr erstaunt mich die Aussage unserer Bürgermeisterin, dass das Krähenproblem zeitlich begrenzt sei „ab Mitte Juli ist der Spuk vorbei“!?
    Verwundert hat mich auch die Aussage der Bürgermeisterin im HA vom 11.05.2021
    „Krähen sind Allesfresser, sie tragen zur natürlichen Schädlingsbekämpfung bei“,
    – welche?
    Weitere Aussage: „den Herbst und den Winter verbringen die Krähen in wärmeren Gebieten.“- wo bitte?
    Ist die Saatkrähe jetzt zum Zugvogel geworden?
    Ja, sie fliegen in den Süden- den Süden von Holzwickede- nach Hengsen und Opherdicke und kehren abends wieder zurück in die Gemeindemitte zu ihren Schlafplätzen. Egal ob Sommer oder Winter.
    Oder was sehe ich jeden Abend für schwarze Vögel über mein Grundstück fliegen? –
    alles Drosseln?

    • Der Kommentar passt von A-Z. Frau Drossel wird auch jetzt wieder versuchen das Problem wegzulächeln. Holzwickede verkommt immer mehr und die Verwaltung schaut zu. Priorität scheint der neue Bunker in der Gemeindemitte zu haben.

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