Karl-Brauckmann-Schule: Ambulante Dienste Königsborn übernehmen Ferienbetreuung

Unterzeichneten den Kooperationsvertrag über die Ferienbetreuung an der Karl-Brauckmann-Schule, vorne, v.l.: Kreis-Dezernent Dr. Detlef Timpe, Schulleiterin Kornelia Henning-Puls, Michael Radix, Geschäftsführer Ambulante Dienste Königsborn. Hintere Reihe, v.l.: Mattjhias Möbs (Schulverwaltunbg), Martiona Burghard-Wiggermann (Ambulante DIenste), Stefan Perz, Anja Seeber (beide Schulverwaltung), Sabrina Witkowski (Ambulante Dienste) und Sebastian Alber, stellv. Leiter Karl-Brauckmann-Schule. (Foto: P. Gräber P. Gräber - Emscherblog.de)

Unter­zeich­ne­ten den Koope­ra­ti­ons­ver­trag über die Feri­en­be­treu­ung an der Karl-Brauck­mann-Schu­le, vor­ne, v.l.: Kreis-Dezer­nent Dr. Det­lef Tim­pe, Schul­lei­te­rin Kor­ne­lia Hen­ning-Puls, Micha­el Radix, Geschäfts­füh­rer Ambu­lan­te Dien­ste Königs­born. Hin­te­re Rei­he, v.l.: Matt­jhi­as Möbs (Schul­ver­wal­tun­bg), Mar­tio­na Burg­hard-Wig­ger­mann (Ambu­lan­te DIen­ste), Ste­fan Perz, Anja See­ber (bei­de Schul­ver­wal­tung), Sabri­na Wit­kow­ski (Ambu­lan­te Dien­ste) und Seba­sti­an Alber, stellv. Lei­ter Karl-Brauck­mann-Schu­le. (Foto: P. Grä­ber P. Grä­ber — Emscherblog.de)

Die Karl-Brauck­mann-Schu­le in Holzwicke­de, eine För­der­schu­le des Krei­ses Unna mit För­der­schwer­punkt gei­sti­ge Ent­wick­lung, koope­riert ab sofort mit den Ambu­lan­ten Dien­sten Königs­born eGmbH. Durch die­se Zusam­men­ar­beit kann auch in den Feri­en an der Schu­le eine Betreu­ung von zunächst bis zu zwölf Kin­dern ange­bo­ten wer­den.

Dr. Det­lef Tim­pe, der zustän­di­ge Dezer­nent beim Kreis Unna, zeig­te sich heu­te eben­so wie Micha­el Radix, Geschäfts­füh­rer der Ambu­lan­ten Dien­ste Königs­born, froh über den Abschluss der Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung und das Betreu­ungs­an­ge­bot in den Feri­en. „Die Schü­ler der Karl-Brauck­mann-Schu­le haben einen inten­si­ven Betreu­ungs­be­darf, der in der Schu­le auch gewähr­lei­stet ist. Aber in den Feri­en stellt das vie­le Eltern vor orga­ni­sa­to­ri­sche Pro­ble­me.“ Dar­auf habe der Kreis als Schul­trä­ger nun reagiert.

Dringender Bedarf bei Eltern

Schul­lei­te­rin Kor­ne­lia Hen­ning-Puls unter­strich heu­te anläss­lich der Unter­zeich­nung des Koope­ra­ti­ons­ver­tra­ges den Bedarf für eine sol­che Feri­en­be­treu­ung: Die Nach­fra­ge sei von den Eltern der Schu­le gekom­men. Wenn Eltern in den Feri­en eine qua­li­fi­zier­te Betreu­ung für ihre Kin­der orga­ni­sie­ren müs­sen, sei das aus­ge­spro­chen schwie­rig, vor allem wenn bei­de Eltern­tei­le berufs­tä­tig sind. „Oma und Opa sind mit der Betreu­ung oft über­for­dert“, weiß Kor­ne­lia Hen­ning-Puls. An erhol­sa­me Feri­en­ta­ge sei dar­um in der Regel nicht zu den­ken. „Auch die Geschwi­ster­kin­der kön­nen ja kei­nen Urlaub machen, was oft ver­ges­sen wird.“ Als Kon­se­quenz dar­aus hät­ten man­che Eltern ihre Kin­der schon zur Regel­schu­le ange­mel­det, weil dort eine Betreu­ung eher gewähr­lei­stet sei.

Oma und Opa sind mit der Betreu­ung oft über­for­dert.“

Schul­lei­te­rin Kor­ne­lia Hen­ning-Puls zum erhöh­ten Betreu­ungs­be­darf der Schü­ler

Erste Über­le­gun­gen zur Feri­en­be­treu­ung an der Karl-Brauck­mann-Schu­le gab es des­halb schon 2015/16. Nach­dem eine Abfra­ge durch die Schul­pfleg­schaft den drin­gen­den Bedarf noch ein­mal bestä­tig­te, gin­gen der Kreis Unna als Schul­trä­ger und die Karl-Brauck­mann-Schu­le die Feri­en­be­treu­ung gemein­sam an. Vori­ges Jahr gab es dann zunächst eine Pro­be­pha­se in den Som­mer- und Herbst­fe­ri­en. Die Rück­mel­dun­gen waren sehr posi­tiv. Jetzt wur­de der Koope­ra­ti­ons­ver­trag zunächst für ein Jahr mit Opti­on auf Ver­län­ge­rung geschlos­sen. Dr. Tim­pe: „Wir stre­ben Kon­ti­nui­tät an.“

Angebot ist Alleinstellungsmerkmal in NRW

Die­se Feri­en­be­treu­ung ist schon ein Allein­stel­lungs­merk­mal“, weiß Kor­ne­lia Hen­ning-Puls. „Es gibt wirk­lich nur ganz weni­ge Schu­len in NRW, die so etwas anbie­ten.“

Die Koope­ra­ti­on bie­tet den Vor­teil, dass die Schü­ler in den Feri­en in der Schu­le und damit in einer ver­trau­ten Umge­bung blei­ben kön­nen. Die Ambu­lan­ten Dien­ste lei­sten die Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung der Betreu­ung, der Schul­trä­ger bzw. die Schu­le stellt die Räu­me unent­gelt­lich zur Ver­fü­gung, über­nimmt die Betriebs­ko­sten und sorgt für per­so­nel­le Unter­stüt­zung durch soge­nann­te „Buf­dis“ und FSJ­ler“, die bereits an der Schu­le tätig sind. Wie teu­er die Betreu­ung für die Eltern wird und wie die Kosten refi­nan­ziert wer­den kön­nen, lässt sich pau­schal nicht sagen, meint Mar­ti­na Burg­hard-Wig­ger­mann von den Ambu­lan­ten Dien­sten Königs­born: „Das hängt ganz vom Ein­zel­fall ab, weil es vie­le ver­schie­de­ne Kosten­trä­ger gibt. Wir bera­ten und unter­stütz­ten die Eltern da ger­ne.“

Für die zehn bis zwölf Kin­der ste­hen fünf Betreu­er in den Feri­en bereit.  Ange­bo­ten wird die Betreu­ung aller­dings nicht durch­ge­hend an allen Feri­en­ta­gen, son­dern jeweils nur in eine Woche (Som­mer­fe­ri­en: zwei Wochen). Auf Wunsch sei auch eine Betreu­ung dar­über hin­aus in Königs­born mög­lich.

Kreis will Förderschule bis 2021 erweitern

Die Eltern kön­nen dann ihre Schütz­lin­ge mor­gens zur Karl-Brauck­mann-Schu­le brin­gen. Start ist zwi­schen 8 und 9 Uhr, dann gibt’s ein gemein­sa­mes Früh­stück und anschlie­ßend The­men­an­ge­bo­te, z.B. Basteln für das Oster­fest. Anschlie­ßend berei­ten die Betreu­er mit den Schü­lern gemein­sam das Mit­tag­essen vor, es wird gemein­sam geges­sen und anschlie­ßend auch gemein­sam auf­ge­räumt. Nach­mit­tags sind dann zumeist Bewe­gungs­an­ge­bo­te drau­ßen oder in der Turn­hal­le vor­ge­se­hen.

  • Die Karl-Brauck­mann-Schu­le besu­chen aktu­ell rund 160 Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die in 16 Klas­sen unter­rich­tet und auf ein mög­lichst selbst­be­stimm­tes Leben vor­be­rei­tet wer­den – Ten­denz stei­gend. „In jüng­ster Zeit hat sich unse­re Schü­ler­schaft aber auch stark ver­än­dert“, meint Schul­lei­te­rin Kor­ne­lia Hen­ning-Puls: „Wir haben etwa viel mehr auti­sti­sche Schü­ler als frü­her und nicht sprach­fä­hi­ge Schü­ler, wobei die­se teil­wei­se iden­tisch sind. Sol­che Schü­ler benö­ti­gen mehr Rück­zugs­räu­me.“ Die Karl-Brauck­mann-Schu­le lei­det jedoch unter noto­ri­schem Platz­man­gel. Auch dar­um will der Kreis Unna sei­ne Holzwicke­der För­der­schu­le aus­bau­en, wie Dr. Det­lef Tim­pe bestä­tigt: „Wir pla­nen die Erwei­te­rung rela­tiv zügig noch vor 2021.“
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Dipl.-Journalist

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