Juso kritisieren Landes-SPD: Fehler im Wahlkampf und Neuanfang verschlafen

Die Juso aus Holzwickede und Unna bei ihrer gemeinsamen Sitzung. (Foto: privat)

Die Juso-Arbeits­gruppen aus Holzwickede und Unna bei ihrer gemein­samen Sit­zung zur zurück­lie­genden Land­tags­wahl. (Foto: privat)

Auf einer gemein­samen Sit­zung am ver­gan­genen Don­nerstag (8. Juni), haben die Juso-Arbeits­gruppen aus Holzwickede und Unna die zurück­lie­gende Land­tags­wahl und den Wahl­kampf kri­tisch ana­ly­siert. Beide Gruppen kri­ti­sierten in einer gemein­samen Stel­lung­nahme die Aus­rich­tung der Kam­pagne der NRW-SPD.

Gerade in den letzten zwei Wochen vor der Land­tags­wahl sei deut­lich geworden, dass die allei­nige Zuspit­zung auf Han­ne­lore Kraft als Lan­des­mutter ein Fehler war. Auch den Neu­an­fang nach der Wahl habe die NRW-SPD mit den Per­so­na­lien Mike Gro­schek und Nor­bert Römer ver­schlafen. Sowohl für die Unnaer als auch für die Holzwickeder Jusos ist klar, dass diese AG 60 plus-Beset­zung nicht das rich­tige Zei­chen für einen echten Neu­start ist, heißt es in der gemein­samen Stel­lung­nahme weiter.

Dabei waren sich die Jusos einig, dass Rot-Grün keine schlechte Regie­rungs­bi­lanz vor­zu­weisen hat und durchaus auch Inhalte in den Vor­der­grund des Wahl­kampfs hätte stellen können. Gerade bei jungen Wäh­lern hätten die Jusos mit der Abschaf­fung der Stu­di­en­ge­bühren, dem Azubi-Ticket oder der klaren Kante für Zusam­men­halt in NRW punkten können. Dies spie­gele sich auch im guten SPD-Ergebnis bei Erst- und Jung­wäh­lern wieder.

Juso aus Unna und Holzwickede als „Wahlkampfmotor“

Kri­tisch setzten sich beide Jugend­or­ga­ni­sa­tionen auch mit der Rolle der Mut­ter­partei vor Ort aus­ein­ander. Beide Juso-AGs wün­schen sich, dass mehr Wahl­kampf­kat­ionen dezen­tral in den Quar­tieren statt­finden. Dazu muss man weg­kommen vom klas­si­schen Info­stand, hin zu inno­va­tiven Ständen. „Wir dürfen nicht unter unserem roten Schirm stehen und warten, bis die Leute auf uns zukommen. Wir müssen selber aktiv werden und auf Leute zugehen, um für sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Inhalte zu werben“, sagt Holzwickedes Juso-Vor­sit­zender Jonas Beck­mann. Unnas Vor­sit­zender Philipp Kacz­marek ergänzt: „Wir spre­chen seit Jahren davon, dass wir unseren Wahl­kampf ver­än­dern müssen. Bei uns Jusos funk­tio­niert das auch. Die Mut­ter­partei tut sich damit noch schwer. Es sollte nicht nur bei Lip­pen­be­kenntnis bleiben. Für die Bun­des­tags­wahl müssen wir gemeinsam neue For­mate ent­wickeln“.

Wir spre­chen seit Jahren davon, dass wir unseren Wahl­kampf ver­än­dern müssen. Bei uns Jusos funk­tio­niert das auch. Die Mut­ter­partei tut sich damit noch schwer. Es sollte nicht nur bei Lip­pen­be­kenntnis bleiben. Für die Bun­des­tags­wahl müssen wir gemeinsam neue For­mate ent­wickeln“

Jonas Beck­mann, Juso-Vor­sit­zender in Holzwickede

Mit ihrem eigenen Wahl­kampf zeigten sich sowohl Holzwickedes als auch Unnas Jusos zufrieden. „Wir haben neue For­mate aus­pro­biert und waren sicher­lich Wahl­kampf­motor in unseren Stadt­ver­bänden. Mit guten Inhalten konnten wir gezielt um junge Wäh­le­rinnen und Wähler werben. Auch die Zusam­men­ar­beit mit den anderen Juso-Stadt­ver­bänden aus dem Wahl­kreis Unna I hat her­vor­ra­gend geklappt“, fasst Unnas Mit-Vor­sit­zende Dörte Küssner zusammen.

Für die Bun­des­tags­wahl befinden sich die Jusos bereits in den Wahl­kampf-Pla­nungen. Dazu wird es am Don­nerstag, 6. Juni, eine gemein­same Sit­zung mit den Jusos aus Unna, Holzwickede, Frön­den­berg und Schwerte geben. Auch der hie­sige Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete der SPD, Oliver Kacz­marek, wird dann dabei sein.

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