Unter diesem Baum an der Emscher südlich des Hofes Dudenroth treffen sich seit Generationen Holzwickeder Jugendliche. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Jugendtreff am Hof Dudenroth: Aufgebrachte Anwohner nutzen Fragestunde für Protest im Hauptausschuss

Unter diesem Baum an der Emscher südlich des Hofes Dudenroth treffen sich seit Generationen Holzwickeder Jugendliche. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Unter diesem Baum an der Emscher südlich des Hofes Dudenroth treffen sich seit Generationen Holzwickeder Jugendliche. Die Partei möchte deshalb hier eine Sitzgruppe mit Abfalleimer aufstellen lassen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Damit hatten die Mitglieder des Haupt-, Finanz- und Personalausschusses nicht gerechnet: Knapp zwei Dutzende Anwohner des Hofes Dudenroth und der Dudenrother Straße waren in die Rausingerhalle gekommen, um ihrem Ärger in der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung Luft zu machen.

Das Thema, das ihnen allen unter den Nägeln brannte, stand allerdings gar nicht auf der Tagesordnung im Hauptausschuss:  der Antrag der Fraktion Die Partei, einen inoffiziellen Jugendtreff an der Emscher im Landschaftsschutzgebiet südlich des Hofes Dudenroth mit einer Sitzgruppe und Abfalleimer aufzuwerten. Einem Beschluss im Umweltausschuss zufolge lässt die Verwaltung derzeit beim Kreis Unna prüfen, ob die Umsetzung dieses Antrages mit dem Landschaftsschutz vereinbar ist (Emscherblog berichtete). Darauf wies Peter Wehlack (SPD) als Vorsitzender des Hauptausschusses die Anwohner auch mehrfach hin, verbunden mit dem Hinweis, dass die Angelegenheit doch erst geprüft wird und noch gar nichts entschieden ist.

„Ihnen geht es offenbar nur um Umweltformalismen, die Bürger interessieren nicht“, kam prompt der Vorwurf eines Anliegers.  Die wütenden Bürger können nicht verstehen, dass der Antrag im Umweltausschuss nicht gleich kategorisch abgelehnt worden ist. Unterstützt wurden sie dabei vom Ausschussmitglied Friedhelm Klemp (Die Grünen): „Der Prozess zur Prüfung hätte gar nicht laufen müssen. Wir hätten den Antrag im Umweltausschuss bereits klar ablehnen können, was eine Mehrheit von SPD und CDU nicht wollte.“

Abfallsammlung und verdreckte Emscher

Momentaufnahme des Treffpunktes am Morgen nach der Sitzung am Donnerstag dieser Woche: zurückgelassene Flaschen und anderer Müll.  Am oberen Bildrand erkennbar: die mit Ästen und Abfällen völlig verstopfte Emscher. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Momentaufnahme des Treffpunktes am Morgen nach der Sitzung am Donnerstag dieser Woche: zurückgelassene Flaschen und anderer Müll. Am oberen Bildrand erkennbar: die mit Ästen und Abfällen völlig verstopfte Emscher. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Einer der Bürger fragte auch, was das denn für eine Prüfung sei, wenn die direkt betroffenen Anwohner, die unter den Zuständen an diesem inoffiziellen Jugendtreff leiden, bislang noch nicht einmal kontaktiert worden sind von der Politik oder Verwaltung.

Unmittelbare Anwohner berichteten davon, dass unter dem großen Baum direkt an der Emscher regelmäßig laute nächtliche Parties gefeiert, Flaschen und andere Abfälle hinterlassen und auch die Emscher verdreckt würde. Einige der Bürger berichteten sogar von persönlichen Bedrohungen und körperlichen Angriffen durch Jugendliche, die von ihnen auf diese Missstände hingewiesen worden seien. „Ich bin angespuckt worden und hatte auch schon ein Messer am Bauch“, so ein Anwohner aus der Dudenrother Straße.

Alteingesessene Bürger erinnerten daran, dass es in der Vergangenheit schon Spielgeräte, eine kleine Seilbahn und sogar auch Ruhebänke und Abfalleimer in diesem Bereich gab. Auch eine Holzhütte habe dort gestanden, die aber von Jugendliche ebenso wie ein von der Gemeinde aufgestellter Holzzaun mehrfach abgefackelt wurde. Schließlich sei das alles auf Drängen der Anwohner entfernt worden, weil die Probleme einfach überhandgenommen hatten.

„Warum will man das jetzt alles wieder rückgängig machen und alte Fehler wiederholen?“, fragte ein besorgter Bürger nach. Nach dem nochmaligen Hinweis des Ausschussvorsitzenden, dass über das Thema erst in einem der nächsten Umweltausschüsse beraten und entschieden wird und seiner ausdrücklichen Einladung an die Anwohner, diese öffentliche Sitzung dann auch zu besuchen, gaben sich die Bürger schließlich zufrieden und verließen die Sitzung am Donnerstagabend wieder.

Hauptausschuss, Hof Dudenroth, Jugendtreff


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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