Jahresabschlussübung der Feuerwehr: Löschzuges 1 übt technische Hilfe bei Auffahrunfällen am Stauende

Der Löschzug 1 hatte am Samstag zu einer öffentlichen Jahresabschlussübung auf den Platz vor dem Geräterhaus an der Bahnhofstraße eingeladen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Es war ein typischer Unterfahrunfall wie er leider immer wieder auf unseren Straßen vorkommt: Ein Pkw war auf einen Lkw aufgefahren und saß völlig zerstört und mit eingeklemmten Insassen unter dem Heck des Lkw fest. Wie die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Holzwickede in einem solchen Fall technische Hilfe leisten kann, war das Szenario der Jahresabschlussübung des Löschzuges 1 am frühen Samstagnachmittag (30.10.) vor dem Gerätehaus an der Bahnhofstraße.

Anders als bei einem echten Unfall waren Schaulustige ausdrücklich erwünscht. Etwa 50 bis 60 Zuschauer ließen sich das Szenario deshalb auch nicht entgehen.

Organisiert und geplant hatte die Jahresabschussübung Einheitsführer Jens Preetz, der aus seinem etwas abseits stehenden Fahrzeug das Geschehen beobachtete und moderierte. Zunächst wurde das eingeklemmte Fahrzeug gelöscht und anschließend unter dem Lkw hervorgezogen, so dass die Insassen mit hydraulischen Scheren und Spreizern aus dem Wrack befreit werden konnten.

Immer häufiger Einsatze auf der Autobahn

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Ziel der Übung war das Training der verschiedenen Rettungstechniken bei Unterfahrunfällen. Wobei das Ziel nicht von ungefähr gewählt wurde, wie Jens Preetz erläutert: „Wir haben in jüngster Zeit sehr viele technische Hilfeleistungen durchgeführt, etwa bei den Unfällen auf der Schwerter Straße und der Langscheder Straße.“ Nach dem sechsspurigen Ausbau der Bundesstraße 1 zur Autobahn 40 werden auch die Unterfahrunfälle auf der Autobahn noch weiter zunehmen. Davon geht die Feuerwehr aus. „Wie die Erfahrung auf anderen Ausbaustrecken zeigt, müssen wir damit rechnen, dass es auch bei uns nach dem sechsspurigen Ausbau der Autobahn vermehrt zu Auffahrunfällen am Stauende kommen wird“, bestätigt Jens Preetz.

In den Aufgabenbereich der Holzwickeder Feuerwehr fallen alle Einsätze auf der B1 (A40) zwischen Ausfahrt Holzwickede und Dortmund-Sölde sowie bis zum Autobahnkreuz Dortmund-Unna in der anderen Richtung. Zur Verstärkung oder aufgrund einer falschen Ortsangabe kann es aber auch sein, dass die Holzwickeder Feuerwehr weitere Einsatzorte auf der Autobahn anfährt, wie jüngst erst bei einem Unfall im Kreuz Unna-Ost.

Umso erfreulicher aus Sicht des Einheitsführers, dass die Jahresabschlussübung am Samstag so „gut gelaufen“ ist aus seiner Sicht: „Ich bin zufrieden, es hat ganz gut geklappt.“ Auch die Rettung der Unfallopfer sei pünktlich im vorgegebenen zeitlichen Rahmen erfolgt, so dass es möglich gewesen wäre, die Opfer rechtzeitig ärztlich zu versorgen.

„Natürlich gab es auch kleinere Fehler, aber das ist ganz normal und genau das deshalb üben wir solche Szenarien ja auch. Denn aus den Fehlern lernt man am besten.“ Was es zu kritisieren gab, wurde nach der Übung gleich mit den Einsatzkräften vor Ort besprochen.

Einsatzkräfte arbeiten rein ehrenamtlich

Immerhin um die 50 Personen gehören zum Löschzug 1 der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde, knapp die Hälfte von ihnen waren bei der Jahresabschlussübung am Samstag im Einsatz. „Die übrigen waren beruflichen oder aus anderen wichtigen Gründen verhindert“, sagt Jens Preetz. „Wir haben also schon einige Leute, aber insgesamt sind es immer noch viel zu wenige.“

Auch das ist ein Grund für die öffentlichen Übungen, erinnert Jens Preetz: „Vielleicht erkennt ja der eine oder die andere, dass es auch was für ihn oder sie wäre, was wir machen.“

Denn man kann es eigentlich nicht oft genug betonen, sagt Jens Preetz: „Wir sind eine reine Freiwillige Feuerwehr und machen das, was wir tun ehrenamtlich in unserer Freizeit. Jeder von uns hat einen völlig anderen Beruf.“  Oder er hat seinen Beruf auch noch zum Hobby gemacht, wie Jens Preetz. Denn der Einheits- und Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr Holzwickede ist im Hauptberuf bei der Berufsfeuerwehr in Dortmund beschäftigt. „Ich übe also meinen Beruf auch noch in der Freizeit aus“, bestätigt er. „Außer mir gibt es auch noch einige andere bei uns im Zug, die bei der Berufsfeuerwehr sind.“

Es muss also etwas dran sein, dass Feuerwehrmann oder -frau kein Beruf, sondern eine Berufung ist.

Feuerwehr, Jahresabschlussübung


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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