In Moschee gegen Annäherungsverbot verstoßen: Geldstrafe für 39-jährigen Syrer

Weil er sich trotz eines Annä­he­rungs­ver­botes dem 22-jäh­rigen Zeugen A. am 27. Sep­tember vorigen Jahres näherte und A. sogar foto­gra­fierte, wurde der 39-jäh­rige syri­sche Staats­an­ge­hö­rige M. aus Holzwickede heute (14. Januar) vor dem Amts­ge­richt Unna zu einer Geld­strafe von 25 Tages­sätzen a‘ zehn Euro ver­ur­teilt.

Dabei dürfte M., der ver­hei­ratet ist und zwei Kinder hat, sogar noch glimpf­lich davon­ge­kommen sein. Denn eigent­lich soll er laut Anklage in der Zeit vom 24. Sep­tember bis 4. Oktober vorigen Jahres in zwei wei­teren Fällen gegen das Verbot der Annä­he­rung oder Kon­takt­auf­nahme ver­stoßen haben. Doch Richter Jörn Granseuer beschränkte das Ver­fahren auf Antrag der Staats­an­walt­schaft auf die beiden Vor­fälle am 27. Sep­tember, die sich ein­deutig beweisen ließen.

Hin­ter­grund der Aus­ein­an­der­set­zungen zwi­schen den beiden Betei­ligten ist ein Fami­li­en­streit, der mit der gericht­li­chen Anord­nung am 21. August vorigen Jahres endete, dass sich der Ange­klagte dem Zeugen A. nicht mehr auf weniger als 20 Meter nähern oder mit ihm Ver­bin­dung auf­nehmen darf.

Trotzdem kam es am 27. Sep­tember vorigen Jahres zu einer Begeg­nung der beiden Streit­hähne mus­li­mi­schen Glau­bens in einer Moschee in Unna. Es gab einen kurzen Streit im Gebets­raum und A. ver­ließ die Moschee. Vor dem Aus­gang trafen dann beide Kon­tra­henten wieder auf­ein­ander. M. foto­gra­fierte A., der ver­suchte, ihm das Handy zu ent­wenden, M. spuckte vor ihm aus – schließ­lich wurde die Polizei gerufen.

Hintergrund ist ein Familienstreit

Soweit wurde der Sach­ver­halt heute auch durch den unbe­tei­ligten Zeugen S., einen 20-jäh­rigen Schüler, bestä­tigt.

Der Ange­klagte recht­fer­tigte sich wort­reich und durch einen Dol­met­scher über­setzt, damit, dass die Moschee in Unna schließ­lich so klein sei, dass er A. kaum aus dem Wege gehen konnte. Draußen habe A., dann auf ihn gewartet und regel­recht die Kon­fron­ta­tion gesucht.

Das Gericht wer­tete diese Aus­sage als Geständnis, auch wenn sich Richter Granseuer mit dieser Bezeich­nung Geständnis schwer tat. „Denn von Reue oder gar Ein­sicht ist beim Ange­klagten über­haupt keine Spur zu erkennen.“ Wenn der Ange­klagte schon keine andere Moschee auf­su­chen wollte, hätte er zumin­dest ein­fach gehen können, ohne Kon­takt zu A. auf­zu­nehmen, als er diesen erkannte. Das habe er jedoch nicht getan und des­halb gegen die Anord­nung vom 21. August vorigen Jahres ver­stoßen.

Immerhin ist M. nicht vor­be­straft. Die Ankla­ge­ver­tre­terin hatte eine Gesamt­strafe von 45 Tages­sätzen a‘ 20 Euro für ihn gefor­dert. Richter Granseuer ver­ur­teilte den Hartz IV-Emp­fänger zu 25 Tages­sätzen a‘ zehn Euro wegen Ver­sto­sses gegen das Gewalt­schutz­ge­setz. M. blieb bis zum Schluss unein­sichtig: Er kün­digte an, gegen das Urteil nicht akzep­tieren zu wollen.

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