Holzwickedes Hundehalter machen mobil für eine umzäunte Freilauffläche

Holzwickedes Hundehaltere formieren sich: Sie wünschen sich eine umzäunte Freilauffläche für ihre Hunde und sammeln nun Unterschriften für einen Bürgerantrag. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de).

Holzwicke­des Hun­de­hal­ter for­mie­ren sich: Sie wün­schen sich eine umzäun­te Frei­lauf­flä­che für ihre Hun­de und sam­meln nun Unter­schrif­ten für einen Bür­ger­an­trag. (Foto: P. Grä­ber — Emscherblog.de).

Holzwicke­des Hun­de­hal­ter for­mie­ren sich: Sie wün­schen sich eine ein­ge­zäun­te Frei­lauf­flä­che für ihre Hun­de von der Gemein­de. Nach­druck ver­lie­hen die Hun­de­hal­ter ihrem Wunsch mit einer Unter­schrif­ten­ak­ti­on, die nach Feri­en in einem Bür­ger­an­trag mün­den soll.

Ange­sto­ßen haben die Initia­ti­ve Bian­ca Rie­del, Eli­sa­beth Wil­lecke und Jen­ni­fer Horst. Frei und ohne Lei­ne her­um­tol­len zu kön­nen, gehört für die drei Hal­te­rin­nen zu einer art­ge­rech­ten Hal­tung von Hun­den. In der Emscher­ge­mein­de sei eine sol­che Hal­tung aber kaum mög­lich. Da allen drei­en wie den mei­sten Hun­de­hal­tern die Gesund­heit und das Wohl ihrer vier­bei­ni­gen Lieb­lin­ge sehr am Her­zen liegt, wol­len sie nun mit ihrem Antrag die Ein­rich­tung einer umzäun­ten Frei­flä­che errei­chen – und haben sehr schnell gro­ßen Zulauf von ande­ren Hun­de­hal­tern bekom­men. Denn schließ­lich müss­te doch in Holzwicke­de auch mög­lich sein, was es in vie­len Nach­bar­kom­mu­nen längst gibt.

Ärger­lich fin­den die Hun­de­be­sit­zer die Hal­tung der Gemein­de. Als die Initia­to­rin­nen bei den Ver­wal­tungs­spit­zen wegen ihres Anlie­gens vor­fühl­ten, stie­ßen sie nicht auf offe­ne Ohren:  Trotz immer­hin aktu­ell 1.340 ange­mel­de­ten Hun­den in der Gemein­de gebe es „über­haupt kei­nen Bedarf“ für eine Frei­lauf­flä­che, hieß es. „Dabei müs­sen Hun­de auf bebau­ten Ver­kehrs­flä­chen und Anla­gen inner­halb der Gemein­de laut Sat­zung grund­sätz­lich ange­leint wer­den“, erklärt Bian­ca Rie­del dazu. „Prak­tisch bedeu­tet dies, dass unse­re Hun­de nir­gend­wo in der Gemein­de frei lau­fen dür­fen.“

Des­halb gebe es selbst­ver­ständ­lich einen gro­ßen Bedarf an einer umzäun­ten Frei­lauf­flä­che. „Anfang der 90er wur­de auch schon mal eine per Bür­ger­an­trag gefor­dert, aber der Antrag wur­de abge­lehnt.“

Schon viele Unterschriften gesammelt

Seit Anfang der Woche Tagen sam­meln die drei Hal­te­rin­nen und ihre Unter­stüt­zer schon flei­ßig Unter­schrif­ten für ihr Anlie­gen. Auch in eini­gen Geschäf­ten lie­gen die Listen aus. Einen genau­en Über­blick, wie vie­le Holzwicke­der – mit oder ohne Vier­bei­ner – bereits unter­schrie­ben haben, haben die Initia­to­rin­nen noch nicht. „Die Listen lie­gen ja noch bis zum 1. Sep­tem­ber aus“, meint Bian­ca Rie­del. „Aber es sind eini­ge. Allein gestern haben wir über 80 neue Unter­schrif­ten bekom­men.“

Es vie­le Hun­de, die ein­fach nicht abruf­bar sind: jun­ge Hun­de, Hun­de mit star­kem Jagd­trieb, noch nicht erzo­ge­ne und auch sehr ängst­li­che Tie­re oder Pfle­ge­hun­de. Man­che Ras­sen hören auch ein­fach schlecht. “

Bian­ca Rie­del, Hun­de­hal­te­rin zur Not­wen­dig­keit einer umzäun­ten Frei­lauf­flä­che

Nach Ansicht der Initia­to­rin­nen wäre eine umzäun­te Frei­lauf­flä­che nicht nur im Inter­es­se der Hun­de­be­sit­zer und ihrer Tie­re, son­dern aller Holzwicke­der. „Es gibt vie­le Hun­de, die ein­fach nicht abruf­bar sind: jun­ge Hun­de, Hun­de mit star­kem Jagd­trieb, noch nicht erzo­ge­ne und auch sehr ängst­li­che Tie­re oder Pfle­ge­hun­de. Man­che Ras­sen hören auch ein­fach schlecht. Belä­sti­gun­gen und Kon­flik­te mit sol­chen Hun­den könn­ten mit einer umzäun­ten Frei­flä­che ver­rin­gert wer­den.“

Denn dann dar­auf könn­ten auch sol­che Hun­de ein­mal aus­lau­fen und aus­ge­la­stet wer­den. Ganz abge­se­hen davon, dass sich auch die zwei­bei­ni­gen Hal­ter dabei stress­frei­er und gesel­li­ger zusam­men­fin­den könn­ten. „Eine sol­che Frei­flä­che wür­de also auch die Teil­ha­be am öffent­li­chen Leben für Mensch und Tier ver­bes­sern“, glau­ben die Initia­to­rin­nen. Außer­dem lie­ßen sich in den Rand­zo­nen der Gemein­de Stö­run­gen und Kon­flik­te mit frei leben­den Wild­tie­ren ver­mei­den. Die Umwelt wür­de geschont und der Frei­zeit­wert der Gemein­de wei­ter gestei­gert.

Profitieren würden alle davon in der Gemeinde

Natür­lich kennt Bian­ca Rie­del auch die Vor­hal­tun­gen man­cher Zeit­ge­nos­sen:  Die Hun­de­hal­ter müss­ten ihre Hun­de eben bes­ser erzie­hen oder soll­ten in einen Hun­de­ver­ein gehen. „Aber nicht jeder Hund wird in einem Hun­de­ver­ein zuge­las­sen“, meint die Holzwicke­de­rin. „Außer­dem kann man doch nie­man­den zwin­gen, in einen Ver­ein zu gehen.“

Natür­lich muss Hun­de­er­zie­hung sein. Das sieht auch Bian­ca Rie­del so. „Aber man muss mit der Erzie­hung ja auch irgend­wo anfan­gen kön­nen. In einer umzäun­ten Frei­flä­che ist das viel ein­fa­cher. Da sind die Tie­re sehr schön zu sozia­li­sie­ren.“

Aber muss man mit der Erzie­hung ja auch irgend­wo anfan­gen kön­nen. In einer umzäun­ten Frei­flä­che ist das viel ein­fa­cher. Da sind die Tie­re sehr schön zu sozia­li­sie­ren.“

Bian­ca Rie­del, Hun­de­hal­te­rin und Initia­to­rin des Bür­ger­an­trags

Min­de­stens 300 m2 soll­te die umzäun­te Flä­che schon groß sein, fin­det Bian­ca Rie­del. „Damit die Hun­de auch ‚mal rich­tig Gas geben’ kön­nen. Das wäre opti­mal.“ Von einer Wie­se sind die Hun­de­hal­ter längst abge­kom­men. „Ein Sand­platz wäre viel bes­ser. Von Sand kann man die Hau­fen leich­ter ent­fer­nen und man steht bei schlech­tem Wet­ter, so wie heu­te, nicht gleich im Schlamm.“

Am lieb­sten wür­den die Antrag­stel­le­rin­nen für ihren Bür­ger­an­trag ein­mal gemein­sam mit den Ver­ant­wort­li­chen der Gemein­de geeig­ne­te Flä­chen aus­gucken: „Es muss ja kein tol­les Bau­grund­stück sein. Die Wie­se hin­ter dem Fried­hof zum Bei­spiel oder eine Flä­che irgend­wo an der Auto­bahn oder unter einer Brücke wür­de uns doch schon aus­rei­chen.“

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visage

Dipl.-Journalist

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